Handball - DHB-Team bereitet sich auf Olympia-Quali vor

Start mit einigen Sorgen

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Marc Stevermüer
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Timo Kastening schwächelte zuletzt mit Melsungen. © dpa

Berlin. Nach und nach trudelten am Sonntag die deutschen Handball-Nationalspieler im Berliner Mannschaftshotel ein. Einige von ihnen extrem ausgelaugt, wie etwa die Kieler Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Steffen Weinhold, weil sie zuletzt sieben Begegnungen in 13 Tagen bestritten. Andere wiederum brutal frustriert, wie zum Beispiel die Melsunger Fraktion mit Timo Kastening, Julius Kühn, Silvio Heinevetter und Kai Häfner, weil es für sie in ihrem Club nicht läuft. Was übrigens auch für Kapitän Uwe Gensheimer von den Rhein-Neckar Löwen gilt. In der Bundesliga holten die Nordbadener zuletzt nur sehr enttäuschende 3:5 Punkte. Gensheimer selbst zeigte noch dazu Leistungen, die deutlich unter seinem Weltklasse-Niveau blieben, so dass Trainer Martin Schwalb den Rechtshänder in den zurückliegenden zwei Begegnungen jeweils schon in der ersten Halbzeit auswechselte.

Keine Frage: Was die Physis und die Psyche einiger fest eingeplanter Leistungsträger angeht, hat Bundestrainer Alfred Gislason in den nächsten Tagen sehr viel zu tun, wenn er mit seiner Mannschaft von Freitag bis Sonntag in der Hauptstadt das Olympia-Qualifikationsturnier erfolgreich bestreiten will. Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) bekommt es mit Vize-Weltmeister Schweden, dem EM-Vierten Slowenien und Außenseiter Algerien zu tun. Die beiden besten Mannschaften sichern sich die Reise nach Tokio.

DHB-Sportvorstand Axel Kromer betitelt den fraglos anspruchsvollen Dreierpack in der Hauptstadt als „herausragend wichtiges Turnier“, bei dem es um ein wenig mehr gehe als bei einer EM oder WM. „Eine Olympia-Teilnahme ist ganz wichtig für uns“, sagte der 44-Jährige am Sonntag und meinte damit nicht nur staatliche Fördergelder, die bei einer Olympia-Teilnahme für den Handball größer ausfallen, sondern eben ganz einfach auch die Popularität der Sportart.

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Die litt zuletzt ein wenig durch den enttäuschenden zwölften Rang bei der Weltmeisterschaft, der allerdings auch unter besonderen Umständen zustande kam. Unzählige Stammkräfte fehlten beim Turnier in Ägypten, das die Schweden mit der Silbermedaille beendeten – übrigens auch extrem ersatzgeschwächt. Am Freitag sind die Skandinavier nun der Auftaktgegner der Deutschen. „Angst haben wir mit Sicherheit nicht. Wir haben den Anspruch, jedes Spiel zu gewinnen. Schweden reist sicherlich nicht als Außenseiter an. Aber wir trauen uns zu, diesen Gegner zu besiegen“, sagte Kromer, dessen Zuversicht nicht zuletzt auch auf der Rückkehr des etatmäßigen Innenblocks mit Pekeler und Wiencek ruht.

Rechtsaußen Kastening spricht gar von einem „guten Gefühl“, das die Anwesenheit des erfahrenen Duos auf dem Feld verleihe: „Sie haben immer ein gewisses Grundniveau und wissen in der entscheidenden Phase, worauf es ankommt. Das gibt uns Sicherheit.“ Und die können einige im deutschen Kader momentan extrem gut gebrauchen.

Redaktion Handball-Reporter, Rhein-Neckar Löwen und Nationalmannschaft