Fußball - Der offensivschwache FSV gibt Topstürmer Mateta ab Mainzer Tristesse

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dpa
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Mainz. Mit Bo Svensson möchte man in diesen Tagen nicht tauschen. Schon nach zwei Wochen seiner als Langzeitengagement angelegten Trainer-Tätigkeit bekommt der dänische Ex-Profi beim FSV Mainz 05 mit voller Wucht die Härte des Bundesliga-Geschäfts zu spüren. Das trostlose 0:2 gegen den VfL Wolfsburg ohne eigene Torchancen sorgte für die nächsten Mainzer Negativrekorde in der höchsten deutschen Spielklasse, doch den eigentlichen Schock hatte es schon vor dem Anpfiff gesetzt: Stürmer Jean-Philippe Mateta, bisher für sieben von 15 Mainzer Toren verantwortlich, wird in der Rückrunde nicht mehr für die 05er auflaufen.

Jean-Philippe Mateta zieht es in die Premier League. © dpa
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„Es wäre komisch, wenn wir uns nicht alle Sorgen machen würden“, sagte der 41 Jahre alte Svensson, dessen Rettungsmission in Mainz kaum weniger heikel ist als die von Kollege Christian Gross auf Schalke. Denn während der Traditionsclub aus Gelsenkirchen personell munter nachrüstet, müssen die 05er in der sportlich extrem prekären Situation auch noch den Abgang von Mateta verkraften.

„Es ist eine Überlegung von Vereinsseite, von meiner Seite, von Jean-Philippes Seite. Wir sind zu der Entscheidung gekommen, dass es für alle Seiten die beste Lösung ist“, sagte Svensson. Wenn die beste Entscheidung eines offensiv schwachen Vereins darin liegt, den größten Trumpf in der Offensive abzugeben, ist der Trainer nicht zu beneiden. Der 23 Jahre alte Franzose Mateta wechselt zum Premier-League-Club Crystal Palace, er soll zunächst für eineinhalb Jahre an die Engländer ausgeliehen werden.

Geld für Transfers

Sportdirektor Martin Schmidt erklärte dazu, dass man jetzt auch etwas habe, „was wir investieren können“. Das ist angesichts der Situation nach der verkorksten Hinrunde mit den Trainer Achim Beierlorzer, Jan-Moritz Lichte und nun Svensson auch bitternötig. Neben Mateta gibt es in Robin Quaison nur einen weiteren Mainzer mit mehr als einem Saisontor: Er traf zweimal. dpa