Nur bei der Telekom alle Spiele

Die Fußball-EM im TV: Wo die Spiele übertragen werden

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dpa
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Die wichtigsten Spiele der Fußball-Europameisterschaft laufen zwar wieder bei ARD und ZDF – doch mit der Telekom geht erstmals bei einem großen Turnier ein ganz anderer Anbieter auf Sendung.

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Wer zeigt was?

41 von 51 EM-Partien laufen wieder im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Die ARD beginnt mit dem Eröffnungsspiel in Rom und zeigt 21 Partien. Das ZDF überträgt 20 Begegnungen und beendet das Turnier mit dem Finale in London. Auch die Partien der deutschen Nationalmannschaft laufen im Ersten und Zweiten. Die Telekom zeigt über das Angebot „MagentaTV“ als einziger Sender alle 51 Spiele live.

Was kostet „MagentaTV“ den Fan?

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Wer nicht zu den rund vier Millionen Kunden von „MagentaTV“ gehört, muss zahlen. Das Angebot lässt sich über das Internet buchen, was nach Telekom-Angaben in der günstigsten Variante zehn Euro pro Monat kostet.

Wie viele Menschen schauen zu?

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Eine EM bringt den TV-Sendern Top-Quoten. Das Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der bisher letzten EM war die erfolgreichste TV-Sendung des Jahres 2016: 29,85 Millionen Fernsehzuschauer sahen die Halbfinal-Niederlage gegen Frankreich.

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Wer kommentiert die Partien?

Florian Naß macht den Anfang, er wird am 11. Juni das Eröffnungsspiel kommentieren. Für den 53-jährigen Reporter der ARD ist es der erste Einsatz bei einer EM. Naß ersetzt bei der ARD Steffen Simon, der die gesamte EM für das Erste plant und organisiert. Zum Kommentatoren-Team der ARD gehören außerdem Gerd Gottlob und Tom Bartels. Beim ZDF sind wie bei der EM in Frankreich Béla Réthy, Oliver Schmidt, Martin Schneider und Claudia Neumann als Live-Reporter im Einsatz. Zu den Telekom-Kommentatoren gehören unter anderen der sonst bei RTL und DAZN arbeitende Marco Hagemann sowie Wolff Fuss von Sky.

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Wer moderiert?

Neue Moderatoren gibt es bei ARD und ZDF: Die Paare Matthias Opdenhövel und Mehmet Scholl sowie Oliver Welke und Oliver Kahn sind nicht mehr im Einsatz. Im Ersten moderiert Alexander Bommes, zudem bilden Jessy Wellmer und Ex-Weltmeister Bastian Schweinsteiger ein EM-Duo. Beim Zweiten sind Katrin Müller-Hohenstein und Jochen Breyer für die Moderation zuständig. Die Telekom hat den sonst beim ZDF tätigen Johannes B. Kerner für die Moderation eingekauft. Aus dem Quartier der deutschen Mannschaft melden sich Lennert Brinkhoff (ARD) und Sven Voss (ZDF), die Telekom setzt in Herzogenaurach auf Anett Sattler.

Welche Experten sind im Einsatz?

Alle Sender haben Prominenz verpflichtet. Zu den Experten der ARD gehören Neuzugang Kevin-Prince Boateng, Nationaltorhüterin Almuth Schult und U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz sowie für Regelfragen Lutz Wagner. Das ZDF setzt auf Per Mertesacker, Christoph Kramer, Peter Hyballa und Schiedsrichter Manuel Gräfe. Die Telekom verpflichtete die Ex-Nationalspieler Michael Ballack und Fredi Bobic. dpa

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  • Nationalmannschaft Goretzkas Ansage: „Jetzt bin ich bereit“

