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Fußball - Pläne zur Kooperation mit Qatar Airways

DFB droht abzuheben

Von 
dpa/red
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London/Frankfurt. Die deutschen Nationalspieler standen Arm in Arm auf dem Rasen, auf ihren schwarzen Shirts prangte in weißen Buchstaben die Botschaft Richtung Katar. „Human rights“ – Menschenrechte. Dreieinhalb Monate nach der nach eigenen Aussagen von der Mannschaft initiierten Aktion sorgen Berichte über Gespräche bezüglich einer möglichen Partnerschaft des Deutschen Fußball-Bundes mit der staatlichen Fluggesellschaft des international zuletzt wieder kritisierten WM-Gastgebers 2022 für Aufsehen. Passt der Kontakt nach Katar zur klaren Positionierung von Manuel Neuer, Leon Goretzka und Co.?

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2014 kehrte die Weltmeister-Elf mit dem „Siegerflieger“ aus Rio zurück. © dpa

Konkrete Verhandlungen mit Qatar Airways wurden nach dpa-Informationen bislang nicht aufgenommen, die Fluglinie hatte den Kontakt zum DFB gesucht. Dass Qatar Airways im Gespräch ist, hatte zuerst die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Wie auch die „Bild am Sonntag“ schrieb, hatte das DFB-Präsidium am Donnerstag den Beschluss zum vorzeitigen Vertragsende mit dem bisherigen Partner Lufthansa zum 31. Dezember gefasst. Offiziell bestätigten dies weder der Verband noch die größte deutsche Fluggesellschaft, die eigentlich bis ins Jahr 2022 an Bord bleiben sollte.

Undurchsichtige Kommunikation

Die Berichte über Qatar Airways sorgten in den vergangenen Tagen auch innerhalb des DFB für großen Wirbel. Zuständig ist der kleinere DFB-Präsidialausschuss, der das große Präsidium nach dpa-Informationen bislang nicht über die Gespräche informiert hatte. Der Fluglinien-Partner ist für den DFB von enormer Bedeutung – und bringt viel Geld.

Im vergangenen Jahr musste die wegen der Corona-Pandemie höchst angeschlagene Lufthansa mit einem Milliarden-Paket der Bundesregierung gerettet werden. Deshalb seien alle Sponsorenverträge „auf Eis gelegt worden“, wie es von der Fluglinie hieß. Bereits während der EM hatte der DFB auf eine litauische Airline gesetzt, obwohl die Lufthansa den Fußballern dem Vernehmen nach ein faires Angebot gemacht hatte. Nun sucht der DFB einen potenten Nachfolger, der für die Reisen sogar noch bezahlt.

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„Der DFB muss sich der Außenwirkung solcher Verhandlungen deutlich bewusst werden“, sagte Gyde Jensen (FDP), die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, der „BamS“. „Auf dem grünen Rasen für Menschenrechte zu demonstrieren und dann Sponsorenverträge mit der staatlichen Airline eines Landes anzustreben, in dem die Menschenrechtslage äußerst fragil ist, passt schwerlich zusammen.“

Qatar Airways ist im Sport und speziell im Fußball ein globaler Sponsor. Kritiker werfen dem Emirat sogenanntes „Sportswashing“ vor – die Aufbesserung des eigenen Images mithilfe des Engagements im Sport. Unter anderem ist das Staatsunternehmen des reichen Emirats offizieller Partner des Weltverbands FIFA und auch des FC Bayern München. 

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