Fußball - Vor dem Derby gegen Kaiserslautern unterstreicht Waldhof-Trainer Glöckner die Bedeutung des Südwest-Klassikers „Ein Stück weit Spiel des Jahres“

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Thorsten Hof
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Im Hinspiel (1:1) hatte die Hintermannschaft des FCK jede Menge Probleme mit dem wendigen Joseph Boyamba, der am Samstag allerdings fehlt. © Pix

Mannheim. Seit Patrick Glöckner beim Fußball-Drittligisten SV Waldhof als Trainer das Sagen hat, pflegt er rhetorisch einen Stil, der wenig mit Extremen arbeitet. Oft geht es um „Entwicklung“ oder „Nachhaltigkeit“, Abläufe auf dem Platz haben Vorrang vor Perspektiven in der Tabelle. Wird auf die rechnerische Nähe zum Relegationsplatz aufmerksam gemacht, ist das für den 44-Jährigen „Quatsch“. Angesichts der Diskussionen um die vor Weihnachten bedrohlich näher rückende Abstiegszone sah der SVW-Coach zu Unrecht ein „Fass aufgemacht“.

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Doch vor dem ewig jungen Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern am Samstag (14 Uhr/Live bei MagentaSport und im SWR) schlug sogar Glöckner etwas markigere Töne an. „Jeder, der hier spielt, weiß, dass diese Partie ein Stück weit das Spiel des Jahres ist“, redete der Waldhof-Trainer gar nicht erst lange um die Faktenlage herum.

Weiter Fragezeichen hinter Anton Donkor

Waldhof-Trainer Patrick Glöckner wird seine zuletzt in München erfolgreiche Mannschaft wohl in der Abwehr verändern müssen.

Linksverteidiger Anton Donkor ist nach seiner Fußverletzung am Donnerstag nochmals bei einem Arzt in München vorstellig geworden. Die Diagnose steht noch aus.

Weiter fehlen werden Onur Ünlücifci (Rücken), Arianit Ferati (Kapselriss) und Joseph Boyamba (Bänderverletzung). Ünlücifici und Boyamba sollen am Montag wieder auf dem Platz trainieren.

Schon im Mannschaftstraining ist Jan-Hendrik Marx, für ihn kommt die Partie aber noch zu früh.

Mögliche Aufstellung: Königsmann – Gottschling, Gohlke (Verlaat), Seegert, Hofrath – Schuster, Saghiri – Garcia, Gouaida, Costly – Martinovic.

„Da muss man nicht viel darüber sagen. Wir kennen die Bedeutung der Partie, kein Spieler wird auch nur einen Millimeter weichen“, versprach der SVW-Coach und verspürt auch bei sich selbst das Kribbeln, dass es nur bei so aufgeladenen Vergleichen dieser Art gibt.

„Das macht uns auch Spaß. Es ist immer geil, so ein Derby zu spielen, und die Jungs sind extrem heiß“, berichtete Glöckner aus den zurückliegenden Trainingstagen, wo er die „nötige Mischung aus Lockerheit Anspannung“ ausgemacht hat. Das nötige Selbstbewusstsein dürften die Mannheimer mit sieben Spielen ohne Niederlage in Folge ebenfalls getankt haben, der trainingsfreie Wochenstart sollte nach drei Englischen Wochen am Stück zudem für die nötige Frische gesorgt haben. Doch selbst unter diesen Vorzeichen und der entgegengesetzten Formkurve beider Mannschaften schob Glöckner den Pfälzern die Favoritenrolle zu.

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„Der FCK verfügt über einen hohen Etat und über einen individuell stark besetzten 35-Mann-Kader“, verwies Glöckner auf die Ausgangslage auf dem Papier. Allerdings war der Tabellen-16. bislang in dieser Saison nicht in der Lage, das Potenzial auch abzurufen, was auf dem Betzenberg nun schon zwei Trainern den Job gekostet hat.

Trainerwechsel zur Unzeit

Damit den Pfälzern die Trendwende nicht ausgerechnet im Südwest-Schlager gelingt, will der Waldhof laut Glöckner wie zuletzt Zweikampfstärke, Zielstrebigkeit und Effektivität in die Waagschale werfen, ohne dabei zu überdrehen.

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Etwas ungelegen kommt dem Tabellensiebten dabei allerdings der Zeitpunkt des Trainerwechsels beim FCK, wie Glöckner einräumte. Die jüngsten Spielanalysen werden am Samstag hinfällig sein, die Spielidee seines Gegenübers Marco Antwerpen wird der Waldhof-Coach wohl erst mit der Bekanntgabe der Aufstellung und der ersten Minuten auf dem Platz präsentiert bekommen.

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Glöckner geht allerdings davon aus, dass die „Roten Teufel“ eher aus einer fundierten Defensive agieren, um dann auf Mannheimer Fehler im Aufbauspiel zu lauern. „Damit hat Marco Antwerpen in der vergangenen Saison nach der Corona-Pause auch mit Braunschweig gute Erfahrungen gemacht“, erinnert sich Glöckner an das letzte Aufeinandertreffen mit seinem Kollegen, als er mit dem Chemnitzer FC gegen den späteren Aufsteiger mit 1:2 unterlag. In eine ähnliche Richtung lassen sich die Aussagen des neuen FCK-Coachs interpretieren (siehe weiteren Bericht). Doch abgesehen von taktischen Spielereien werden zunächst die berühmten Grundtugenden gefragt sein. „Wir wollen unseren Fans den Gefallen tun, und alles reinwerfen, was wir haben, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen“, machte Glöckner nochmals klar, dass am Samstag Derby-Zeit ist.

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Redaktion Sportredakteur, Schwerpunkte SV Waldhof, Rhein-Neckar Löwen.