Fußball - Früherer Waldhof-Profi kommt als Wiesbadener Trainer Rehm kehrt zurück nach 7209 Tagen

Von
Alexander Müller
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Mannheim. Die Waldhof-Fans erinnern sich immer noch gern an den Schwaben mit den halblangen Haaren, an dessen Einstellung nie der Hauch eines Zweifels aufkam. Zwischen 1997 und 2001 spielte Rüdiger Rehm in Mannheim, als zweikampfstarker Linksverteidiger – in seiner letzten Saison beim SVW unter Trainer Uwe Rapolder fehlte nur ein Punkt zum Aufstieg in die Bundesliga. Ein 4:0 gegen Mainz reichte im Mai 2001 nicht, weil St. Pauli kurz vor Schluss noch in Nürnberg gewann.

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Vielleicht wird Rehm am Samstag an dieses Spiel mit traurigem Ausgang denken, wenn er nach 7209 Tagen zum ersten Mal wieder in offizieller Funktion das Carl-Benz-Stadion betritt. Als Trainer des SV Wehen Wiesbaden. „Es war der Anfang meiner Karriere zwischen 18 und 22, ich habe viele Spiele gemacht und war einer der wenigen, der über vier Jahre dageblieben ist, mit Vilmar Santos und vielleicht noch Dariusz Pasiecka. Ich mag den Waldhof“, erinnerte sich der 42-Jährige einmal im Interview mit dieser Redaktion.

Korte fällt mit Knieproblemen aus

Früher Waldhof, jetzt Wiesbaden: Trainer Rüdiger Rehm. © Imago

Dass die alte Liebe am Samstag für mindestens 90 Minuten ruhen wird, erklärt sich von selbst. Rehm hat den direkten Wiederaufstieg in die 2. Liga mit den Wiesbadenern längst noch nicht abgeschrieben. Als Fünfter liegen die Hessen in Lauerstellung und kommen nach der witterungsbedingten Absage des Nachholspiels bei Tabellenführer Dynamo Dresden am Mittwoch ausgeruht in die Kurpfalz – übrigens wohl ohne den Ex-Waldhöfer Gianluca Korte, der wegen Knieproblemen in diesem Jahr noch keine Minute gespielt hat. Auch der frühere Frankfurter Bundesliga-Profi Stefan Aigner fehlt in Mannheim wegen einer Schambeinentzündung.

„Waldhof hat sich klasse entwickelt. Sie hatten eine Schwächephase gegen Ende der Vorrunde, aber insgesamt wurde in Mannheim ein guter Job gemacht. Das ist eine sehr aktive Mannschaft, die sehr handlungsschnell ist und eine gute Torquote hat. Es wird sicher ein sehr interessantes Spiel mit Tempo und vielen Chancen“, schätzte Rehm am Donnerstag den Gegner ein.

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Dass der Heilbronner beim Spiel an seiner alten Wirkungsstätte genau vier Jahre auf der Wiesbadener Trainer-Bank sitzt, nahm der „Christian Streich der 3. Liga“ („Kicker“) zum Anlass, die Fehlentwicklungen des Geschäfts zu kritisieren. „Ein Trainer wird immer an Erfolg und Ergebnissen gemessen, aber man braucht natürlich auch eine gewisse Zeit, um eine gewisse Philosophie und Struktur reinzubringen. Das geht nicht innerhalb von drei, vier Monaten“, meinte Rehm mit Blick auf die gängige Praxis schneller Trainerwechsel – auch in der 3. Liga.

Redaktion Fußball-Reporter: Nationalmannschaft, SV Waldhof, Eintracht Frankfurt, DFB