Handball - Trainer Siggi Oetzel ist davon überzeugt, dass die wegen der Corona-Pandemie ausgesetzte Runde nicht mehr fortgesetzt werden kann Ungeklärte Aufstiegsfrage macht HSG zu schaffen

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Damen-Trainer Siggi Oetzel hat seinen Vertrag bei der HSG Mannheim wegen der unklaren Lage noch nicht verlängert. © Sörli Binder

Mannheim. Im offiziellen Spielplan der Frauenhandball-Badenliga ist es noch zu lesen: HSG Mannheim gegen SG Nußloch. Das Ergebnis hinter dem Topspiel, das am vergangenen Wochenende hätte stattfinden sollen, fehlt allerdings. Und nach Einschätzung von HSG-Trainer Siggi Oetzel wird das auch so bleiben: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Runde noch irgendwann fortgesetzt wird“, sagt der erfahrene Coach. Damit bleibt aber auch die Antwort auf die Frage offen, in welcher Liga die Seckenheimerinnen in der nächsten Saison am Ball sein werden. Derzeit sind sie im Klassement mit 24:4 Punkten Zweiter hinter Nußloch, das ein Spiel mehr absolviert hat und 25:5 Zähler aufweist.

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Eine mögliche Variante, die sich Oetzel bei einem möglichen Saisonabbruch – bislang hat der Badische Verband die Spiele nur ausgesetzt – vorstellen könnte, ist, dass die Pluspunkte durch die Anzahl der gespielten Partien geteilt wird. „Das wäre sicherlich eine sportlich-faire Variante und wird ja auch in einigen skandinavischen Ländern so praktiziert“, erläutert der Trainer und schiebt mit einem Schmunzeln nach: „Letztlich ist mir aber jede Variante recht, mit der die HSG Mannheim aufsteigt.“

Gespräche liegen auf Eis

Vom sofortigen Wiederaufstieg in die Oberliga hängt viel ab. Angefangen von der Trainerpersonalie über den Kader und entsprechende Neuzugänge. „Das ist alles in der Schwebe. Wir wissen alle nicht, woran wir sind“,erklärt Oetzel, der auch nur im Aufstiegsfall sein Engagement bei der HSG fortsetzen würde – ebenso viele Spielerinnen. Mit potenziellen Verstärkungen hatte der Trainer vor einigen Wochen schon erste Kontakte geknüpft, „aber auch diese Gespräche liegen gerade auf Eis. Was soll ich denn den Spielerinnen sagen? Ich weiß weder die Spielklasse, noch ob ich dabei sein werde.“

Der Kader ist über verschiedene Kanäle in Kontakt, beobachtet die Entwicklung ständig. Seinen Spielerinnen aber einen Trainingsplan an die Hand zu geben, darauf hat Oetzel verzichtet. Er ist davon überzeugt, dass alle für sich an ihrer Fitness arbeiten: „Dabei geht es nicht so sehr um den Handball direkt, sondern vielmehr darum, sich fit und beweglich zu halten. Ich denke schon, dass es jede Einzelne genießt, mal eine Joggingrunde zu drehen, um in dieser weit über den Sport hinaus schwierigen Situation auch mal den Kopf freizubekommen.“