Fußball - Früherer Waldhöfer trifft am Samstag mit Türkgücü München auf seinen Ex-Club / Noch viel Kontakt nach Mannheim Bouzianes besonderes Spiel

Von 
Alexander Müller
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München. Die sportliche Situation vor dem Wiedersehen mit seinen alten Kumpels könnte angenehmer sein. Aber Mounir Bouziane bleibt positiv. Sieben Einsätze, keiner über 90 Minuten, ein Tor – die Bilanz des früheren Waldhof-Stürmers bei seinem neuen Verein Türkgücü München liest sich überschaubar. „Es war nicht ideal, erst im Oktober zu einer Mannschaft zu stoßen. Aber ich wurde gut aufgenommen. Die Spiele, die ich gemacht habe, waren recht gut“, sagt der 29-jährige Franzose, der sich mit seiner Reservistenrolle erst einmal abgefunden hat. „Wenn eine Mannschaft Erfolg hat, muss man einfach ruhig bleiben, weiter hart arbeiten und auf seine Chance warten.“ An Türkgücüs Top-Torjäger Petar Sliskovic (12 Saisontreffer) kommt Bouziane bisher nicht vorbei.

Nachdem Mounir Bouziane Ende November gegen Saarbrücken sein erstes Tor für Türkgücü erzielt hatte, wechselte ihn Trainer Alexander Schmidt noch in der ersten Halbzeit aus taktischen Gründen aus. Der Ex-Waldhöfer war wenig begeistert. © Imago
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Auch beim Duell mit seinem Ex-Club SV Waldhof am Samstag (14 Uhr) in der 3. Fußball-Liga droht dem Angreifer aus dem südlichen Elsass deshalb wieder ein Platz auf der Bank. Für die Mannheimer erzielte Bouziane zwischen 2018 und 2020 in 43 Partien zehn Tore. Im vergangenen Sommer bekam der Franzose keinen neuen Vertrag mehr beim SVW, obwohl er sich sogar nicht zu schade war, beim neuen Coach Patrick Glöckner im Probetraining vorzuspielen. Es folgten Vorwürfe gegen Waldhof-Manager Jochen Kientz. „Ich habe das Verhalten mir gegenüber als respektlos empfunden“, sagte Bouziane Ende Oktober dieser Redaktion.

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„Das wird ein Top-Spiel“

Mittlerweile würde der 29-Jährige anders reagieren. „Mit ein bisschen Abstand und weniger Emotionen hätte ich vielleicht nicht den Weg über die Presse wählen, sondern eher den persönlichen Kontakt mit Kientz suchen sollen. Aber es ist eben so passiert“, erklärte er am Donnerstag. Wenn der Mannheimer Sportchef ihm am Samstag über den Weg laufe, werde er ihn ganz normal begrüßen.

Es ist ein besonderes Spiel für Bouziane, der über die gängigen Messengerdienste noch in regem Kontakt mit früheren Mitspielern wie Marco Schuster, Mohamed Gouaida oder Dorian Diring steht. Eine Prognose zum Ausgang hält der Stürmer für schwierig – zumal sowohl Waldhof (im neuen Jahr ungeschlagen) als auch sein neuer Verein Türkgücü (sieben Partien ohne Niederlage) in einem echten Lauf stecken. „Es wird ein Top-Spiel“, sagte Bouziane. „Die Winterpause kam für Waldhof zu einem guten Zeitpunkt, damit sich alle ein bisschen erholen konnten. Durch Schusti haben sie wieder Stabilität im Mittelfeld, auch Max Christiansen ist wieder da. In den vergangenen Spielen haben sie Selbstvertrauen getankt.“

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Da beide Teams aber neuerdings die Abwehr für sich entdeckt haben, hält Bouziane eine Wiederholung des Hinspielergebnisses für unwahrscheinlich. „Wenn man jetzt schaut, wie stabil die beiden Mannschaften defensiv sind, würde es mich schon überraschen, wenn noch einmal ein 4:4 rauskommt. Aber man weiß ja nie“, erklärte der Türkgücü-Stürmer.

Durchmarsch in die 2. Liga?

Die Unruhe bei seinem neuen Arbeitgeber, als Investor Hasan Kivran zur Jahreswende erst seinen Ausstieg verkündete, um letztlich doch an Bord zu bleiben, hat der Aufsteiger sportlich gut weggesteckt. „Es war sicher keine einfache Situation. Im Endeffekt haben wir uns nach der Winterpause auf den Fußball konzentriert. Das Einzige, was wir beeinflussen können, findet auf dem Platz statt“, berichtete Bouziane, der in München einen Vertrag bis Saisonende besitzt.

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Trotz der Schlagzeilen steht der erste Migrantenverein im deutschen Fußball vor dem Waldhof-Match auf Rang fünf, die Aufstiegsplätze sind nur zwei Punkte entfernt. Kann es Türkgücü vielleicht sogar auf direktem Weg in die 2. Liga schaffen? Bouziane hält das zumindest nicht für unmöglich. „Man muss erst einmal abwarten, bis alle Teams alle Spiele gemacht haben. In dieser Liga musst du bis April regelmäßig punkten – und wenn du dann noch dabei bist, dann ist alles drin“, sagte er.

Redaktion Fußball-Reporter: Nationalmannschaft, SV Waldhof, Eintracht Frankfurt, DFB