Fußball - Darmstadt 98 gerät nach kurioser 1:2-Niederlage gegen Nürnberg immer tiefer in den Abstiegsschlamassel Pleiten, Pech und Pannen

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dpa
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Darmstadt. Einmal mehr in dieser Saison stapften die Spieler des SV Darmstadt 98 fassungslos vom Platz. Die bittere 1:2 (0:0)-Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg durch ein Eigentor in letzter Minute traf die Hessen empfindlich. Statt des erhofften Befreiungsschlages gab es den nächsten Rückschlag im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga. „Wir wollen kein Mitleid, wir sind selber dafür verantwortlich“, sagte Darmstadts Trainer Markus Anfang zur prekären Situation.

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Mit 22 Punkten rutschten die Lilien in der Tabelle auf Rang 13 ab. Das Polster auf den Relegationsplatz beträgt vier Zähler, bis zum ersten direkten Abstiegsplatz sind es fünf Punkte. „Jeder Spieler muss mit sich selbst ins Gericht gehen, ob das der Anspruch von jedem einzelnen ist“, forderte Anfang.

Kapitän Holland schimpft

Die Nürnberger jubeln, die Lilien sind entsetzt. © dpa

Am vergangenen Sonntag kassierten die Südhessen bei Jahn Regensburg in der siebten Minute der Nachspielzeit noch den 1:1-Ausgleich, am Dienstag schieden sie im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Holstein Kiel erst im Elfmeterschießen aus und nun verloren sie gegen Nürnberg in der Nachspielzeit. Nach einem langen Abschlag von Club-Torwart Christian Mathenia köpfte Nicolai Rapp (90.+2) den Ball völlig unbedrängt ins eigene Gehäuse. „Das kann eigentlich nicht passieren, aber bei uns kann es passieren“, kommentierte Anfang die Situation.

„Was in dieser Saison los ist, ist schwierig zu erklären“, schimpfte Fabian Holland. „Heute haben wir noch einmal einen draufgesetzt.“ Kurz vor dem Missgeschick hatte der Darmstädter Kapitän die Gäste-Führung durch Fabian Schleusener (76.) mit einem umstrittenen Elfmeter (90.) ausgeglichen. Nürnbergs Oliver Sorg sah für sein vermeintliches Handspiel sogar die Rote Karte.

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Anfang wollte für die Niederlage aber weder den Eigentorschützen Rapp noch Torwart Marcel Schuhen verantwortlich machen, auch wenn die Kommunikation zwischen beiden in der entscheidenden Szene nicht stimmte. Vielmehr war der Lilien-Trainer mit der Offensivleistung seines Teams nicht einverstanden: „Wenn vorne keine Tore gemacht werden, ist es genau derselbe Fehler wie hinten, wenn wir Tore bekommen.“ dpa