Fußball - TSV Neckarau würde bei sofortigem Saisonende Aufstieg wieder knapp verpassen / FK Srbija Mannheim einer der Profiteure „Abbruch wäre ganz, ganz bitter“

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Andi Nowey und Andi Nowey
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Trainer Matthias Starke hatte mit dem TSV Neckarau in der A-Klasse auf die Relegation gehofft. Jetzt sieht es so aus, dass nur der Meister aufsteigt. © Berno Nix

Mannheim. In einer Pressekonferenz haben die baden-württembergischen Fußballverbände einen Saisonabbruch der Fußballligen empfohlen (wir berichteten). Sollte dieses Szenario auf dem Verbandstag durchgewunken werden, gäbe es pro Liga einen Aufsteiger, aber keine Absteiger. Doch dies ruft nicht nur Freudestrahlen hervor. Besonders bitter würde dieses Szenario den TSV Neckarau treffen, der mit seiner ersten Mannschaft in der A-Klasse dem Spitzenreiter KSC Schwetzingen auf den Fersen war und mit einem Aufstieg gerne der eigenen zweiten Mannschaft den Weg frei gemacht hätte, die wiederum in der B-Klasse auf Platz eins steht, nun aber nicht aufsteigen dürfte.

Auf einen Blick

  • Verbandsliga: Meister: FC Astoria Walldorf II, Aufsteiger: SV Langensteinbach, FV Lauda, 1.FC Mühlhausen, Staffelstärke: 20 Teams (beim Rückzug des TSV Wieblingen nur 19 Teams)
  • Landesliga: Meister: 1.FC Mühlhausen, Aufsteiger: SG Horrenberg, TSG Lützelsachsen, TSV Steinsfurt, Staffelstärke: 19 Teams
  • Kreisliga: Meister: TSG Lützelsachsen, Aufsteiger: KSC Schwetzingen, SpVgg Ilvesheim, Staffelstärke: 17 Teams
  • Kreisklasse A: Meister: KSC Schwetzingen, SpVgg Ilvesheim, Aufsteiger: Polizei SV Mannheim, FC Türkspor Mannheim II, SV Laudenbach, Staffelstärke: 16 bzw. 17 Teams.
  • Kreisklasse B: Meister: TSV Neckarau II (nicht aufstiegsberechtigt), FC Türkspor Mannheim II, SV Laudenbach, Staffelstärke: abhängig von der Zahl der Mannschaftsmeldungen
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„Dieses Szenario wäre für uns schon ganz, ganz bitter. Nach der vergangenen Saison, als wir auf der Zielgeraden abgefangen wurden, wäre das ein weiterer herber Rückschlag. Wir waren richtig gut drauf und wollten natürlich angreifen“, hadert TSV-Trainer Matthias Starke. Auch Thomas Jöhl, Trainer des FV Fortuna Heddesheim II, wäre alles andere als glücklich über die Wertung des Status quo. Mit einer meisterreifen Serie aus den letzten zwölf Spielen hat sich die Verbandsliga-Reserve in die Spitzengruppe geschossen und hatte den Relegationsplatz fest im Visier. Doch der vorliegende und zur Abstimmung kommende Beschluss sieht das Aussetzen von Aufstiegsspielen vor.

„Das träfe meine Mannschaft richtig hart. Ich denke, dass wir so stark sind und weiterhin gewesen wären, um den zweiten Platz zu erreichen“, sagt Jöhl. „Aufgrund dessen hätte ich gerne weitergespielt. Allerdings muss man tatsächlich auch die Situation bewerten, und sagen, dass die Gesundheit klar Priorität hat.“ In anderen Vereinen ist der Sekt allerdings schon kalt gestellt worden. Wir blicken auf die Auswirkungen, die der Beschluss mit sich bringen würde:

Landesliga Rhein-Neckar: Meister und Aufsteiger wäre der 1.FC Mühlhausen. Für den Tabellen-16. FK Srbija Mannheim würde der Saisonabbruch den Ligaverbleib sichern. „Wir hätten gerne auf dem Platz gezeigt, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Aber unter diesen Umständen freue ich mich sehr, dass die Mannschaft weiter in dieser attraktiven Liga spielt“, sagt Trainer Kristijan Sprecakovic. Ergänzt um die drei Kreisliga-Meister ginge die Landesliga in der nächsten Saison mit 19 Mannschaften an den Start.

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Kreisliga: Eine Woche vor dem Abbruch hatte die TSG Lützelsachsen vom SC Rot-Weiß Rheinau die Tabellenführung übernommen, hat aber noch nicht signalisiert, ob sie ihr Aufstiegsrecht wahrnimmt. „Dass die Saison abgebrochen wird, halte ich für die einzig richtige Entscheidung im Sinne der Gesundheit aller. Wenn nur Lützelsachsen aufsteigt, gratulieren wir natürlich, nachvollziehen können wir die Entscheidung des bfv jedoch nicht“, betont Rheinaus Trainer Ralf Eckl, dessen Elf nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses auf Rang zwei steht. „Ob wir Einspruch einlegen werden, ist unklar.“ Die Kreisliga würde in der nächsten Saison mit 17 Teams starten.

Kreisklasse A: Der KSC Schwetzingen würde in der Staffel 1 als Meister über die Ziellinie gehen und ebenso aufsteigen wie die SpVgg Ilvesheim aus der Staffel 2, die bereits acht Punkte Vorsprung hatte und an deren Meisterschaft kaum noch einer gezweifelt hatte. „Natürlich hätten wir gerne alle Spiele bestritten, um unser Saisonziel zu erreichen“, sagt Ilvesheims Coach Marco Annese. „Aber gefeiert wie auf normalem Wege wird mit Sicherheit nicht.“ Aufgrund von drei Aufsteigern für zwei Staffeln würden die A-Klassen in der neuen Saison 16 bzw. 17 Mannschaften beherbergen.

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Kreisklasse B: In der Staffel B1 würde der Zweitplatzierte Polizei SV Mannheim vom eingangs beschriebenen Schicksal des TSV Neckarau II profitieren und aufsteigen. Ebenfalls hoch gehen würde es für den FC Türkspor Mannheim II (B2) und den SV Laudenbach (B3).

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Freie Autorenschaft Schwerpunkte: Mannheimer Kreisfußball, Kreisklassen A und B, Kreispokal, Waldhof-Legenden