Fußball - Schwierige Mainzer Woche endet mit dem wichtigen 3:2-Coup gegen Leipzig Ein Licht der Hoffnung

Von 
Patrick Reichardt
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Mainz. Nach dem ersten großen Sieg unter Bo Svensson war Sportdirektor Martin Schmidt zum Scherzen aufgelegt. „Wir sind in der Rückrunde noch ungeschlagen, das ist sicher ein guter Start“, sagte der frühere Mainzer Trainer nach dem furiosen 3:2-Erfolg über Titelanwärter RB Leipzig – es war das erste Rückrundenspiel. Dass die sportlich schwere Woche mit dem Abgang von Toptorjäger Jean-Philippe Mateta und dem biederen 0:2 gegen Wolfsburg unter der Woche so endet, hätten die Verantwortlichen bei den Rheinhessen wohl selbst nicht erwartet.

Danny da Costa überzeugte bei seiner Premiere im FSV-Trikot. © dpa
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„Der erste Heimsieg im neunten Anlauf. Ich glaube, es war langsam Zeit, dass man hier mal gewinnt und in der Liga ankommt“, sagte Schmidt, der den leidenschaftlichen Auftritt der 05er auf den Rängen gespannt verfolgte. Mit großem Kampf und den Toren von Abwehrchef Moussa Niakhaté (24./35. Minute) sowie Leandro Barreiro (50.) gelang dem Svensson-Team die Überraschung, die auch Leipzigs Coach Julian Nagelsmann als „nicht unverdient“ einstufte.

Ein Schlüssel zum Erfolg waren am Samstag schon die beiden Eintracht-Frankfurt-Leihgaben Dominik Kohr und Danny da Costa. Kohr hielt mit seiner enormen Härte und Zweikampfstärke in den Mittelfeldduellen mit Marcel Sabitzer, Dani Olmo und Co. dagegen. Da Costa legte auf rechts einen furiosen Sprint hin und bereitete damit das Siegtor von Barreiro vor. „Ich bin froh, hier zu sein und die Mannschaft macht einen richtig geilen Eindruck. In der Situation kann man gar nicht besser starten“, sagte da Costa begeistert.

Dass ausgerechnet Niakhaté, der in der bisherigen Saison eher mit Fehlern und einem Platzverweis auffiel, seine ersten beiden Tore in dieser Spielzeit gelangen, freute Coach Svensson. „Moussa war beteiligt an einigen Gegentoren, aber ich sehe das Potenzial, das Moussa hat. Ich sehe auch, welche Persönlichkeit er mitbringt“, sagte der 41 Jahre alte Däne. „Er wird in Zukunft ein sehr entscheidender Spieler sein. Ich stehe 100 Prozent hinter ihm, weil ich weiß, dass die Mannschaft und ich ihn brauchen.“ Nach über 200 Tagen, die die Mainzer auf einen Bundesliga-Erfolg im eigenen Stadion warten mussten, waren am Abend sogar noch ein paar vereinzelte Fans vor der Arena zu finden, die sich über den Befreiungsschlag im Abstiegskampf freuten. Die Situation ist mit zehn Punkten und einem deutlichen Rückstand auf den Relegationsplatz zwar weiter prekär, ein Licht der Hoffnung ist mit dem Erfolg über den Champions-League-Halbfinalisten der Vorsaison aber definitiv gesetzt.

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„Es war uns klar, dass es schwer wird gegen eine der besten europäischen Mannschaften. Wir wollten unser Herz auf dem Platz lassen“, sagte Niakhaté, der das 3:2 als „großartige Leistung und Mentalität“ einstufte. Der Verteidiger war bei zwei Standards richtig gestanden und hatte jeweils eiskalt verwandelt.

Starke Eintracht-Leihgaben

Das prinzipielle Problem, dass Mainz zu wenige Tore aus dem Spiel schießt, ist damit längst nicht behoben. Es erscheint durchaus realistisch, dass Sportdirektor Schmidt und Sportvorstand Christian Heidel bis zum Ende der Transferperiode noch einmal nachlegen. Das Programm bleibt weiter hart: In Stuttgart, gegen Union Berlin, in Leverkusen und in Gladbach wird die Svensson-Elf auch in den nächsten Partien als Außenseiter starten. dpa