Leichtathletik - Neue Laufbahn im Michael-Hoffmann-Stadion erstrahlt in Blau / DM in Braunschweig als Saisonhöhepunkt Wie ein kleines Berliner Olympiastadion

Von 
Christian Rotter
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Rüdiger Harksen bescheinigt den MTG-Leichtathleten einen guten Leistungsstand. Im Hintergrund ist die neue blaue Laufbahn zu sehen. © Sörli Binder

Mannheim. Ein Schweißbrenner steht im Innenraum des Michael-Hoffmann-Stadions. Schubkarren warten darauf, beladen zu werden, es herrscht emsiges Treiben. Dort, wo normalerweise die Leichtathleten der MTG Mannheim nach persönlichen Bestleistungen jagen, gehen zurzeit Bauarbeiter ihrer Beschäftigung nach. Rüdiger Harksen lässt seinen Blick zufrieden durch das Rund schweifen. „Wir bringen ein bisschen Berliner Flair nach Mannheim“, sagt der MTG-Leistungssportchef. „Auch die Laufbahn im Berliner Olympiastadion ist blau. Diese Farbe liegt im Trend, auch die Athleten mögen sie.“

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Im Dezember hatte bei der MTG der längst überfällige Austausch der sehr maroden Laufbahn begonnen. Pünktlich zur Bauhaus-Juniorengala am 20./21. Juni sollten die Arbeiten beendet werden – und trotz der Corona-Pandemie wäre dieser Zeitplan eingehalten worden. „Wir haben von dem milden Winter profitiert“, betont Harksen. Zum Feinschliff gehören jetzt noch die Linierungsarbeiten, dann muss die Bahn austrocknen. Auch am einen oder anderen Detail wird Hand angelegt. Dort, wo beispielsweise die Speerwerfer ihr Sportgerät in den Himmel schleudern, muss der Belag verstärkt und versiegelt werden. „Wenn sich unsere Modellathleten beim Abwurf mit voller Wucht gegen den Boden stemmen, ist das für jeden Kunststoff ein echter Stresstest“, erklärt Harksen.

MTG-Bahn garantiert Super-Zeiten

Die Bauhaus-Juniorengala musste wie alle anderen Veranstaltungen abgesagt werden. Wann bei der MTG das nächste Meeting über die Bühne gehen kann, ist ungewiss. Harksen ist aber schon jetzt gespannt darauf, wie die neue Laufbahn bei den Athleten ankommt. „Wir haben den Ruf als Rennbahn in Deutschland. Beim Blick auf die Bestenliste am Jahresende sind immer Mannheim und Weinheim ganz weit vorn zu finden“, betont der 65-Jährige. „Ich bin aber ganz guter Dinge, dass wir diesen Stellenwert behalten werden, da der gleiche Belag auch im Münchner Olympiastadion verlegt wird, in dem 2022 die EM stattfindet. So schlecht kann er also nicht sein.“

Nicht nur wegen der voranschreitenden Arbeiten im Stadion gibt sich die MTG zuversichtlich. „Corona hat zwar auch uns hart getroffen, weil wir ohne Veranstaltungen keine Einnahmen haben, wir werden die Krise jedoch einigermaßen unbeschadet überstehen“, sagt Harksen, der sich unter anderem auf die Unterstützung von Hauptsponsor MVV und anderer Sponsoren verlassen konnte: „Wir sind froh, so verlässliche Partner an unserer Seite zu haben.“

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In der Hochphase des Lockdowns zeigten sich die MTG-Stars äußerst kreativ. In den sozialen Netzwerken animierten sie mit diversen Trainingsübungen zum Mitmachen, sie arbeiteten aber auch an der eigenen Fitness. „Alle sind auf einem guten Weg“, sagt Harksen. „Unser medizinisches Team mit den Physiotherapeuten Christian Ziegler und Marco Welz haben dafür gesorgt, dass sich die Athletinnen und Athleten in gesunder Verfassung präsentieren.“

In einem Jahr ohne Olympia und EM ist für viele die DM am 7./8. August der Saisonhöhepunkt. Falls es die Behörden zulassen, würde Harksen die neue Bahn gerne im Juli oder August mit einem kleinen Meeting einweihen.

Redaktion Koordinator der Sportredaktion