Tennis - Bernd Reinholz feierte auch mit GW Mannheim große Erfolge / Er blickt zum 80. Geburtstag auf besondere Erlebnisse zurück

Erinnerungen an ein Doppel mit Jelzin

Von 
Jörg Aberle
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Mannheim. Seit seinem 15. Lebensjahr bilden Bernd Reinholz und sein Tennisschläger eine perfekte Symbiose. Und auch noch heute, an seinem 80. Ehrentag, spielt der frühere Bundesligaspieler von Grün-Weiss Mannheim mit großer Begeisterung Tennis. Ein Sport, der ihm zahlreiche tolle Erfahrungen und Erinnerungen beschert hat.

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So wie damals in Herzogenaurach, als der Adidas-Mitarbeiter Reinholz von seinem Chef unvorhergesehen zum Tennisplatz beordert wurde. Auf die Frage, ob er seinen Schläger dabei habe, antwortete er mit Nachdruck: „Natürlich, ich gehe doch auch nicht ohne Arme aus dem Haus.“ Er begab sich auf direktem Weg zur Anlage. Dort wurde Reinholz von rund 70 Sicherheits-Mitarbeitern mit Gewehren in Empfang genommen und noch vor dem Gang in die Umkleidekabine gefilzt. Weiterhin völlig ahnungslos fand sich Reinholz dann endlich auf der roten Asche wieder. Doch ein Mitspieler war neu und dennoch bekannt. „Mein Doppelpartner war Boris Jelzin“, lässt Reinholz mit Stolz seine Erinnerung an ein heiteres Doppel mit dem russischen Präsidenten, den er als „leidenschaftlichen Spieler“ beschreibt, Revue passieren.

Bernd Reinholz steht auch mit 80 Jahren noch auf dem Tennisplatz (Bild links), auf dem er in jüngeren Jahren einige Trophäen gewann. © Aberle/Reinholz

Dieses Erlebnis ist nur eines von unzähligen Anekdoten, Begegnungen und Triumphen aus der nun 65 Jahre andauernden Tennislaufbahn, die für Reinholz beim Tennisklub in Rheinau begann. Später folgte der Wechsel zum TK Grün-Weiss Mannheim, bei dem er mehr gefordert wurde und sein Talent besser gefördert werden konnte.

Richtig Fahrt nahm die Karriere des gebürtigen Leipzigers dann mit dem Aufstieg in die Tennis-Bundesliga 1974 auf. Fortan spielte Reinholz fünf Jahre in der höchsten deutschen Spielklasse im Team um Hans Engert und Alexander Kurucz. „Ich habe noch mit 39 Jahren mit großem Erfolg in der Bundesliga gespielt“, blickt Reinholz, der in der Mannheimer Oststadt lebt, zurück und führte seine bereits erfolgreiche Zeit einfach in den nächsten Altersgruppen fort.

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WM- und EM-Titel

Die Erfolgsgeschichte gipfelte in mehr als einem Dutzend Europameisterschaftstiteln im Einzel sowie im Doppel. 1998 führte er gar die Weltrangliste bei den Herren 50 an. Über Jahre war der Mannheimer schier unbezwingbar, gewann mit der deutschen Nationalmannschaft dreimal in Folge die Weltmeisterschaft und reiste mit dem Team rund um den Globus. Sein bewährtes Erfolgsrezept über all die Jahre: Als begeisterter Wanderer holt sich Reinholz bis heute seine Kondition in den Bergen. Eine Passion, die Reinholz auch durch die Pandemiezeit hilft.

„Wenn man gewohnt ist, raus in die Natur zu gehen, dann kommst du gut über die Runden. Es bleibt nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass es durch die Impfungen besser wird“, macht Reinholz das Beste aus der Situation. Inzwischen kann er in seiner Funktion als Coach auch wieder Einzeltraining auf der Anlage von Grün-Weiss Mannheim geben. Dabei steht er seinen Schützlingen mit Rat und Tat zur Seite und gibt seinen reichen Erfahrungsschatz weiter. Kurzum: Die ungebrochene Leidenschaft für den Tennissport und seine positive Lebenseinstellung halten Reinholz jung und machen ihn zu einem leuchtenden Vorbild für Sportler aller Generationen.

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Den Tennisschläger, seinen verlängerten Arm, hat Reinholz ohnehin immer dabei. Gut möglich, dass er im Sommer auch in der Medenrunde wieder zum Einsatz kommt. Reinholz ist in dieser Saison für die Herren 60 und 75 gemeldet und will dann zumindest im Doppel mitmischen – und noch den einen oder anderen Sieg beisteuern.

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