    Er gilt als äußerst engagierter Aktivist, wenn es um Fragen der Menschenrechte, gegen Rassismus und Homophobie und für Vielfalt und Toleranz geht. Sollte die Europäische Fußball-Union UEFA verbieten, die Allianz-Arena in Regenbogenfarben zu illuminieren, bezeichnet Leon Goretzka das entschieden als „absurd“. Ebenso „absurd“ nennt es Goretzka, wenn sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) dafür entschuldigen müsste, dass Welttorhüter Manuel Neuer eine regenbogenfarbene Kapitänsbinde trägt: „Wir haben keine Sanktionen zu fürchten.“ Als er in der 73. Minute gegen Portugal eingewechselt wird, waren das die ersten Spielminuten für den 26-Jährigen bei diesem Turnier. Und ein Treffer hätte er fast auch noch erzielt. „Natürlich hätte ich mich sehr über ein Tor gefreut, aber es wird noch Situationen geben, wo wir meine Tore besser gebrauchen können“, sagt Goretzka am Montag in Herzogenaurach. Vor sechs Wochen, beim 6:0 gegen Borussia Mönchengladbach, hat er sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen, seitdem arbeitet Goretzka fieberhaft an seinem Comeback. „Als es passierte, habe ich gedacht, hoffentlich reicht es bis zur Europameisterschaft. Und als mich Jogi Löw vor dem Spiel gegen Frankreich fragte, ob es reicht, habe ich ihm gesagt, ich brauche noch zwei, drei Tage, um der Mannschaft wieder helfen zu können. Jetzt bin ich bereit.“ Es ist sogar wahrscheinlich, dass er am Mittwoch gegen Ungarn (21 Uhr/ZDF) in der Startformation stehen wird – falls Thomas Müller mit einer Kapselverletzung am Knie tatsächlich ausfallen sollte. Aber auch sonst ist er eine Option für das deutsche Mittelfeld. „Natürlich kann ich die Position von Thomas spielen, aber erst einmal hoffe ich, dass Thomas spielen kann, er ist ein wichtiger Spieler für uns“, sagt Goretzka, lässt aber mehrfach keinen Zweifel daran, dass „ich bereit bin“. Und unbedingt spielen will. Das sagt er zwar nicht, aber das sagt sein entschlossenes Gesicht. Goretzka ist einer, der bei aller taktischen Finesse und Systemkompatibilität gern über „Einstellung “ redet: „Gegen Portugal haben wir die Einstellung gezeigt, die man bei einem Turnier haben muss. Und die wir im ersten Spiel gegen Frankreich nicht gezeigt haben. Es ist schön, dass wir nach diesem Sieg die ersten Anzeichen einer neuen Euphorie spüren, aber noch haben wir erst ein Spiel von dreien gewonnen. Nicht mehr und nicht weniger. Gegen Ungarn wollen wir gewinnen, um sicher im Achtelfinale zu sein. Und nicht noch irgendwie rechnen zu müssen.“ Man werde noch länger im Turnier blieben, „davon bin ich zutiefst überzeugt, und ich kann zu 100 Prozent eingreifen“. Der Mann von FC Bayern München kann im Mittelfeld auf der Sechs, der Acht oder der Zehn spielen, wie man heute sagt, er ist universell. Selbst auf der rechten Seite könnte er dabei sein, wenn Joshua Kimmich doch noch in die Zentrale wechseln sollte. Athletisch und torgefährlich Noch gilt er dem Bundestrainer als „Spezialkraft“, so nennt Löw seit dem Titelgewinn in Rio de Janeiro seine Einwechselspieler. „Die ersten Elf entscheiden in den seltensten Fällen die Spiele, die Entscheider sind häufig die, die eingewechselt werden“, ist immer noch sein Credo. Es gibt in der Nationalmannschaft wenige, die so flexibel einsetzbar sind wie Goretzka, mit seiner Dynamik, seinem Spurtvermögen und seiner Athletik ist er überall von Vorteil. Zudem ist Goretzka torgefährlich. In seinen 32 Länderspielen erzielte der 26-Jährige bisher 13 Treffer – und er ist eingespielter Bestandteil des Bayernblocks. Man findet kaum Argumente, warum er nicht spielen sollte, wenn er fit ist. Bisher scheute Löw das Risiko mit Blick auf die Muskelverletzung. Dazu besteht jetzt kein Grund mehr. Löw ist ein Fan des Bochumers, er ist einer von der Sorte wie Kimmich, Serge Gnabry oder auch Leroy Sané. Der Bundestrainer sieht Goretzka „auf dem Weg zum Leistungszenit“, bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland wird dieser Mann an erster Stelle stehen und das Zentrum des Spiels bilden – bei Hansi Flick. „Wir haben jetzt den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht“, sagt Goretzka, das mit der immer wieder geforderten Balance werde man schon hinbekommen. „Erst waren wir nicht offensiv genug, dann zu offensiv, es wird sich finden. Hoch zu spielen, macht Sinn, aber wenn der Gegner den Ball hat und kontert, muss jeder die Beine in die Hand nehmen. Alles eine Frage der Einstellung.“ Dass Ungarn vor allem „defensive Klasse besitzt“, hat Löw immer wieder betont. „Wir müssen Mittel und Wege finden, sie zu überwinden, wir brauchen Lösungen, wir wollen das Spiel gewinnen und den positiven Trend von Portugal mitnehmen.“ Mehr muss man nicht sagen, wenn man drei Punkte holen – und am Ende Europameister werden will.

