Fußball - Maurizio Vella hat nach Stationen auf Malta und im Nahen Osten noch lange nicht genug Weltenbummler aus Neckarau

Von 
Andi Nowey und Andi Nowey
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Mannheim. Ein Mannheimer Pizzaverkäufer, der in der Wüste Tore schießt – es klingt wie eine Geschichte aus „1001 Nacht“. Doch Maurizio Vella, der in Neckarau gemeinsam mit seinem Schwager das Restaurant „La Piccola Italia“ betreibt, hat sich den Traum vom Profifußball erfüllt und hat dafür einige Umwege in Kauf genommen. Zuletzt war er in Dubai in der professionellen 2. Liga für den Club Al-Hamriyah am Ball. „Man hat als Spieler dort sehr gut verdient, musste sich aber an gewisse Regeln halten“, berichtet der 29-Jährige von seinem Ausflug in die Vereinigten Arabischen Emirate.

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Anfang 2020 war er dort angetreten, nachdem der Club einen zentralen Mittelfeldspieler gesucht hatte und in dem weitgereisten Mannheimer scheinbar gefunden hatte. „Ich hatte einen Vertrag über sechs Monate plus drei Jahren Option nach Ablauf dieser Zeit“, schildert Vella. „Schon nach drei Monaten wollte der Club die Option ziehen und mich behalten – aber dann kam Corona.“ Vella stoppt, so als hätte das Virus ihn aus dem Traum Profifußball unsanft herausgerissen. Derzeit hält sich der Kurpfälzer nach Ablauf seines Vertrages wieder in der Quadratestadt fit und sondiert seine Angebote.

Maurizio Vella wartet in Mannheim auf interessante Angebote. © Vella

Lediglich hinsichtlich der Essgewohnheiten musste er sich in Dubai gewaltig umstellen. „Für jemanden wie mich, der es gewohnt ist, vier- bis fünfmal in der Woche Pasta zu essen, war die Ernährung dort schon nicht ganz so leicht“, lacht Vella. Neben dem Abenteuer Arabien stehen in seiner interessanten Vita bis heute auch zwei Europa League-Einsätze. Im Juni 2017 trat er mit dem frischgebackenen maltesischen Pokalsieger Floriana FC gegen Roter Stern Belgrad an. „Es können nicht viele von sich behaupten, mal im Marakana aufgelaufen zu sein“, sagt Vella zu seinem Auftritt in der legendären Schüssel Belgrads. „Die Lautstärke im Stadion und der Spielertunnel – das war alles schon sehr beeindruckend.“ Zwar wurde die Insel-Mannschaft mit einer klaren 0:3-Niederlage auf den Heimflug geschickt, das Erlebnis nimmt Vella jedoch keiner mehr. Das Rückspiel war aufgrund der Vorlage der Serben fast nur noch statistischer Natur, doch der gebürtige Mannheimer mit sizilianischen Wurzeln steuerte beim 3:3 sogar einen Treffer und eine Vorlage für den Floriana FC bei. Die Ära auf der Mittelmeerinsel war seine erfolgreichste Profizeit, die mit der zweimaligen Wahl zum Spieler des Jahres seines Vereins gekrönt wurde. „Der Fußball war leider nicht ganz so professionell und die Strukturen nicht so ausgeprägt. Dennoch war Malta eine schöne Erfahrung“, so Vella.

In der Jugend beim SVW

Sein fußballerisches Rüstzeug hatte er sich beim SV Waldhof Mannheim geholt, wo er in der U18 und U19 unter den Trainern Jochen Müller und Viktor Olscha gespielt hat und Teil der A-Jugend-Bundesliga-Mannschaft 2009/10 war. „Es war ein toller Jahrgang mit Spielern wie Danny Blum (heute VfL Bochum, Anm.d.Red.) und Nauwid Amiri“, schwärmt Vella.

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Aktuell ist er täglich in der Pizzeria in Neckarau hinter dem Tresen anzutreffen. Aber es juckt den 29-Jährigen gewaltig in den Füßen. „Nach zehn Jahren in Italien, Malta und Dubai würde ich gerne wieder näher zur Familie kommen wollen.“ Angebote aus Dubai, Malaysia und Irak, schließt er aus. Sehr heiß ist eine Spur nach Belgien zu einem abstiegsbedrohten Erstligisten.

Maurizio Vella

Maurizio Vella wurde am 10. Mai 1991 in Mannheim geboren und hat sizilianische Wurzeln.

Nach seiner Jugendzeit beim SV Waldhof spielte er bei der TuS Mechtersheim und wechselte dann zu ASDP Ribera in die viertklassige Serie D. Es folgten sechs weitere Stationen in Italien.

Auf Malta spielte er für Floriana FC und Birkirkara FC. In der maltesischen Premier League hat Vella 76 Spiele absolviert und 7 Tore und 20 Vorlagen beigesteuert. wy

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Freie Autorenschaft Schwerpunkte: Mannheimer Kreisfußball, Kreisklassen A und B, Kreispokal, Waldhof-Legenden