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Fußball - Borussia Dortmund verkürzt den Rückstand zum FC Bayern – offenbart in Frankfurt allerdings auch altbekannte Schwächen

Ein bisschen Hoffnung auf Spannung

Von 
Frank Hellmann
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Frankfurt. Marco Rose sah ein bisschen so aus wie einer, der gerade eine wilde Schneeballschlacht mit seinen Jungs im tief verschneiten Frankfurter Stadtwald gewonnen hat. Zu seinem verschmitzten Grinsen passte die olivgrüne Pudelmütze, die der Trainer von Borussia Dortmund selbst bei der digitalen Pressekonferenz aus dem Presseraum der Arena nach einer spektakulären Aufholjagd bei Eintracht Frankfurt (3:2) noch trug. Dabei hatte der Hausmeister gar nicht die Heizung abgeschaltet. Der gesamte Bereich unter der Haupttribüne war wohltemperiert, weil 250 Logengäste den ersten Dortmunder Auswärtserfolg in der Mainmetropole seit dem 1. September 2013 erleben durften. Rose hätte sich allerdings eine deutlich stattlichere Kulisse gewünscht, denn: „Ohne Fans fehlt in diesem Sport eigentlich alles!“

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Tatsächlich wäre das Topspiel am Samstagabend wie gemacht gewesen, in der Pandemie entfremdetes Publikum mal wieder zu erfreuen. Eintracht-Coach Oliver Glasner sprach gleich mehrfach von einem „absoluten Spitzenspiel“ – und übertrieb keineswegs: Die in der ersten Halbzeit bärenstarke Eintracht hätte sogar höher führen können als 2:0 durch Rafael Borré (15. und 24.), doch am Ende jubelte der zur zweiten Hälfte erwachte BVB nach Toren des eingewechselten Thorgan Hazard (71.), Jude Bellingam (86.) und Mahmoud Dahoud (89.). Plötzlich ist der Rückstand auf den FC Bayern auf sechs Punkte verkürzt. Darüber wollte Rose gar nicht viel sagen, außer: „Wir würden die Bundesliga gerne spannend machen, wissen aber auch, was die Bayern zu leisten imstande sind.“

Emotionaler Sieg: Die Dortmunder feiern das 3:2 in Frankfurt.

Es kann Dortmund indes nur helfen, zumindest für einen Spieltag die Abhängigkeit von Tormaschine Erling Haaland widerlegt zu haben. Der für seine Verhältnisse blasse Norweger hatte sich mit einer Vorlage begnügt und ansonsten nur unpräzise Abschlüsse zu bieten, ehe er sich ein heftiges Gerangel und Wortgefecht mit dem Frankfurter Haudegen Martin Hinteregger um das Spielgerät lieferte, das Haaland nach dem 2:2 flugs zum Anstoßkreis tragen wollte. Dass sich der BVB-Stürmerstar wegen seiner Schimpfkanonade eine Gelbe Karte einhandelte (87.), wertete sein Trainer als Beleg für den Ehrgeiz aller. Nach den Rückschlägen gegen den FC Bayern und Hertha BSC (jeweils 2:3) zum Ende der Hinrunde war genau eine solche Trotzreaktion vonnöten, um die lästigen Mentalitätsdebatten nicht gleich in der Rückrunde fortzusetzen. Wortführer Mats Hummels sprach von „einem geilen und emotionalen Sieg“, wobei der Abwehrchef das „ganz große Thema“ nicht vergaß: „Die Stabilität müssen wir uns ganz oben auf die Fahne schrieben, wenn wir etwas erreichen wollen. Und wenn wir was gewinnen wollen diese Saison, brauchen wir das Energielevel der zweiten Hälfte über 90 Minuten.“ Rose konnte seinem Klassensprecher nur beipflichten. Gegentore nach Standards (wie beim 0:1) oder Ballverlusten (erst Thomas Meunier, dann Marco Reus vor dem 0:2) gehörten abgestellt.

Die nächsten drei Bundesligaspiele stehen gegen die unmittelbaren Verfolger Freiburg (Freitag), Hoffenheim (22. Januar) und Leverkusen (6. Februar) an. Besteht die junge BVB-Truppe diese Charaktertests, dann geht vielleicht auch noch was in Sachen Meisterschaftskampf. Denn die am Freitag patzenden Bayern plagen derzeit weitaus größte Corona-Sorgen als ihren einzig ernstzunehmenden Verfolger. Gleichwohl wären die Westfalen gut beraten, den geglückten Start ins neue Fußballjahr nicht zu hoch zu bewerten. Dafür lieferte ihr Auftritt letztlich zu viele sachdienliche Hinweise, dass auch 2022 eine schwarz-gelbe Gratwanderung wird.

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