Fußball - Waldhof-Leistungsträger Jan-Hendrik Marx kämpfte lange mit einer Knieverletzung – erst eine ungewöhnliche Therapie half Comeback mit heißen Nadeln

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Alexander Müller
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Drei Monate Zwangspause: Jan-Hendrik Marx musste wegen Knieproblemen lange aussetzen. Am Samstag in Rostock steht der Waldhof-Rechtsverteidiger wieder im Kader. © Imago

Mannheim. Es wird ein langer Weg bis zum möglichen Comeback. Am Donnerstag steigt Jan-Hendrik Marx zum ersten Mal seit Ende Oktober wieder in den Mannschaftsbus des Fußball-Drittligisten SV Waldhof. Das Ziel der Reise: Rostock, 750 Kilometer von Mannheim entfernt, wo am Samstag (14 Uhr) die Partie beim Tabellendritten FC Hansa ansteht.

Diring fällt wahrscheinlich für den Rest der Saison aus



Keine guten Nachrichten gab es am Mittwoch von Dorian Diring (28/Bild): Der französische Mittelfeld-Antreiber des SV Waldhof, der seit Dezember 2019 mit einem Knorpelschaden im Knie ausfällt, wird in dieser Saison wahrscheinlich kein Comeback mehr feiern. Das sagte SVW-Trainer Patrick Glöckner.

„Er macht Fortschritte, auch wenn sie in Summe nicht so groß waren, wie man es im besten Fall erhofft hatte. Aber im Großen und Ganzen geht es darum, nach so einer schweren Verletzung überhaupt noch einmal zurückzukommen“, meinte der Waldhof-Coach. Diring hatte seine Rückkehr ins Training eigentlich für Anfang des Jahres geplant, doch dann gab es Rückschläge im Heilungsprozess. (Bild: PIX)

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Wieder mit dabei ist Rechtsverteidiger Marx, den hartnäckige Kniebeschwerden seit dem Spätherbst vom Trainingsplatz ferngehalten hatten. „Er wird das erste Mal wieder im Kader stehen. Aber er war sehr lange raus und hat jetzt zwei Wochen schmerzfrei trainiert. Man muss schauen, wann sich die richtige Situation ergibt, ihn wieder reinzuwerfen“, sagte Waldhof-Trainer Patrick Glöckner am Mittwoch. Neben Marx wird auch Anton Donkor nach ausgestandenen muskulären Problemen die neunstündige Busfahrt an die Ostsee mitmachen können, bei Spielmacher Arianit Ferati (Kapselriss) traten nach dem Wiedereinstieg ins Training am Dienstag allerdings wieder Schmerzen am Sprunggelenk auf. Er wird genauso in Rostock fehlen wie Marcel Hofrath (Gelbsperre) und Joseph Boyamba (Außenbandriss).

Glöckner sucht „Killerinstinkt“

Mit seiner Dynamik und seinem Offensivdrang hatte sich Marx (25) in der vergangenen Drittliga-Saison in die Notizbücher etlicher höherklassiger Vereine gespielt. Letztlich entschied sich der Hesse aber dafür, noch mindestens eine weitere Saison in Mannheim zu bleiben. Nach einem guten Start unter dem neuen Coach Glöckner – der frühere Offenbacher spielte im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg (1:2) und in den ersten sieben Liga-Partien – streikte das Knie. Und was zunächst nach einem Belastungsschmerz aussah, der mit ein wenig Schonung wieder verschwinden sollte, entpuppte sich als ernsthafte Verletzung, die Marx drei Monate Fußball-Pause aufzwang.

„Hätte ich früher gewusst, dass es dieses Ausmaß hat, wäre ich auch früher rausgegangen. Dann wäre die Leidenszeit kürzer gewesen. Aber hinterher ist man immer schlauer“, sagte der Mann aus Bad Soden im Rückblick. Die Diagnose lautete nach wochenlangem „Rätselraten“ (Marx) letztlich Patellaspitzensyndrom – die Entzündung einer Sehne im Knie, die im schlimmsten Fall chronisch werden kann.

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Bis es endlich wieder besser wurde, probierte der Waldhof-Profi verschiedene Behandlungsmethoden aus. Erfolgreich waren letztlich regelmäßige Besuche bei einem Osteopathen und die Methode eines Münchner Sehnenspezialisten, der die Entzündung unter anderem mit heißen Nadeln verödete. „Ich bin erstmal nur froh, dass ich die Verletzung wieder wegbekommen habe“, sagte Marx am Mittwoch. Ob Einheiten auf härteren Plätzen oder weicheren Plätzen – das Knie zeigte zuletzt im Training keinerlei Reaktion mehr. „Das gibt mir Sicherheit“, erklärte der 25-Jährige.

Marx kann, obwohl von Hause aus Abwehrspieler, in den kommenden Wochen auch ein Faktor werden, um das ein wenig schwächelnde Mannheimer Offensivspiel wieder zu beleben. Wenn er wieder gemeinsam mit Marcel Costly die rechte Seite beackern sollte, besitzt der SVW gegen fast jeden Gegner klare Geschwindigkeitsvorteile. Coach Glöckner thematisierte die zuletzt aufgetauchten Sturm-Defizite, als in acht Ligaspielen nur noch sieben Treffer gelangen (unter anderem 0:2 gegen den FCK und 0:1 gegen Wiesbaden), auch in dieser Trainingswoche. „Wir haben es intern als Killerinstinkt bezeichnet, den wir wieder mehr ausprägen müssen. Wir müssen zielstrebiger zum Tor werden und konsequenter den Abschluss suchen“, berichtete der 44-Jährige, verwies aber auch auf das verletzungsbedingte Fehlen von Donkor, Ferati und Boyamba, die es im bisherigen Saisonverlauf auf 21 Scorerpunkte (Tore und Torvorlagen) gebracht haben: „Das ist natürlich auch eine Wucht in der Offensive, die weggebrochen ist.“

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Vielleicht kann Rückkehrer Marx ja schon in Rostock wieder für mehr Torgefahr über die Flügel sorgen. „Ich will mich so aufdrängen, dass ich wieder in die erste Elf rutsche“, formulierte der Hesse seine Ziele für die kommenden Wochen. Und was passiert nach dieser Saison, wenn sein Vertrag ausläuft? „Das lasse ich auf mich zukommen. Im Endeffekt ist es erst einmal nur wichtig, dass ich wieder auf dem Platz stehe. Damit steht und fällt alles andere.“

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Redaktion Fußball-Reporter: Nationalmannschaft, SV Waldhof, Eintracht Frankfurt, DFB