Fußball - Schmähungen gegen Hopp auch bei Union Berlin Kratzer in der heilen Fan-Welt

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dpa
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Schiedsrichter Dankert (l.) mit einigen Wolfsburgern nach Spielende. © dpa

Berlin. Mit Schmähungen gegen Dietmar Hopp und einem provozierten Fast-Abbruch haben Anhänger des 1. FC Union den Machtkampf gegen den DFB verschärft und auch die heile Fan-Welt bei den Berlinern angekratzt. Den Applaus für den Punktgewinn beim 2:2 gegen den VfL Wolfsburg holten sich Profis vor der Heim-Tribüne zwar noch ab – kritisierten die diffamierenden Proteste aber deutlich.

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„Das hat im Fußball nichts zu suchen, das gehört einfach nichts ins Stadion, das gehört nirgendwohin“, sagte Abwehrspieler Marvin Friedrich und schilderte die flehentlichen Versuche, die Fans während der Partie am Sonntag zum Einlenken zu bewegen. „Man sucht die Verantwortlichen, die Capos, die das Mikrofon haben, dass man die erreicht, dass so eine Scheiße im Stadion nichts zu suchen hat und dass die Plakate sofort runtergenommen werden sollen.“

In der ersten Halbzeit schlossen sich zahlreiche Anhänger der Berliner dem wütenden Protest gegen den Deutschen Fußball-Bund an und nahmen dafür Hoffenheim-Mäzen Hopp via Plakat ins Fadenkreuz. Die Partie war wie schon das Duell des FC Bayern bei der TSG 1899 Hoffenheim gleich zweimal unterbrochen, die Teams standen kurz vor der Halbzeit minutenlang im Kabinengang. „Ich habe null Akzeptanz für so etwas“, sagte VfL-Profi Maximilian Arnold. „Ich würde das Spiel beim ersten Vergehen sofort abbrechen, damit die Leute das lernen.“

Kapitän Christopher Trimmel sprach länger mit einem Vorsänger und begrüßte es anschließend, „dass wir da gemeinsam reingehen und das Spiel unterbrechen. Man muss irgendwie dagegen lenken.“ Der Verein, der einen sehr intensiven Dialog mit seinen organisierten Fans pflegt, wird dies nach Ansicht des Österreichers auch weiter tun. „Man sieht ja, dass wir nicht die einzigen sind, die das Problem haben. Deshalb muss da insgesamt etwas passieren, so dass man wieder ein schönes Fußballspiel sieht.“

Der Sport steht im Hintergrund

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Das Sportliche rückte erst in der zweiten Halbzeit wieder in den Fokus: Zwar verpasste Union trotz einer 2:0-Führung den dritten Sieg aus den vergangenen vier Ligaspielen, hat aber beruhigende neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und konnte die zuletzt starken Wolfsburger bei der Verfolgungsjagd auf die Europapokalplätze ein wenig bremsen. Jeweils per Kopf trafen Sebastian Andersson (41. Minute) und Marvin Friedrich (57.) für die Köpenicker. Ebenfalls per Kopf sorgten Yannick Gerhardt (60.) und Wout Weghorst (81.) noch für das 2:2. „Ich muss ehrlich sagen, dass wir sehr gut zurückgekommen sind und am Ende verdient den Punkt holen“, sagte Weghorst. dpa

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