Blick über den Ärmelkanal - ManU gegen Liverpool abgesagt / Groß trifft und steht vor Klassenerhalt mit Brighton

Topspiel-Absage nach Pyro-Protesten

Von 
Marc Stevermüer
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Hunderte ManU-Fans machten ihrem Unmut vor und in Old Trafford Luft. © dpa

Mannheim. Die gescheiterten Superleague-Pläne wirken nach – und zwar gewaltig. Nach einem Platz-Sturm der Fans von Manchester United ist das Premier-League-Spiel des Clubs gegen den FC Liverpool verschoben worden. Die Fans des englischen Fußball-Rekordmeisters hatten den Rasen im Stadion Old Trafford gestürmt, um gegen die Inhaber des Clubs zu protestieren. Der einstige ManU-Spieler und jetzige TV-Experte Gary Neville verurteilte zwar den Platzsturm, äußerte bei „Sky Sports“ aber ebenso Verständnis: „Es ist eine Warnung an die Besitzer, dass nicht akzeptiert wird, was sie getan haben. Die Fans hatten genug. Die Schlagzeilen sollten nicht von den Unruhen handeln, sondern vom Anliegen der Fans.“

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Durch die Absage blieb ein vorzeitiger Titelgewinn von Manchester City aus. Mit einem Sieg im Old Trafford hätten Jürgen Klopps Liverpooler die Mannschaft von Pep Guardiola zum Meister machen können.

FC Chelsea

Trainer Thomas Tuchel schwärmte. „Er ist ein Vorbild für das ganze Team“, sagte der 47-Jährige und meinte damit Kai Havertz. Und das nicht nur, weil der deutsche Nationalspieler beide Treffer beim 2:0-Sieg über den FC Fulham erzielte, sondern weil der 21-Jährige zuletzt im Champions-League-Halbfinale zunächst 66 Minuten auf der Bank saß und nun die passende Antwort gab. „Diesmal habe ich Spieler aufgestellt, die in Madrid nicht zum Zug kamen, aber das hat Kai und die anderen nicht gestört, es hat ihnen nichts ausgemacht. Kai hat nicht gejammert, sondern seine Chance genutzt. Ich freue mich, weil er wieder spielentscheidend war“, sagte Tuchel.

Havertz traf bereits beim 4:1-Erfolg über Crystal Palace. Er spielte gegen Fulham zusammen mit seinem DFB-Kollegen Timo Werner im Angriff der „Blues“ und meinte: „Die Position ist sehr gut für mich, etwas zwischen einer falschen Neun und einer 10. Ich bin sehr glücklich, dem Team bei den Zielen zu helfen. Ich hoffe, ich kann am Mittwoch so weitermachen.“ Dann geht es wieder gegen Real Madrid.

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Mourinho labgweilt die Bundesliga

Momentan ist er ohne Trainer-Job. Doch das hindert José Mourinho natürlich nicht daran, ein wenig zu lästern und ein paar verbale Spitzen zu verteilen. Es würde ja auch vielmehr verwundern, wenn das der Portugiese nicht täte. „Wenn Sie in Deutschland und Frankreich zu Club A (FC Bayern München, Anmerkung der Redaktion) oder Club B (Paris Saint-Germain, Anmerkung der Redaktion) gehen, wissen Sie, dass Ihr Schicksal sofort vorbestimmt ist“, machte der Starcoach in einem Interview mit der „Times“ deutlich, dass ihn diese beiden Ligen eher langweilen als reizen. Für ihn ist die Premier League das Maß aller Dinge, weil diese „Wettbewerb auf höchstem Niveau“ garantiere. „Das hat mich angezogen. Es geht nur um den Druck. Ich will ihn. Ich würde immer Druck wählen.“ Dieser sei bisweilen zwar groß oder sogar unverhältnismäßig, aber „ich weigere mich, in ein Land zu gehen, in dem der Druck nicht besteht. Ich lehne das ab.“ Mourinho war zuletzt bei Tottenham Hotspur entlassen worden.

Brighton & Hove Albion

Pascal Groß stellte sich der Verantwortung. Und der Mannheimer traf. Beim 2:0-Sieg von Brighton & Hove Albion über Leeds United erzielte der 29-Jährige mit einem verwandelten Strafstoß die Führung. Vor ein paar Wochen hatte er gegen West Bromwich noch verschossen. „Ich vertraue meinen Qualitäten und wusste, was ich tue. Wenn man einmal gescheitert ist, muss man trotzdem zurückkommen“, sagte Groß, der sich mit seinem Club der größten Abstiegssorgen entledigt hat. Locker angehen wollen die Südengländer die letzten vier Begegnungen trotzdem nicht. Sie haben 37 Zähler gesammelt, bei 41 steht der Clubrekord. „Den wollen wir verbessern“, gibt Groß die Zielsetzung vor.

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Redaktion Handball-Reporter, Rhein-Neckar Löwen und Nationalmannschaft