Fußball - Bayern-Vorstandschef fühlt sich missverstanden Rummenigge will sich beim Impfen nicht „vordrängeln“

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alex/dpa (Bild: dpa)
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Mainz. Sein Auftritt war mit Spannung erwartet worden. Am Samstagabend stellte sich Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (Bild) im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF – und musste teils kritische Fragen zu Impfprivilegien für Fußballer und der Partnerschaft des Clubs mit Katar beantworten.

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Vorwürfe, der Fußball beanspruche in der Corona-Pandemie eine Sonderrolle, wies Rummenigge zurück. „Wir sind überhaupt nicht arrogant, wir verlangen überhaupt keine Sonderrolle“, sagte der 65-Jährige. „Der Fußball hat nach wie vor Demut.“ Aber auch der Profi-Fußball, der seinen Spielbetrieb derzeit ohne Zuschauer fortsetzen darf, sei von der Pandemie betroffen. „Wir sind alle in unserem Land angespannt“, sagte Rummenigge. „Es ist nicht so einfach, auch für den Fußball.“

Seine Aussagen zum Impfen seien in Teilen missverstanden worden. „Wir wollen uns in keinster Weise vordrängeln“, sagte Rummenigge zu der Debatte über eine mögliche Bevorzugung von Profisportlern beim Impfen, die nach seinen Aussagen entstanden war. Rummenigge hatte bei „Sport1“ angeregt, dass Fußball-Profis als Impfvorbilder in der Bevölkerung dienen könnten. Diese gelte selbstverständlich nur dann, „wenn es genügend Impfstoff gibt“, sagte Rummenigge nun.

Die Reisen der Clubs im Europapokal verteidigte Rummenigge. „Man darf dem deutschen Fußball da keinen Vorwurf machen. Das sind keine Entscheidungen der Clubs, das ist eine Entscheidung der UEFA“, sagte er mit Blick auf die Europäische Fußball-Union. „Die Alternative wäre, nicht mehr an der Champions League teilzunehmen.“

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Nach anhaltender Kritik an der Partnerschaft des FC Bayern mit Katar forderte Rummenigge indes „notwendige Geduld“ mit dem Land ein. Bei den Menschen- und Arbeitsrechten sei Katar „schon ein ganzes Stück nach vorn gekommen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Rekordmeisters. Den Forderungen, der FC Bayern müsse sich gegenüber dem WM-Ausrichter von 2022 stärker positionieren und deutlichere Zeichen setzen, entgegnete Rummenigge: „Wir beim FC Bayern sind der Meinung, dass man in einem Dialog viel mehr erreicht als in einer permanent kritischen Haltung.“ Die Münchner werden von der Fluglinie Qatar Airways unterstützt und nutzten Katar mehrfach für ihr Winter-Trainingslager. alex/dpa (Bild: dpa)