Fußball - Ärger wegen angedachter Planinsolvenz Vorgehen spaltet den Karlsruher SC

Von 
Peter Putzing
Lesedauer: 

Karlsruhe. Beim Karlsruher SC ist Dampf im Kessel! Es kracht mächtig in der Führungsetage des Fußball-Zweitligisten. Es gibt großen Ärger wegen der angedachten Planinsolvenz. Diese Art Insolvenz muss ins Auge gefasst werden, weil die Verbindlichkeiten des KSC, der in akuter Abstiegsgefahr ist, über 20 Millionen Euro betragen. Es wird mit harten Bandagen gekämpft. Ein Grund könnten die noch nicht bis ins Detail geklärten Haftungsfragen sein.

Der Karlsruher SC ist auf frisches Geld angewiesen. © dpa
AdUnit urban-intext1

Präsident Ingo Wellenreuther will eine Insolvenz vermeiden – und wenn, dann nur nach einer Mitgliederbefragung umsetzen. Befürworter einer Planinsolvenz drängen aufgrund der prekären finanziellen Situation und dem Entgegenkommen der DFL, dass es keine sportlichen Nachteile – sprich Punktabzüge – gäbe, auf schnelle Umsetzung, eine MGV sei dazu nicht elementar.

Geschäftsführer Michael Becker wollte schnell „Planinsolvenz-Nägel“ mit Köpfen machen. Der Präsident rügte laut „BNN den Geschäftsführer dafür öffentlich. Becker solle sich darum kümmern, „frisches Kapital zu beschaffen.“ Doch dann verkündete Wellenreuther einen Burgfrieden: „Geschäftsführung und Beirat haben den Schulterschluss geübt.“

Besorgte Fanszene

Die Ultras und Supporters – der offizielle Dachverband aller KSC-Fans – meldeten sich zu Wort. Sie fordern „alle handelnden Personen des KSC dazu auf, persönliche Eitelkeiten und vor allem interne Machtkämpfe zu unterlassen und sich einzig und allein auf das Wohl unseres Karlsruher SC zu konzentrieren.“ Dann sprechen die Fans „besonders dem für die nächsten Schritte verantwortlichen Geschäftsführer Michael Becker das Vertrauen aus“. Kein Wort zum Präsidenten.

AdUnit urban-intext2

Trotz Friede, Freude, Eierkuchen – zumindest nach außen – ist man keinen Schritt weiter. Weder in Sachen Planinsolvenz noch bei der Beschaffung von überlebenswichtigem, neuem Geld. Neue Investoren werden zur Schuldenreduzierung benötigt. Wellenreuther spricht nach Verhandlungen von „einem Silberstreif am Horizont“ – ohne konkret zu werden. Für Becker ist es entscheidend, „dass keine weiteren Schulden für den KSC entstehen“.

Kommt frisches Geld in den Wildpark, könnte das befrieden und den Gordischen Knoten durchschmettern. Ob Michael Kölmel, einer der großen Gläubiger des Zweitligisten, mit Millionen hilft? Oder öffnet Vizepräsident Günter Pilarsky zum x-ten Mal seine Schatulle ganz, ganz weit?