Interview der Woche: Ahmet Özcan von der SpVgg Wallstadt spricht über den Trainerwechsel und traut sich 20 Tore zu "Mannschaft war gegen Stegili"

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Reiner Bohlander

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MANNHEIM. In der Fußball-Kreisliga patzten am Sonntag die beiden Top-Teams. Der Ligaprimus SpVgg Sandhofen unterlag überraschend beim FC Hochstätt, und auch die LSV Ladenburg kam gegen den VfR Mannheim II nicht über ein 1:1 hinaus. Doch von den Verfolgern konnte nur die DJK Neckarhausen die Steilvorlage nutzen. Für die ambitionierte SpVgg Wallstadt reichte es dagegen beim 2:2 zu Hause gegen den FV Leutershausen mit Ach und Krach nur zu einem Punkt. Torjäger Ahmet Özcan sprach im Interview mit unserer Zeitung von verschenkten Zählern.

Herr Özcan, war das Remi gegen Leutershausen zu wenig?

Ahmet Özcan: Im Hinblick auf unsere Ansprüche ist ein Remis vor eigenem Publikum viel zu wenig. Auch wenn wir nach dem 1:2 noch zum Ausgleich kamen. Normalerweise haben wir in der Kreisliga auf dem Papier keine Gegner. Mit dem Personal, das hier spielt, hätten wir die Partie gegen Leutershausen auf jeden Fall gewinnen müssen.

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An was liegt es, dass Wallstadt aktuell acht Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze hat?

Özcan: Wir haben Defizite in der Abwehr. Es kann nicht sein, dass wir in jedem Spiel mehr als drei Tore schießen müssen, um ein Spiel zu gewinnen. Ich habe es auch schon am Sonntag in der Kabine gesagt: Wir müssen auch einmal 1:0 gewinnen.

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Im Winter gab es einen Trainerwechsel. Markus Stegili musste gehen, mit Michael Köpper kam der alte Coach zurück. Was war passiert?

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Özcan: Die komplette Mannschaft war gegen Stegili, das kann man ruhig so sagen. Die meisten Spieler haben betont: Bleibt Stegili, dann gehen sie im Winter. Der Verein hat schließlich reagiert. Dass Michael Köpper zurück ist, freut uns alle. Er spielt leider noch nicht. Aber er könnte uns gerade in der Defensive weiterhelfen.

Was hat sich unter Köpper verändert?

Özcan: Die Leistungsträger werden nun auf den richtigen Positionen eingesetzt. Köpper stellt uns richtig auf. Er hat fast alles umgekrempelt, das braucht eben auch noch Zeit. Ich selbst spiele endlich wieder Mittelstürmer und nicht wie unter Stegili Rechtsaußen, was eine völlig falsche Position für mich war.

Mit Dalibor Durinic und Nedim Özbek gingen im Winter auch zwei Angreifer. War die Mannschaft auch gegen die beiden?

Özcan: Nein, das hat ganz andere Gründe. Warum beide gehen mussten, da müssen Sie den Vorstand fragen.

Könnte man diese zwei Stürmer gerade jetzt nicht brauchen?

Özcan: Nein. Wenn ich wieder zu hundert Prozent fit bin, dann kann ich sie ersetzen.

Sie konnten in der Vorbereitung kaum trainieren, spielen derzeit nicht von Anfang an.

Özcan: Nach meinem Kreuzbandriss 2007 habe ich meine alte Form von früher leider noch nicht erreicht. Zudem habe ich Schichtarbeit. Aber jetzt habe ich mir diese Woche freigenommen. Ich will bald wieder der alte Ahmet Özcan sein.

Mit acht Toren sind sie aktuell dennoch der erfolgreichste SpVgg-Stürmer. Wie viele Tore sollen es noch werden?

Özcan: 20 Treffer habe ich mir vorgenommen.