Fußball - Kaiserslautern entlässt nach der Niederlage gegen Wehen bereits den zweiten Trainer innerhalb von vier Monaten / Antwerpen, Ziegner und Schwartz gehandelt FCK zieht die Reißleine und feuert Saibene

Von 
dpa/red
Lesedauer: 
Nach dem glücklosen Boris Schommers musste beim 1. FC Kaiserslautern nun auch dessen Nachfolger Jeff Saibene gehen. Saibene war nur vier Monate im Amt. © dpa

Kaiserslautern. Zwischen Abpfiff und Trainerentlassung vergingen beim 1. FC Kaiserslautern keine vier Stunden. Der Traditionsclub hat sich nach weniger als vier Monaten von Chefcoach Jeff Saibene getrennt und taumelt nach einem desaströsen Drittliga-Auftritt beim 0:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden mal wieder dem Absturz in die Bedeutungslosigkeit entgegen. „Aus sportlichen Gründen“ seien Saibene und Assistent Ryszard Komornicki mit sofortiger Wirkung freigestellt, wie die Pfälzer nach offenbar nicht mehr besonders langwierigen Beratungen bereits am Samstagabend verkündeten. Wer auf Saibene folgt, blieb zunächst offen.

AdUnit urban-intext1

In seinen kurz danach folgenden Interviews referierte der 52 Jahre alte Luxemburger noch zu einer möglichen Ablösung: „Mit mir hat unter vier Augen noch niemand darüber gesprochen. Was im Hintergrund beredet wird, weiß ich natürlich nicht und das interessiert mich auch nicht. Ich denke aber auf jeden Fall, dass ich die Mannschaft noch erreiche. Wir werden das zusammen hinkriegen.“ Noch am gleichen Abend war er beim FCK dann allerdings Geschichte.

Der blutleere Auftritt der Lauterer gab am Ende wohl den Ausschlag für eine weitere Trainertrennung beim FCK, der in dieser Saison Ende September auch schon Boris Schommers rauswarf.

In den verbleibenden 16 Saisonspielen geht es für den viermaligen deutschen Meister nur noch um den Klassenerhalt. Wer auch immer die desolat und verunsichert auftretende Mannschaft übernehmen sollte: Auf den neuen Coach wartet eine schwere Aufgabe. Nur 21 Punkte aus 22 Spielen, nur 20 erzielte Tore und nur drei Siege lesen sich für den selbsterklärten Aufstiegsaspiranten wie eine Schreckensbilanz.

Fans stellen Team zu Rede

AdUnit urban-intext2

Immerhin haben die Fans ihr Team offenbar noch nicht aufgegeben. Nach dem 0:1 gegen den SVWW stellte rund ein Dutzend FCK-Anhänger die Mannschaft vor dem Busparkplatz des Stadions zur Rede. Außer einer Ansprache, um ihr Team für das Derby am kommenden Samstag bei Waldhof Mannheim zu motivieren und ein paar scharfen Worten in Richtung der Spieler blieb jedoch alles ruhig. Die Aktion der Fans zeigt vor allem eins: Die Angst vor dem Sturz in die Regionalliga ist in Kaiserslautern groß. Auch deshalb wird nun mit Hochdruck ein Nachfolger gesucht, der den Absturz in die Regionalliga Südwest und damit ins Amateur-Lager um jeden Preis verhindern soll. Zur Nachfolge wollte sich der FCK laut einer Mitteilung deshalb auch „zeitnah“ äußern.

Entsprechend intensiv gestalten sich die Spekulationen um mögliche Kandidaten, vor allem die Namen Marco Antwerpen und Torsten Ziegner werden immer wieder genannt. Antwerpen kennt sich in der 3. Liga bestens aus, coachte bereits Preußen Münster und Eintracht Braunschweig. Mit den Niedersachsen stieg er in der vergangenen Saison in die 2. Liga auf. Der Club sprach sich dann aber gegen eine Weiterbeschäftigung Antwerpens aus, der dann zu Zweitligist Würzburger Kickers ging. Dort musste er nach nur fünf Partien wieder gehen.

AdUnit urban-intext3

Ziegner war zuletzt beim Halleschen FC beschäftigt und stieg mit dem FSV Zwickau in die 3. Liga auf. Ebenfalls Chancen werden Alois Schwartz eingeräumt, der zuletzt beim Karlsruher SC unter Vertrag stand und schon die zweite Mannschaft des FCK coachte. dpa/red