Fußball - SV Waldhof am Samstag bei Viktoria Köln / Blitz-Rückkehr für Neuzugang Gottschling Unsentimental zurück zur Ex

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Alexander Müller
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Waldhofs Neuzugang Marcel Gottschling im Spiel gegen den KFC Uerdingen © PIX-Sportfotos/Michael Titgemeye

Mannheim. Marcel Gottschling erlebt eine Blitz-Rückkehr. Erst vor gut einer Woche stieg der 26-Jährige in Köln ins Auto, um im 250 Kilometer entfernten Mannheim einen Vertrag beim SV Waldhof zu unterschreiben. Schon am Freitag ging es für den schnellen Rechtsverteidiger im SVW-Mannschaftsbus zurück in die eigene Vergangenheit: Mit seinem neuen Verein SVW steht am Samstag (14 Uhr) die Partie bei seinem alten Club Viktoria Köln an.

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„Es freut mich natürlich, gleich wieder gegen meine alten Teamkollegen zu spielen, da ist man besonders motiviert“, sagte Gottschling dieser Redaktion. Von Sentimentalitäten hält der gebürtige Oldenburger aber nichts. „Ich spiele jetzt für Waldhof und will natürlich immer gewinnen, egal ob es mein Ex-Verein ist oder nicht. Da gibt es keine Rücksichtnahme, auf dem Platz gibt es keine Freundschaften.“

Ein paar Tipps zum Matchplan kann Gottschling Waldhof-Trainer Patrick Glöckner sicher mit auf den Weg geben, von den internen Nachrichtenflüssen bei der Viktoria ist er aber schon abgeschnitten. „Ich habe mich bei der Mannschaft verabschiedet und bin aus der WhatsApp-Gruppe ausgetreten. Da gehöre ich ja jetzt auch nicht mehr rein.“

Bei seinem ersten Einsatz über die volle Distanz für den SVW beim 0:0 in Halle am Mittwoch zeigte der Winter-Neuzugang als rechtes Glied der Dreierkette eine ordentliche Leistung, mit der auch Glöckner zufrieden war. „Wenn man sieht, dass er sein erstes Spiel von Anfang an gemacht, finde ich schon, dass er sich gut integriert hat“, sagte der Mannheimer Coach – und machte Gottschling damit indirekt Hoffnungen auf den nächsten Startelf-Einsatz.

Mit Martinovic, ohne Christiansen

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Der erhoffte personelle Befreiungsschlag vor dem vierten Auswärtsspiel innerhalb von zehn Tagen ist indes ausgeblieben. Max Christiansen soll nach Glöckners Plan am Dienstag gegen Dynamo Dresden in den Kader zurückkehren, Jesper Verlaat sogar erst im Spiel darauf am Samstag bei Türkgücü München. Also müssen es auf der „Schäl Sick“, dem rechtsrheinischen Kölner Stadtgebiet, größtenteils die richten, die in Halle mit viel Einsatz einen Punkt erkämpften. Plus Marcel Costly, der nach abgesessener Gelbsperre wieder dabei ist, und Torjäger Dominik Martinovic, dessen Beckenprellung soweit ausgeheilt ist.

Die Mannheimer treffen im Sportpark Höhenberg auf einen angeschlagenen Gegner: Seit fünf Spielen wartet die ambitionierte Viktoria auf einen Sieg, im neuen Jahr gelang noch kein Tor. Von dieser Krise will sich Glöckner, der das Wiedersehen mit seinem früheren Arbeitgeber im Gegensatz zu Gottschling nüchtern angeht („Ein Spiel wie jedes andere“), aber nicht täuschen lassen. „Ich erwarte eine Mannschaft, die eine Reaktion zeigen möchte auf die letzten Ergebnisse und die Kritik. Wir müssen höllisch auf ihre Offensive aufpassen“, sagte er.

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Beim Ziel, in 2021 weiter ungeschlagen zu bleiben (bisher 1 Sieg und 3 Unentschieden), könnte es auch auf den früheren Viktorianer Gottschling ankommen. Abgeschlossen ist die Mannheimer Personalplanung mit dem Ex-Kölner aber noch nicht. Glöckner deutete am Freitag ein wenig überraschend an, dass der SVW nicht ausschließlich nach einem neuen Innenverteidiger sucht. „Wir haben momentan Augen und Ohren offen auf allen Positionen. Wir wären auch nicht abgeneigt zuzuschlagen, wenn ein offensiver Mittelfeldspieler oder ein Stürmer mit sehr guter Qualität auf den Markt kommt. Wir haben einfach gesehen, wie heftig diese englischen Wochen sind und wie schnell Spieler ausfallen können“, erklärte der Coach.

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