Volleyball - Bei den Pokal-Finalspielen in der Mannheimer SAP Arena soll es am Sonntag auch ohne Fans spannend zugehen „Einer der zwei wichtigsten Titel“

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cpa
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Mannheim. Dass beim DVV-Pokalfinale in der Mannheimer SAP Arena am Sonntag (ab 14.15 Uhr/Sport1) keine Zuschauer zugelassen sein werden, versuchen die Hauptdarsteller der 2021er Ausgabe gelassen zu sehen. „Vielleicht ist es ein Vorteil für unsere junge Mannschaft, dass wir nicht vor 12 000 Zuschauern spielen müssen“, sagt Christophe Achten, der Trainer von Männer-Finalist Netzhoppers KW-Bestensee, vor dem Duell gegen die United Volleys Frankfurt.

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Ihre Enttäuschung können die Volleyballer der vier DVV-Pokalfinalisten allerdings schwer verbergen. Denn es waren nicht zuletzt die Fans der Finalteilnehmer, die Mannheim seit 2016 mit ihren Choreografien als neuen Endspiel-Standort etablierten. „Es ist auf jeden Fall traurig, dass unsere gelbe Wand nicht dabei ist. Aber das kann man jetzt nicht ändern und es ist für alle gleich“, bringt Anna Pogany, die 26-jährige Libera vom SSC Palmberg Schwerin, die Gefühlslage vor dem Match gegen den SC Potsdam auf den Punkt.

Die Damen aus Schwerin (gelb) waren schon zwei Mal in Mannheim. © Binder

Frankfurts Routinier Jochen Schöps hofft auf „gute Einschaltquoten“. Doch auch dem 37-jährigen Diagonalspieler ist klar, dass es nicht dasselbe sein wird: „Die Fankultur ist schwer vor dem Fernseher auszuleben.“ Immerhin: Das DVV-Pokalfinale 2021 kann steigen – und auch ohne Zuschauer geht es um „einen der zwei wichtigsten Titel in Deutschland“, wie Felix Koslowski, Schwerins Coach und zugleich Frauen-Bundestrainer, festhält.

„Spannend“ ist wohl das Wort, das am Montag am häufigsten fällt. Nicht ohne Grund: Vor dem Männerfinale sieht Netzhoppers-Trainer Achten das Kräfteverhältnis zwar bei „60:40 für Frankfurt“. In der Bundesliga behielt jedoch das Team aus Königs Wusterhausen zweimal die Oberhand. „Am Sonntag geht es wieder bei 0:0 los“, betont der Belgier. Auf dem Weg in ihr erstes DVV-Pokalfinale sorgten beide Mannschaften für Überraschungen. Die Netzhoppers schalteten im zunächst Achtelfinale Vorjahresfinalist Düren aus. Im Viertelfinale besiegten die Brandenburger den Serienmeister und Titelverteidiger Berlin Recycling Volleys. Die 2015 gegründeten United Volleys schlugen im Halbfinale Rekord-Pokalsieger VfB Friedrichshafen.

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Bei den Frauen sprechen zwei Finalteilnahmen seit 2017 für Schwerin. In der Liga behauptete sich der Titelträger von 2019 zweimal gegen die Potsdamerinnen, die nach ihrem ersten Titel greifen. „Die Leute in Potsdam verdienen es“, meint SCP-Trainer Guillermo Naranjo Hernández, der als Pokal-Experte gilt: 2015 und 2017 triumphierte er mit dem MTV Allianz Stuttgart.