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Startschuss ins „Profi“-Dasein

Mit Erfolgen bei WM und EM der Junioren bringt sich Sportschützin Larissa Weindorf in Stellung – und will nun voll angreifen

Von 
Sibylles Dornseiff
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Mannheim. Team-Bronze bei der JWM in Ägypten, Mannschaftsgold und Einzel-Silber bei der JEM in Polen, dazu ein Sieg im Team beim Weltcup in Suhl, nicht zu vergessen drei Medaillen (1/2/0) bei den „Deutschen“, viermal Rang eins bei den Landesmeisterschaften und weitere nationale und internationale Finalplatzierungen: Sportschützin Larissa Weindorf beendet ihre Zeit als Juniorin mit einer grandiosen Saison.

„Am wichtigsten für mich persönlich war das EM-Silber, denn es war meine erste Einzelmedaille bei einer internationalen Meisterschaft. Fast hätte es sogar zu Gold gereicht“, freute sich die 20-Jährige vom SV Rheinau zudem über den Europarekord von 591 Ringen, den sie im September im polnischen Wroclaw gleich in der Qualifikation schoss.

Bei der EM in Polen durfte sich Larissa Weindorf über Silber freuen. © red

Doch die knappe Niederlage gegen die Norwegerin Jule Johannessen wurde durch den Team-Titel wettgemacht. Im Gold-Duell gegen die Schweiz war sie zusammen mit Nele Stark (Güglingen) und Hannah Wehren (Kevelaer) unschlagbar. „Daraufhin erhielten wir vom Verband den JWM-Start als Bonus. Eigentlich war gar nicht vorgesehen, im Oktober Juniorinnen für Kairo zu melden.“ Doch Bronze für das Trio und Platz elf im Einzel rechtfertigte die Nominierung. Schon 2021 hatte Weindorf ihre JWM-Premiere mit zwei Medaillen gefeiert.

Alte Liebe rückt in den Hintergrund

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Die Polizeihochschul-Studentin, die in dieser Saison ihre besten Leistungen in der neuen Disziplin „Klein-Kaliber 3 Position“ erzielte, hat die Umstellung auf die neue olympische Disziplin mit Bravour gemeistert und dazu ihre eigentliche Liebe Luftgewehr, mit dem sie als Zehnjährige ihre ersten Schießübungen machte, in den Hintergrund gerückt.

Bei KK 3 Position werden jeweils 20 Schuss liegend, kniend und stehend absolviert. Zuerst in einem Eliminationsdurchgang (90 Minuten), dann in der Qualifikation (90 Minuten). Die besten Acht bestreiten das Finale (60 Minuten): Hier scheiden nach jeweils zehn Schüssen in den drei Positionen die Plätze acht und sieben aus. Nach weiteren, nun jeweils fünf Schüssen fallen danach die Ränge sechs und fünf, gefolgt von vier und drei raus.

Im Gold-Medal-Match geht es wieder bei null los, nun sozusagen „Auge um Auge“. Es werden Einzelschüsse abgegeben, für den besseren gibt es zwei Punkte, bei Gleichstand je einen. Wer zuerst 16 Punkte erreicht, gewinnt.

„Ich habe bei der JEM erst gar nicht registriert, dass ich unter den letzten Zwei war“, bewies Weindorf eine Stunde Nervenstärke und ihre Fähigkeit, in einen Tunnel einzutauchen. „Ich habe sogar geführt, bis meine Gegnerin eine Auszeit nahm und danach nur noch Zehner rausgehauen hat. Da konnte ich nicht mehr kontern.“

Die Top-Leistungen führt sie auch darauf zurück, dass sie im April für ein einjähriges Praktikum von der Polizeihochschule Villingen-Schwenningen nach Pforzheim wechselte. „Dort wohne ich im Landesleistungszentrum, habe den Schießstand vor der Haustür und kann flexibel trainieren“, genießt sie die „sehr guten“ Bedingungen.

Der Traum von Olympia 2028

Im Winterhalbjahr steht zunächst die Bundesliga-Saison an. Doch mit ihren Erfolgen bei den Juniorinnen bringt sich Weindorf schon einmal bei den Erwachsenen in Stellung - und für Olympia. „Paris 2024 ist definitiv zu früh, ich schaue auf Los Angeles 2028“, ist die angehende Polizeikommissarin realistisch. „Bei den Erwachsenen weht ein anderer Wind. Die Konkurrenz ist hart und ich bin dann die Jüngste.“

Gleichwohl fährt Weindorf 2023 ihre Ambitionen etwas zurück und will sich auf ihr letztes Studienjahr konzentrieren. „Ich mache ein paar Weltcups und kleinere internationale Wettkämpfe. Doch 2024 werde ich durchstarten. Ich bin dann quasi Profi und werde für alles freigestellt.“