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Fußball

„Die Szene erschüttert einen“

Harsche Kritik am ausgebliebenen VAR-Einsatz

Von 
Frank Hellmann
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London. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat nach dem verlorenen EM-Finale gegen England deutliche Kritik wegen eines nicht gegebenen Elfmeters geübt. Sie selbst hatte am Spielfeldrand in der 26. Minute zunächst gar nicht mitbekommen, dass der Ball in einer unübersichtlichen Situation kurz vor der Torlinie an den über Schulterhöhe gehaltenen Arm der englischen Kapitänin Leah Williamson gesprungen war.

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„Auf so einem Niveau darf das nicht passieren“, monierte Voss-Tecklenburg in der Pressekonferenz und forderte die UEFA auf, den Vorfall im Nachgang zu untersuchen. „Warum passiert so etwas? Warum schaut die Schiedsrichterin sich das nicht an? Das ist der Auftrag.“ Sie hätte gerne gesehen, „wenn wir in diesem Spiel vielleicht durch einen Elfmeter in Führung gehen“.

Generelle Kritik an Unparteiischen

Der Aufreger: Englands Leah Williamson (Nr. 8) mit dem Arm am Ball.

Joti Chatzialexiou, der Sportliche Leiter Nationalmannschaften, ging in seiner Wortwahl noch weiter: „Die Szene erschüttert einen!“ Im Hintergrund stimmten die englischen Spielerinnen in der Mixed Zone des Wembley-Stadions gerade ihre „Football’s Coming Home“-Gesänge an, als Chatzialexiou über eine für ihn „unverständliche Entscheidung“ sprach. „Das macht es noch bitterer. Wenn es einem so weggenommen wird, tut das weh.“

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Aus seiner Sicht gebe es bei den Schiedsrichterinnen generell „Optimierungsbedarf. Das gelte vor allem für das Zusammenspiel mit den Videoassistenten, die aus dem Männerfußball kamen. „Das war jetzt das dritte oder vierte Mal in dem Turnier, unabhängig von deutscher Beteiligung, dass nicht so eingegriffen wurde, wie wir es kennen.“

Schiedsrichterin Kateryna Monzul aus der Ukraine gehörte zu den schwächsten Protagonistinnen des Endspiels. Die 41-Jährige lag häufig in der Zweikampfbewertung falsch, zückte zu viele Gelbe Karten und konnte ihre Unsicherheit nie verbergen. Was als gute Geste der UEFA an das kriegsgeplagte Land gemeint war, erwies sich als schlecht für das stimmungsvollste Endspiel der EM-Geschichte. Ihre VAR-Assistenten waren zwei erfahrene Referees: der Italiener Paolo Valeri und der Niederländer Pol van Boekel.

Auf deutscher Seite war Verteidigerin Marina Hegering, an der besagten Szene beteiligt. „Ich habe das Handspiel nicht wahrgenommen“, sagte die später ausgewechselte Abwehrchefin.

Hegering hatte jedoch selbst Glück, dass ihr mindestens grenzwertiges Einsteigen gegen Lucy Bronze ebenfalls nicht am Kontrollschirm überprüft wurde. Die 32-Jährige empfahl: „Wir brauchen uns darüber keine Gedanken mehr zu machen. Es ist so, wie es ist. Wir hatten noch lange genug Zeit, das Spiel für uns zu entscheiden.“

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