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Handball - Corona-Chaos bei EM in Ungarn

Karabatic: „Wir sind fassungslos“

Von 
Marc Stevermüer
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Bratislava/Szeged. Die Zahlen schwanken. Sie ändern sich stündlich. In beide Richtungen. Mal sind es 25 Spieler, dann 29, dann 23, die zu Beginn der Handball-Europameisterschaft in der Slowakei und Ungarn wegen einer Corona-Erkrankung fehlen werden. „In einigen Ländern ist es eine Katastrophe von einem großen Ausmaß“, sagt der schwedische Torwart Andreas Palicka, der bis Ende des vergangenen Jahres noch das Trikot des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen trug. Die Skandinavier spielen ihre Vorrunde im slowakischen Bratislava. Sie sind zufrieden mit den Gegebenheiten vor Ort. Wie übrigens auch die deutsche Delegation. Aus Ungarn schwappen hingegen beunruhigende Nachrichten herüber.

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„Wir sind fassungslos über die Bedingungen, unter denen die EM steht“, sagte der französische Superstar Nikola Karabatic im Vorrundenspielort Szeged. „Wir haben strenge Protokolle befolgt, um uns das Virus nicht einzufangen. Und dann kommen wir hier im Hotel an und bewegen uns unter Gästen, die keine Masken tragen. Wir essen auch an den gleichen Orten.“ Torhüter Vincent Gérard sprach sogar von einem „Schock“, den er erlitten habe; „Wir sehen Leute in Badeanzügen, die ohne Masken in den Hotelpool gehen.“

Touristen ohne Maske im Pool

Ebenfalls in Szeged sind die Serben untergebracht – und deren Trainer Toni Gerona berichtete auf „Twitter“ von einer „chaotische Organisation“ und „normalen Hotelgästen ohne medizinische Maske im gleichen Korridor mit den Teams“. Es habe außerdem nicht ausreichend Corona-Tests gegeben, entsprechend sei es zu Verzögerungen gekommen. Der 48-Jährige stellte die Frage? „Wie können wir spielen?“

Der ungarische Handballverband wies die Vorwürfe zurück. Im Herbst hätten die Delegationen aller teilnehmenden Länder die Vier-Sterne-Hotels in den Austragungsorten besucht und seitdem habe es keine Einwände mehr gegeben, teilte der Verband mit. „Die Organisatoren haben die Teams ausführlich informiert und alle Fragen gründlich beantwortet, so dass wir mit Unverständnis auf die Aussagen der Franzosen und Serben reagieren.“

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Nur sind die Vorfälle in Szeged kein Einzelfall. Islands Nationaltrainer Gudmundur Gudmundsson, von 2010 bis 2014 Trainer des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen, zeigte sich besorgt über die Zustände in Budapest: „In diesem Hotel gibt es keine Blase. Es gibt hier Leute, die ganz normale Touristen sind. Wir versuchen also, auf uns aufzupassen, aber das ist nicht einfach.“

Redaktion Handball-Reporter, Rhein-Neckar Löwen und Nationalmannschaft

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