AdUnit Billboard
Fußball

Kontraste im Kasten

Merle Frohms gilt als introvertiert und hochtalentiert

Von 
Frank Hellmann
Lesedauer: 

London. Auch über den Großraum London hat sich die Sommerhitze wie eine riesige Dunstglocke gelegt. Vor dem EM-Viertelfinale zwischen den Fußballerinnen aus Deutschland und Österreich in Brentford (Donnerstag 21 Uhr/live in der ARD) sind zwar die gewässerten Trainingsplätze sattgrün, auf dem sich auch die deutsche Torhüterin Merle Frohms und ihr österreichisches Gegenüber Manuela Zinsberger (kleines Bild) vorbereiten. Aber die meisten Grünflächen drumherum sind längst verdorrt.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1
Merle Frohms gilt als sicherer Rückhalt im deutschen Tor.

Einen Vorteil hat Zinsberger jedoch in diesen heißen Tagen gegenüber Frohms und den DFB-Frauen: Im Quartier des österreichischen Teams stehen im Gegensatz zu dem von der deutschen Auswahl genutzten Gelände viele Schatten spendende Bäume – und gleich am Platzrand zwei Eisbäder.

Eigene Erwartungen übertroffen

Österreichs Nummer eins ist nach der Vormittagseinheit am Dienstag als Erste hineingestiegen. Mit einem breiten Grinsen. Sodann nahm sie seelenruhig ihr Handy in die Hand und tippte fast eine halbe Stunde darauf herum. Auch so kann Spielvorbereitung aussehen. Die 26-Jährige hat einen besonderen Bezug zum anstehenden Nachbarschaftsduell, schließlich hat sie vor ihrem Wechsel 2019 zum Arsenal WFC fünf Jahre für den FC Bayern gespielt: „Deutschland hat eine unglaubliche Performance abgeliefert in den Gruppenspielen. Das hat mich gefreut.“

Deutschlands Nummer eins Frohms hatte am freien Tag auf der DFB-Homepage ein Interview gegeben, in dem sie ebenfalls ihrer Freude über ein aus ihrer Sicht bislang fast perfektes Turnier ohne Gegentor Ausdruck verlieh. „Das hatte ich mir vorher nicht so schön ausgemalt, aber das ist ein gutes Gefühl“, sagt die 27-Jährige. So ähnlich die Grundhaltung zweier der bislang besten EM-Torhüterinnen sind, so grundverschieden gelten sie als Typen. Die Kontraste im Kasten könnten größer kaum sein.

Hier die eher stämmige, aber sehr präsente Zinsberger, die schon 82 Einsätze im ÖFB-Dress vorweisen kann und seit langem Führungsfigur ist. Dort die feingliedrige, extrem sprungstarke Frohms, die erst 30 Länderspiele gemacht hat und endlich Stammkraft ist.

Ein Spiel der Torhüterinnen?

Genau wie die aus Celle stammende Frohms vermittelt auch die aus Niederösterreich kommende Zinsberger ihren Vorderleuten viel Sicherheit. Jede auf ihre Art. Frohms ist zwar lauter geworden, tritt aber abseits des Platzes bis heute zurückhaltend auf. Ihr gesamtes Auftreten ist weniger robust als einst das ihrer Vorgängerinnen Silke Rottenberg oder Nadine Angerer.

Ihnen kommt Zinsberger näher, die nach einem Match voll unter Adrenalin steht. Die extrovertierte Ader gehört zu ihr. Kann es am Donnerstag ein Spiel der Torhüterinnen geben? Spontane Antwort: „Auf jeden Fall werde ich da sein!“ (Bild: dpa)

Mehr zum Thema

DFB-Frauen

Filigrane Nationaltorhüterin Frohms klar die Nummer 1

Veröffentlicht
Von
Ulrike John
Mehr erfahren
Fußball

Das DFB-Team ist endgültig Mitfavorit bei EM

Veröffentlicht
Von
Frank Hellmann
Mehr erfahren
Europameisterschaft

DFB-Frauen schalten auf Österreich um: «Kein Spaziergang»

Veröffentlicht
Von
Ulrike John
Mehr erfahren
AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1