Fußball-Gruppenliga - Bisher verzeichnet die Sigmund-Elf sechs Abgänge und vier Zugänge / Wirbel um wortbrüchigen A-Jugendspieler

Eintracht Bürstadt vor Umbruch

Von 
Claudio Palmieri
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Paul Herbel, hier links gegen den TSV Höchst, wird die Eintracht Richtung Fehlheim verlassen. © Berno Nix

Bürstadt. Im Gruppenliga-Kader der DJK Eintracht Bürstadt bahnt sich zur kommenden Saison ein Umbruch an. Wie Bürstadts Abteilungsleiter Fußball, Marcus Haßlöcher, dieser Redaktion erklärt, haben sechs Spieler ihre Wechselabsichten mitgeteilt. Mit Innenverteidiger Matthias Wegerle will außerdem ein Stammspieler aufhören. „Mit ihm bin ich aber noch in Gesprächen“, hofft Haßlöcher, den Abwehrmann zum Bleiben zu überreden. Im Gegenzug sind vier Neuzugänge und ein Rückkehrer fix. Mit drei weiteren möglichen Verstärkungen tauscht sich Haßlöcher zurzeit noch aus.

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Gleich drei Akteure zieht es zum Liga-Konkurrenten VfR Fehlheim: Paul Herbel, Niclas Herzberger und Riccardo Presti. „Sie wollen sportlich weiterkommen“, sagt Haßlöcher. Die Offensivkräfte Herbel und Presti gelten als enge Freunde. Herbel war es auch, der seinen Juniorenkumpel 2019 von der TSG Pfeddersheim nach Bürstadt vermittelte.

Herzbergers Wechsel nach Fehlheim überrascht die DJK-Verantwortlichen etwas mehr. Der Abwehrspieler erlitt im Sommer einen Kreuzbandriss – und hat seit über einem Jahr kein Pflichtspiel mehr bestritten. „Wir hätten uns bei allen gewünscht, dass sie noch eine Saison bei uns dranhängen. Sie haben aber definitiv das Potenzial. Wir gehen im Guten auseinander und wünschen ihnen alles Gute“, stellt Haßlöcher klar.

Auch Hödl und Schäfer weg

Zu B-Ligist FV Hofheim zieht es Maximilian Hödl. Der Mittelfeldmann, der aus Hofheim stammt, will laut Haßlöcher kürzertreten. Eine weitere Lücke im Mittelfeld hinterlässt Luca Schäfer, der ein duales Studium in Mannheim beginnen wird und sich deshalb „im Mannheimer Raum“ (Haßlöcher) einen neuen Verein suchen will. Ersatztorwart Eric Kamprath schließt sich dem Kreisoberligisten TV Lampertheim an. „Er will spielen“, zeigt Bürstadts Sportchef Verständnis für die Nummer zwei hinter dem im Sommer verpflichteten Jannik Hüter.

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Die bisherigen Neuzugänge stehen für eine klare Philosophie. „Wir werden mit einer noch jüngeren Mannschaft als zuletzt in die neue Runde gehen, aber wir sind zuversichtlich“, hält Haßlöcher fest: „Das wird unser Weg für die Zukunft sein.“ Mit Alessio Antonucci (20 Jahre, TV Lampertheim) und Florian Weiß (U 19 Wormatia Worms) zog der Siebtligist zwei Talente an Land, die in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen können. Rodwin Reginald stößt von den A-Junioren des JFV Bürstadt zur Elf von Spielertrainer Benjamin Sigmund. Der 23-jährige Simon Hanusch, der von B-Ligist SG Olympia/VfB Lampertheim kommt, soll offensiv Akzente setzen. Mit Stürmer Andre Bandieramonte (22) reaktivierte die Eintracht zudem einen früheren Leistungsträger.

Viel Wirbel gab es am Mittwochabend um einen Spieler, den Haßlöcher eigentlich schon als sechsten Neuzugang vermeldet hatte. David Dukart, der ebenfalls aus dem JFV hervorgeht, wird nicht zur Eintracht, sondern zum VfR Bürstadt in die Kreisoberliga wechseln. „David hat bei uns unterschrieben und wird kommende Saison bei uns spielen. Das ist Fakt. Die Unterschrift ist erfolgt“, betont VfR-Vorsitzender Klaus Gassert, der dafür extra bei dieser Redaktion anrief.

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Bei Haßlöcher, den diese Redaktion mit Gasserts Aussagen konfrontiert, sorgt das Verhalten des Spielers für Irritationen. „David war einer der Ersten, die mir per Telefon zugesagt hatten. Aus der Mannschaft habe ich den Hinweis bekommen, dass er am Montag aus der Whatsapp-Gruppe ausgetreten ist. Auf meine Nachfrage habe ich bis jetzt keine Antwort von ihm bekommen“, meint der Abteilungsleiter. Aus seiner Enttäuschung über den Nachwuchsmann, dessen Stammverein die Eintracht ist, macht der 46-Jährige keinen Hehl. Bis zum Ende der Wechselfrist am 30. Juni rechnet Haßlöcher generell noch mit viel Bewegung - auch, weil die Pandemie zurzeit großen Einfluss auf die Abläufe nimmt. „Wir haben mit über 30 Spielern gesprochen – telefonisch, denn du kannst die Leute ja schlecht treffen“, berichtet er.

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Freier Autor Geboren 1987 in Viernheim. Aufgewachsen in Bürstadt. Lebt in Mainz. Seit 2009 freier Mitarbeiter in den Redaktionen Sport, Lokales (Bürstadt/Biblis/Lampertheim), Online, Kultur. Spezialgebiete im Sport: Eintracht Frankfurt, SV Waldhof, Fußball, American Football, Tischtennis, Judo, Basketball (Albert-Schweitzer-Turnier). Online: Social Media und der DEL-Liveticker. Weitere Autorentätigkeiten unter anderem für das ZDF und 11 FREUNDE.