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Bundesliga-Serie, Teil 5 - Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic will Hertha BSC eine neue Identität geben

Wieder mehr Berlin

Von 
Wolfgang Stephan
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Berlin. Vier Monate Jürgen Klinsmann, zwei Monate Alexander Nouri, sieben Monate Bruno Labbadia und seit Januar wieder Pál Dárdai – vier Trainer in gut zwei Jahren. Kontinuität beim Hauptstadtclub sieht anders aus und dementsprechend hat die Hertha in der vergangenen Saison lange um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Mit neuem Personal, auch neben dem Platz, will der Traditionsverein wieder in die Spur kommen. Das heißt auch, die sportliche Marktführerschaft in der Hauptstadt wieder übernehmen.

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Berlins Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic (l.) soll Eintracht-Ass Filip Kostic umwerben. © dpa

Hat Union der Hertha mittlerweile den Rang abgelaufen?

Die Tabelle lügt bekanntlich nicht. Hertha steht in der Abschlusstabelle mit 35 Punkten nur zwei Punkten vom Relegationsplatz entfernt und Union spielt mit 50 Punkten auf Platz sieben die Europa Conference League Qualifikation. Insofern ist die Frage sportlich klar zu beantworten. Da sich auch Union deutlich verstärkt hat, ist die Berliner Stadtmeisterschaft völlig offen.

Bei der Hertha wurde die gesamte Führung im Club ausgetauscht. Ist Fredi Bobic der neue starke Mann?

Eindeutig ja. Fredi Bobic ist die beste Verstärkung des Hauptstadtclubs seit vielen Jahren. Gemeinsam mit dem auch erst seit einem halben Jahr im Amt stehenden neuen Präsidenten Carsten Schmidt will Bobic als Geschäftsführer Sport dem Club eine neue Identität geben. Mehr Berlin im Team und mehr Identifikation mit Berlin, so formulierten die beiden neuen Chefs. „Unser Kerngeschäft ist sportlicher Erfolg“, sagt Schmidt. Pál Dárdai soll zudem der Garant für Kontinuität und vor allem für mehr Bescheidenheit sein.

Kevin-Prince Boateng ist die spektakulärste Neuverpflichtung. Der 34-Jährige wurde vom italienischen Zweitligisten AC Monza verpflichtet. Ist das mehr als ein Marketing-Gag?

Die Aufmerksamkeit der Berliner liegt damit erst einmal wieder bei der Hertha. Mehr Berlin. Unter diesem Gesichtspunkt macht die Rückkehr des in Wedding geborenen Prinzen durchaus Sinn. Ob der exzentrische Fußball-Oldie der Hertha aber auch auf dem Rasen weiterhelfen wird, ist völlig offen. Bisher ist er im Training besonders als Stimmungskanone aufgetreten. Weitaus vielversprechender sind die weiteren Neuzugänge: Suat Serdar kam für sieben Millionen Euro vom FC Schalke. Zurück in Berlin sind jetzt Davie Selke nach seiner Ausleihe zu Werder Bremen, der U-21-Europameister Arne Maier (ausgeliehen an Bielefeldt) und Dennis Jastrzembski (war ausgeliehen an Drittligist Waldhof Mannheim).

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Herthas Investor Lars Windhorst hat mehr als 300 Millionen Euro in den Verein investiert und immer wieder ambitionierte Ziele vorgegeben, mit denen die Hertha krachend gescheitert ist. Gibt sich Windhorst mit dem Mittelmaß zufrieden?

Mittlerweile sind es 345 Millionen Euro die die Tennor Group inzwischen in Hertha investiert hat. Das mögliche Mittelmaß der Hertha ist aber derzeit nicht das größte Problem von Lars Windhorst, der Probleme mit der Finanzaufsicht hat.

Den erst im vergangenen Sommer aus Köln verpflichteten Jhon Cordoba hat Bobic an FK Krasnodar verkauft, der Brasilianer Matheus Cunha (21) ist aktuell für Brasilien in Tokio. Spielt er ein gutes Turnier, dürfte er auch nicht wieder in Berlin landen. Wie kompensiert die Hertha die Abgänge?

Ziemlich sicher mit Neuverpflichtungen. Fredi Bobic ist auf Einkaufstour, möglicherweise kann er dabei seine Freunde in Frankfurt besuchen, denn nach Medienberichten soll Filip Kostic bei Bobic ganz oben auf der Liste stehen.

Kaderveränderungen

  • Zugänge: Kevin-Prince Boateng (AC Monza), Suat Serdar (FC Schalke), Davie Selke (Ende Ausleihe Werder Bremen), Arne Maier (Ende Ausleihe an Bielefeldt) und Dennis Jastrzembski (Ende Ausleihe an Waldhof).
  • Abgänge: Jhon Cordoba (FK Krasnodar, 20 Millionen Euro), Omar Alderete (FC Valencia, Leihe), Jessic Ngankam (SpVgg Greuther Fürth, Leihe), Eduard Löwen (VfL Bochum, Leihe), Sami Khedira (Karriereende), Matteo Guendouzi (FC Arsenal, Leihe endet), Nemanja Radonjic (Olympique Marseille, Leihe endet).
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