AdUnit Billboard
Tennis - Grün-Weiss Mannheim und die Sportregion trauern um den Meister-Trainer und ehemaligen Davis-Cup-Chef Helmut Lüthy

Grün-Weiss Mannheim und Sportregion trauern um den Meister-Trainer Helmut Lüthy

Von 
pete
Lesedauer: 
Patrick Kühnen (v.l), Markus Näwie, Marcello Graca, Alexander Popp, Helmut Lüthy, Simon Stadler und Denis Gremelmayr im September 2021 bei GW Mannheim. © Engelhardt

Mannheim. Unter dem Motto „Klassentreffen“ feierte Grün-Weiss Mannheim an einem schönen Spätsommerabend im September 2021 seine Meistermannschaften der vergangenen Jahrzehnte. Fester Bestandteil dieser nostalgischen Gratulationscour war natürlich auch Meistertrainer Helmut Lüthy. Es war sehr wahrscheinlich einer der letzten glücklichen Momente für ihn. Beim Gruppenfoto im Kreise seiner erfolgreichen Schützlinge strahlte er über das ganze Gesicht. „Ich habe so viele Jahre auf dieses gemeinsame Foto gewartet.“

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Seit vergangenen Montag ist Grün-Weiss Mannheim, die Sportregion Rhein-Neckar und die nationale Tenniswelt um eine große Persönlichkeit ärmer. Helmut Lüthy ist wenige Tage nach seinem 83. Geburtstag seiner schweren Lungenkrankheit erlegen.

Trainerkarriere auf Umwegen

„Ein Vogelhändler, der Wellensittiche verkauft, muss auch nicht fliegen können“ – dieses Motto Lüthys, wird immer mit ihm in Verbindung bleiben. Von der Laufbahn eines klassischen und erfolgreichen Tennis-Profis war der gebürtige Weinheimer weit entfernt. Gekickt hat er in jungen Jahren für Weinheim 09 und den VfR Mannheim, sein Geld hat er in der Unterhaltungselektronik verdient. Doch die eine oder andere Trainerstunde auf dem Tennisplatz hat seine Neugierde für den Sport mit dem kleinen gelben Filzball geweckt. Und so begann Anfang der 70er Jahre eine Tennis-Trainerkarriere auf Umwegen.

Vom Fußball zu Tennis

  • Helmut Lüthy wurde am 18. März 1939 in Weinheim geboren und hinterlässt zwei Kinder.
  • Der gelernte Kaufmann wurde Unternehmer in der Unterhaltungselektronik.
  • In der Jugend spielte Lüthy Fußball für den FV 09 Weinheim und den VfR Mannheim, ehe er sich dem Tennis zuwandte.
  • Obwohl er nie ein großer Tennis-Spieler war, sammelte Lüthy als Trainer viele Erfolge.

Bereits 1981 wurde er Trainer bei Grün-Weiss Mannheim, 1988 erreichte Patrick Kühnen unter seiner Ägide das Viertelfinale in Wimbledon. Dreimal gewann er als Teamchef mit Deutschland den Davis-Cup. Und damit nicht genug: Im Jahre 1993 führte er den Mannheimer Tennisclub zur ersten Deutschen Meisterschaft nach 71 Jahren. 1996 wiederholte er das Kunststück.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Spieler wie Karim Alami, Dirk Dier, Carsten Arriens oder Marcello Craca erlebten unter Lüthy ihre sportliche Blütezeit. Alexander Popp, Denis Gremelmayr, Marcello Craca, Markus Naewie und Simon Stadler sind nur einige der Spieler, die unter der „strengen Ägide“ von Helmut Lüthy den zwischenzeitlichen Sprung unter die Top 100 der Welt schafften.

Helmut Lüthy (r.) begleitete Alexander Popp 2000 nach Wimbledon.

Im Jahr 2019 wurde er mit dem DTB-Trainer Award von Verbandspräsident Ulrich Klaus für sein Lebenswerk geehrt. Rückblickend auf seine Karriere als Trainer ist diese Auszeichnung eine Würdigung ohne Wenn und Aber. Mit autodidaktischem Wissen, mit Detailversessenheit und Disziplin hatte sich Lüthy im Lauf der Jahre sein großes Wissen um den Weißen Sport angeeignet. Einen Ranglistenplatz oder Übungsleiterschein besaß er dagegen nie.

Mit Willenskraft und Humor

Nach seiner Zeit bei Grün-Weiss Mannheim gründete er das „Lüthy Duravit Team“. Auf dem Club-Gelände des TC Lützelsachsen arbeitete er mit ambitionierten und talentierten Jugendlichen, um ihnen das nötige technische und taktische Rüstzeug für eine erfolgreiche Tennis-Laufbahn mitzugeben. 2018 übergab er dieses Team an Simon Stadler.

Neben der intensiven Arbeit, den Durchhalteparolen und dem eisernen Willen, den Lüthy seinen Schülern immer wieder aufs neue vermittelte, war er jedoch zu jeder Zeit auch väterlicher Freund, gepaart mit einer gehörigen Prise Humor.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Gerade an diesem Septemberabend 2021 verrieten seine einstigen Zöglinge manch amüsante und unvergessene Anekdote mit ihrem Lehrer. Auf der Terrasse von Grün-Weiss Mannheim wird man ihn zukünftig vermissen. 

AdUnit Mobile_Footer_1