Fußball - Was sagte Union-Verteidiger Florian Hübner zum Ludwigshafener? / Der DFB ermittelt Rassismus-Eklat um Amiri

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dpa
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Berlin. Tränen der Wut und Rassismus-Vorwürfe, schnelle Entschuldigungen und fußball-typische Beschwichtigungsversuche: Der heftige Streit zwischen Leverkusens Nadiem Amiri und Berlins Florian Hübner beschäftigt nun die Ermittler des Deutschen Fußball-Bundes. Über allem schwebt auch Tage nach dem Zoff auf dem Rasen die Frage: Was passierte wirklich im Stadion an der Alten Försterei?

Nadiem Amiri stammt aus Ludwigshafen und spielt für Leverkusen. © dpa
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Wenn der DFB-Kontrollausschuss am Montag in Frankfurt seine Arbeit aufnimmt, sind noch viele Facetten des brisanten Vorfalls zu klären. Sind die schlimmen Worte „Scheiß Afghane“ in Richtung Amiri wirklich gefallen? Und welche verbalen Entgleisungen gab es noch während und nach dem nächsten Überraschungserfolg der Eisernen in der Bundesliga gegen Leverkusen durch das späte 1:0-Siegtor von Cedric Teuchert? Der Ludwigshafener Amiri, beim SV Waldhof und der TSG 1899 Hoffenheim fußballerisch groß geworden, hat die Entschuldigung von Hübner angenommen. „Er ist zu mir in die Kabine gekommen. Es sind aus den Emotionen heraus unschöne Worte gefallen, die ihm sehr leid tun“, wurde der 24-Jährige in einem Club-Statement von Bayer am Samstag zitiert. Aus Sicht des deutschen Nationalspielers ist die Angelegenheit damit „erledigt“.

Union Berlins Geschäftsführer Oliver Ruhnert sorgte aber nur wenige Stunden später in seinem Bemühen, den guten Ruf seines Clubs zu retten, für neue Verwirrung. Der Manager hat offenbar erkannt, dass Union inmitten der sportlichen Sensationsstimmung durch den Fall seine moralische Unschuld verlieren könnte. Natürlich verurteile man jede Form von Rassismus, machte der 49-Jährige klar. Das sei praktisch Union-DNA. Aber: „Für uns hat es diese rassistische Thematik, wie sie jetzt gerade dargestellt wird, nicht gegeben“, sagte Ruhnert. „Der Spieler hat gesagt, er hat sich so nicht geäußert“. Hübner werde vom Verein nicht sanktioniert.

Ruhnerts seltsame Strategie

Die Frage, wofür sich der Verteidiger bei Amiri entschuldigt hat, und wieso sich Bayer-Verantwortliche wie Rudi Völler oder Amiri nicht umfänglicher äußern, um zur Aufklärung beizutragen, ist offen. Auch Ruhnert verriet nicht, was Hübner tatsächlich gesagt habe, verblüffte dafür aber mit der kruden Argumentation, dem Verteidiger könne kein Rassismus vorgeworfen werden, da dieser mit einer „nicht weißen“ Frau liiert sei.

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Laut Ruhnert war die Partie geprägt von vielen verbalen „Scharmützeln“ auf beiden Seiten. Es habe „durchaus Entschuldigungen des einen oder anderen Spielers, der auf dem Feld war und nicht unbedingt unser Trikot angehabt hat“, gegeben. Daher habe man gleich zu einem Krisengipfel aller Beteiligten nach Abpfiff in der Kabine gedrängt. Mit Leverkusen sei man im Reinen.

Die Verteidigungsstrategie der Köpenicker zielt darauf ab, die Aussage „Scheiß Afghane“ in Zweifel zu ziehen. Nur durch die Worte von Amiris Bayer- und DFB-Kollege Jonathan Tah in TV-Interviews wurde der Vorfall in seiner möglichen Tragweite publik. Ruhnert betonte nun, auch Tah kenne die Worte nur vom „Hörensagen“. Das hat der Bayer-Verteidiger auch selbst schon eingeräumt. „Ich habe es selber nicht gehört“, sagte er der „Sportschau“.

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Ein Bericht aus der Sendung belastet die Eisernen aber unabhängig davon weiter. „Chillt mal, wir sind in Deutschland hier“, soll als weitere Aussage gefallen sein, als sich Leverkusens Leon Bailey nach einem Foul nicht aufhelfen lassen wollte. Wer dies sagte, ist durch TV-Aufnahmen nicht zu klären. Doch die Konnotation ist gleichfalls rassistischer Natur und dürfte den Kontrollausschuss auch beschäftigen. Von Bayer gibt es bislang außer den Tah-Vorwürfen nur das wenige Zeilen lange Statement von Amiri und eine knappe Aussage von Trainer Peter Bosz nach dem Spiel. „So etwas darf auf dem Platz nie, nie passieren.“ dpa

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Veröffentlicht
Von
Alexander Müller
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