1. FC Kaiserslautern - Den wichtigen Erfolg in Mannheim darf sich nicht zuletzt der neue Coach Marco Antwerpen anrechnen lassen Hoffnungsträger zündet auf Anhieb

Von
Thorsten Hof
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Mannheim. Als Kind des östlichen Ruhrgebiets ist Marco Antwerpen relativ unverdächtig, die Pfälzer Mentalität mit der Muttermilch eingesaugt zu haben. Doch nach dem 2:0-Erfolg beim SV Waldhof werden die Altvorderen beim FCK in den Katakomben des Betzenbergs vielleicht gleich nach der Plakette „Pfälzer ehrenhalber“ gesucht haben. Denn nach nur drei Tagen bei den „Roten Teufeln“ bescherte der neue Coach dem Ex-Bundesligisten einen ebenso wichtigen wie süßen Sieg, den er noch auf dem Platz so einordnete, als habe er zu Hause noch ein paar Schnürsenkel von Fritz Walter in der Erinnerungsschublade.

FCK-Trainer Marco Antwerpen beim SVW feierte ein gelungenes Debüt. © dpa
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„Glaubt mir Jungs, das Allergeilste ist, auswärts zu gewinnen – und dann noch das Derby!“, schrie der 49-Jährige seinen Profis im spontan einberufenen Mannschaftskreis entgegen, während sich ein paar Meter weiter die enttäuschten Waldhöfer langsam wieder auf die Beine kämpften und vom Platz trotteten.

Den neuen Mann an der Seitenlinie – die Pfälzer hatten wohl genau so einen Typen wie Antwerpen gebraucht, um einen zuletzt völlig lethargisch und verunsichert wirkenden Kader zum richtigen Moment aufzurütteln. Und das gelang Antwerpen gleich auf mehreren Ebenen: Zum einen tauschte der neue FCK-Coach gegenüber dem verheerenden 0:1 gegen Wehen Wiesbaden gleich fünf Mal das Personal, zum anderen überraschte der ehemalige Braunschweiger Meistermacher mit unerwarteten taktischen Kniffen.

So agierte der von Antwerpen zum Kapitän ernannte Jean Zimmer als rechter Verteidiger, der zuletzt kaum berücksichtigte Hendrick Zuck spielte hinten links, die beiden etatmäßigen Außenverteidiger Philipp Hercher und Adam Hlousek waren dagegen gar nicht im Kader. Alexander Winkler blieb die einzige Konstante in der FCK-Hintermannschaft, die sich keine Blöße gab.

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„Wir haben von der ersten Minute an alles reingeworfen, was wir hatten. Wir waren eklig in den Zweikämpfen und wenn mal einer ausgespielt war, dann war sofort der nächste Spieler da. Nur so gewinnt man im Derby, aber so gewinnt man auch andere Spiele“, ordnete Kapitän Zimmer den Erfolg ein, der viel mit Mentalität zu tun hatte. „Wir wollten den Gegner beeindrucken und ich glaube, das ist uns gut gelungen“, beschrieb Trainer Antwerpen diesen Umstand, bei dem er nicht nachstehen wollte und sich ebenfalls eine von sieben Gelben Karten abholte. Mit Blick auf die Tabelle machten die Pfälzer ebenfalls einen kleinen Schritt und haben nun drei Punkte Abstand zur roten Zone.

Dass diesem Umstand aber niemand als Ruhekissen fehlinterpretiert – auch dafür wird Antwerpen sorgen. „Zurücklehnen werden wir uns nicht. Das kann nur der erste Schritt gewesen sein“, betonte der neue Hoffnungsträger.

Redaktion