Handball - Gegen Tusem Essen kommen die Eulen im Abstiegskampf nicht mit der Favoritenrolle zurecht und verpassen wichtige Zähler Der Verlust der Leichtigkeit

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Reiner Bohlander
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Auch Eulen-Rückraumspieler Hendrik Wagner war nach der Niederlage gegen Aufsteiger Essen entsprechend frustriert. © Pix

Ludwigshafen. Solche Niederlagen tun außerordentlich weh. Die zwei Punkte gegen den Aufsteiger Tusem Essen zu Hause hatten die Eulen Ludwigshafen auf ihrem Weg zum Verbleib in der Handball-Bundesliga eigentlich fest eingeplant. Doch es kam ganz anders. Die Pfälzer Akteure schlichen nach der 25:26-Schlappe deprimiert vom Spielfeld. Was kurz danach begann, war die Ursachenforschung. „Wir sind im vierten Bundesligajahr. Doch Essen hat gewusst, um was es hier ging. Das ist sehr bitter“, befand Rechtsaußen Pascal Durak, der betonte: „Wir haben nie unseren Rhythmus gefunden.“

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Nach dem starken Auswärtsauftritt beim TVB Stuttgart waren die Eulen eigentlich siegessicher in das Vier-Punkte-Spiel gegen den Tabellenletzten, der bislang auswärts noch keinen Punkt geholt hatte. Doch die Ludwigshafener scheiterten offenbar an dem Druck, unbedingt gewinnen zu müssen. So sah es jedenfalls Eulen-Trainer Benjamin Matschke: „Der Druck für uns war diesmal größer als in den Spielen in Göppingen oder Stuttgart. Uns hat die Leichtigkeit gefehlt“, befand der Coach und ärgerte sich: „Wir hatten 20 Fehlwürfe. Das Kreisspiel war kein Faktor. Zum Schluss kam dann alles zusammen. Bei Essen fielen die Dinger, die bei uns einfach nicht fallen wollten.“

Matschke nannte dabei das Beispiel der vergebenen Großchance von Jan Remmlinger, der Mitte der zweiten Hälfte völlig frei beim Tempogegenstoß den Essener Keeper anwarf. Oder den Innenpfostentreffer von Azat Valiullin. „Bei Essen sind diese Würfe dagegen rein. Unser Torhüter Gorazd Skof hält, der Ball geht an den Pfosten und dann ins Tor, das war eben der Unterschied“, so Matschke.

Drei Punkte bis zum Ufer

Wie geht es nun weiter? Insgesamt hat sich an der Ausgangslage für die Eulen trotz der Niederlage am Sonntag allerdings nicht viel geändert. Das rettende Ufer, also der fünftletzte Tabellenrang, ist weiterhin nur drei Punkte weg. Die Eulen sind mit 8:28 Punkten Drittletzter.

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„Hinten ist ja weiter alles sehr eng“, tröstete sich auch Spielmacher Dominik Mappes. Tusem Essen gab die Rote Laterne mit dem Sieg in Ludwigshafen ab und steht nun als Vorletzter bei 7:25 Punkten. Der HSC Coburg (7:29) ist neues Schlusslicht und die HSG Nordhorn-Lingen belegt mit 9:25 Zählern den ersten Abstiegsrang. Die HBW Balingen-Weilstetten wäre aktuell mit 11:25 Punkten sicher. Alles riecht nach einem ähnlichen Foto-Finish wie im Juni 2019, als die Eulen sich in buchstäblich letzter Sekunde retteten.

Dominik Mappes ging nach dem Schock vom Sonntag deshalb auch gleich wieder in den Kampfmodus: „Wir können alle viel mehr, als wir gegen Essen gezeigt haben.“ Und Coach Matschke machte klar: „Wir müssen die Punkte nun eben woanders holen.“ Zum Beispiel gegen die HSG Wetzlar am 4. März, in heimischer Halle. Dann trifft der Eulen-Trainer auf seinen zukünftigen Klub. Die Ludwigshafener sind dann zwar nur krasser Außenseiter – aber siehe Sonntag: Manchmal kommt es ganz anders als man denkt.

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