Leichtathletik - MTG-Hürdensprinterin ist eine Medaillenkandidatin bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund Große Hoffnungen ruhen auf Lobe

Von 
Sibylle Dornseiff
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Ricarda Lobe zeigte zuletzt in Luxemburg eine starke Leistung. © Görlitz

Mannheim. Mit einem überschaubaren Team reist die MTG am Wochenende zu den deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften nach Dortmund. Da nur die Wettkämpfe der Männer und Frauen stattfinden, weder die 200 Meter noch die Staffeln im Programm stehen, vertreten lediglich Ricarda Lobe (60 m Hürden), Nadine Gonska, Hannah Mergenthaler (beide 400 m), Jacqueline Otchere (Stabhochsprung), Yannick Spissinger, Robin Ganter (beide 60 m Hürden) und Felix Mairhofer (Dreisprung) den Verein vom Pfeifferswörth. „Anders als im Frühjahr 2020 konnten wir das Training zwar gut planen, aber zum einen mussten wir im Januar auf das Trainingslager verzichten, zum andern fehlt vielen die Wettkampfpraxis. Das merkt man“, dämpft Leistungssportchef Rüdiger Harksen zu hohe Erwartungen und sieht die DM vor allem als Standortbestimmung.

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Nachdem Lobe sich anfangs der Saison noch schwer getan hat, kommt sie jetzt immer besser in Schwung. Der Sieg über 60 m Hürden in 8,16 sec zuletzt in Luxemburg kam zur rechten Zeit. „Sie ist auf jeden Fall eine Medaillenkandidatin“, ist sich Harksen sicher. Zur Norm für die Hallen-EM (8,10) in zwei Wochen in Polen fehlen ihr nur sechs Hundertstel.

Die EM ist auch ein Ziel für die beiden 400-Meter-Läuferinnen Gonska und Mergenthaler. Doch die Konkurrenz auf der doppelten Hallenrunde mit Corinna Schwab (Chemnitz) als Topfavoritin ist enorm. „Der Kampf um die Medaillen wird schwer“, sieht Harksen aber eine große Chance, dass die Vorjahresdritte Mergenthaler und die im vergangenen Jahr erkrankt pausierende Gonska auf jeden Fall bei der Vergabe der EM-Staffelplätze mitreden werden. „Beide haben gut trainiert, sind verletzungsfrei. Ich erwarte jetzt noch einen Formkick, dann sollte noch was gehen.“

Gespannt auf Spissinger

Keine großen Erwartungen verbinden er und Stabhochsprungtrainer Alex Rupp mit dem Start von Jacqueline Otchere. „Sie hatte nach dem Tod ihres Bruder eine schwere Phase und seit der DM 2019 keinen Wettkampf mehr. Wir sind aber sehr froh, dass sie sich wieder zurückgemeldet hat.“

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Gespannt ist er auf den von Michael Manke-Reimers trainierten Hürdensprinter Yannick Spissinger, der Mitte Januar mit 7,83 sec seine Hallen-Bestleistung aufstellte. „Seine Entwicklung ist toll, er darf mit einer Medaille liebäugeln.“ Auch Holger Prestors Dreisprung-Schützling Felix Maihofer will vorne dabei sein. Im Freien hat er bereits zwei DM-Medaillen gewonnen. Erstmals bei den Aktiven greift Harald Ganters Schützling und Sohn Robin ins DM-Geschehen ein. „Er ist gerade der Jugend entwachsen und hat sich für die Hürden qualifiziert. Das ist sehr erfreulich.“

Dass wegen zu enger Kurven in der neuen Dortmunder Leichtathletikhalle weder die 200 Meter noch die Staffel stattfinden können, bedauert Harksen zutiefst. Zum einen, weil die MTG immer ein Medaillengarant auf den 4x200 Meter der Frauen ist. „Außerdem kann Jessica-Bianca Wessolly ihren Titel nicht verteidigen. Es ist schade, dass diese Disziplinen nicht ausgelagert werden. Wir in Mannheim wären bereit gewesen.“

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Für ihn selbst sind die „Deutschen“ die ersten Titelkämpfe, bei denen der 66-Jährige keine Verantwortung als Bundestrainer trägt und sich nur auf „seine“ MTG konzentrieren kann. Seit September ist er in Rente, war mit 76 DM-Titeln und rund 30 internationalen Medaillen (davon 18 für die MTG) einer der erfolgreichsten Coaches im DLV. „Aber ich bin Vollblut-Leichtathlet. Natürlich schaue ich auch auf die anderen Disziplinen und meine ehemaligen Schützlinge an.“

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