Handball - Siggi Oetzel beendet in der Corona-Pause sein Engagement beim Mannheimer BW-Oberligisten TSG Seckenheim auf Trainersuche

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Mannheim. Überraschende Entwicklung bei den Handballerinnen der TSG Seckenheim: Trainer Siggi Oetzel hat Abteilungsleiterin Laura Kettling darüber informiert, dass er sein Engagement beim Oberligisten nicht fortsetzen wird. „Ich habe lange mit mir gerungen. Es ist natürlich nicht schön, mit so einer Saison, die eigentlich gar nicht richtig startete und sicherlich auch nicht weitergeführt wird, seine Karriere zu beenden“, erklärt Oetzel. „Doch mit inzwischen 60 Jahren will ich mich nicht mehr so binden.“

Trainer Siggi Oetzel macht Schluss mit dem Trainer-Job. © Berno Nix
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Laura Kettling bedauert den Entschluss des Trainers, der die Seckenheimerinnen im vergangenen Jahr souverän in die Oberliga zurückgeführt hatte und das Team dort eigentlich etablieren wollte. „Wir hätten das Zeug dazu gehabt“, ist sich Oetzel sicher. Nun aber wird sein Nachfolger diese Aufgabe erfüllen müssen. Wer das sein wird? Noch steht es nicht fest.

Verbände ohne Hoffnung

Die Präsidenten der Baden-Württembergischen Handball-Verbände haben kaum mehr Hoffnung auf eine Fortsetzung der Saison.

In einer Mitteilung erklärten sie, dass nach dem aktuellen Lockdown binnen fünf Tagen der Trainingsbetrieb „unter Wettkampfbedingungen“ wieder aufgenommen werden müsste, um die Saison ab dem 13. März fortsetzen zu können.

„Die Wahrscheinlichkeit einer Öffnung der bestehenden Regeln in diesen fünf Tagen darf jeder für sich selbst abschätzen“, hieß es weiter .

Aber wenn er möchte, kann er auf Oetzel als Co-Trainer zurückgreifen. „Ich habe dem Verein gesagt, dass ich nicht aus der Welt bin. Ich werde aber nicht mehr dreimal die Woche im Training sein und dann am Wochenende noch bei den Spielen. Das wird in meinem Alter zu viel. Ich werde aber, wenn es gewünscht ist, weiter unterstützend in zweiter Reihe tätig sein.“ Ob das gewünscht ist, wird eine Entscheidung des neuen Trainers: „Ich dränge mich nicht auf“, betont Oetzel.

Nur Nadine Titze geht

Derweil hat Abteilungsleiterin Kettling schon die ersten Telefonate mit Trainerkandidaten geführt, „aber zu ernsthaften Verhandlungen ist es noch nicht gekommen“, berichtet sie. „Es ist während des Lockdowns auch nicht so einfach. Man weiß bei einigen Trainern gar nicht, ob sie schon irgendwo wieder unterschrieben haben. Bei anderen ist es offen, ob sie bei ihrem Verein bleiben. Da ist momentan vieles im Ungewissen“, sagt Kettling.

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Zu einem ganz wichtigen Faktor bei den Gesprächen mit potenziellen Trainern könnte die weit fortgeschrittene Kaderplanung bei den Oberliga-Handballerinnen werden: Das Team bleibt bis auf einen Abgang zusammen, Neuzugänge sind nicht ausgeschlossen. „Uns wird leider Nadine Titze verlassen“, berichtet Kettling. Diese Personalie kam jedoch nicht überraschend, da klar war, dass die Rückraumspielerin nach Abschluss ihres Medizinstudiums die TSG verlassen wird: Ab Oktober wird Titze erst einmal im europäischen Ausland arbeiten.

Entsprechend wird Oetzel seinem Nachfolger eine intakte Mannschaft mit großem Potenzial hinterlassen. Dass er sich noch einmal mit einem Pflichtspiel als Cheftrainer der TSG verabschieden kann, damit rechnet der engagierte Coach, der seit 2019 in Seckenheim tätig ist, nicht: „Es gibt derzeit noch ein kleines Zeitfenster von fünf Tagen, in denen nach dem aktuellen Lockdown der Trainingsbetrieb wieder starten müsste. Damit rechnet doch niemand mehr“, betont Oetzel.

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Aktuell hat er den Spielerinnen keinen detaillierten Trainingsplan an die Hand gegeben. Bei einem Video-Meeting waren sich alle einig, dass man sich individuell fit halten wird. „Davon gehe ich auch ganz stark aus. Die Mädels sind alle lang genug im Geschäft, wissen, was sie machen müssen – auch aus Eigeninteresse heraus“, ist der Coach überzeugt: „Sie wissen alle, dass allzu langes Couchsurfing nicht guttut“, schiebt er schmunzelnd nach. me