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  • Sport Bangen um Müller – Plan B liegt in der Schublade

    So schnell kann es gehen. Als die Verletzung von Thomas Müller bekannt wurde und die angeschlagenen Stammkräfte Mats Hummels und Ilkay Gündogan ebenfalls beim spaßbetonten Training in Herzogenaurach fehlten, war plötzlich klar: Joachim Löw braucht für den EM-Gruppenabschluss einen neuen Plan. Seine beim begeisternden 4:2 gegen Portugal bestens funktionierende Elf könnte für diesen Mittwoch (21 Uhr/ZDF) gesprengt werden, auch wenn der DFB den von einigen Medien gemeldeten Ausfall von Müller gegen Ungarn nicht bestätigte. Zumindest der neue Fan-Liebling Robin Gosens meldete sich nach Adduktorenproblemen wieder fit. Beim Fußball-Tennis trieb er seine Mitspieler an und feierte jeden Punkt. Löw registrierte das lautstarke Geschehen als stiller Beobachter im Adi-Dassler-Stadion aufmerksam. Unabhängig vom Personal weiß der Turniercoach, wie sich der 61-Jährige selbst gerne nennt, dass sein Team gegen die unbequemen Ungarn denselben Einsatz, Willen und auch die Durchschlagskraft braucht wie gegen die Portugiesen. So wie gegen Cristiano Ronaldo und Co. müsse sein Team arbeiten und „den Gegner unter Druck setzen“, sagte Löw zum ersten Pflichtspiel gegen Ungarn seit dem „Wunder von Bern“ 1954. Damals siegte Deutschland mit Fritz Walter im WM-Finale gegen die zu der damaligen Zeit im Weltfußball favorisierten Magyaren überraschend mit 3:2. {element} Von einem Titel ist der aktuelle Jahrgang noch weit entfernt, auch wenn die starke Vorstellung im zweiten Gruppenspiel durchaus als Achtungszeichen an die Konkurrenz gewertet werden darf. „Es war ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagte Leon Goretzka. Der Münchner ist die erste Lösung, falls Müller oder Güdogan nicht fit werden. Kurzfristige Entscheidung {furtherread} Bei Dauerläufer Müller vermeldete die medizinische Abteilung der Fußball-Nationalmannschaft eine Kapselverletzung am Knie, die er sich in der Schlussphase des Portugal-Spiels zugezogen hatte. Zunächst bekam der 31-Jährige ein individuelles Übungsprogramm verordnet. Man wolle „von Tag zu Tag schauen“, teilte der Verband mit. Gündogan konnte wegen einer Wadenblessur auch nicht mit dem Team trainieren. Abwehrchef Hummels plagt sich weiter mit einer Patellasehnenreizung herum. Für den Dortmunder könnte Niklas Süle in die erste Elf rutschen. Toni Kroos legte eine Regenerations- und Laufeinheit ein. Der Real-Madrid-Star schwitzte wie der Leipziger Lukas Klostermann (Muskelverletzung) im Fitness-Pavillon. Das Mitwirken von Kroos gegen Ungarn ist aber nicht gefährdet. Erstmals wieder komplett im Kollektiv konnte der Gladbacher Jonas Hofmann trainieren. Die Stimmung auf dem Übungsplatz war trotz der personellen Einschränkungen prächtig. Joshua Kimmich, über dessen Versetzung auf die rechte Außenbahn nach der starken Vorstellung gegen Portugal auch kein Experte mehr diskutiert, lieferte sich schon lange vor dem offiziellen Trainingsstart auf einem Kleinfeld ein Fernschuss-Duell mit Robin Koch. Gosens, der andere Teil der wirkungsvollen Flügelzange, ballte bei guten Bällen im Fußball-Tennis immer wieder die Faust. „Wir wollen gewinnen und den positiven Trend fortsetzen“, verkündete Goretzka im Namen der Mannschaft. Rechenspiele uninteressant Mit Wenn-dann-Konstellationen etwa als Gruppen-Dritter oder möglichen Achtelfinalgegnern hält sich der 26-Jährige nicht auf. Deutschland reicht schon ein Punkt zum Erreichen der K.o-Runde. Bei einem Sieg ist sogar noch der erste Gruppenplatz drin, wenn im Parallelspiel Frankreich nicht gegen Portugal gewinnt. Als Gruppensieger ginge der Weg über Bukarest, als Zweiter über London, als Dritter über Budapest oder Sevilla. dpa

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  • Sport Verhärtete Fronten beim Ringen um Vielfalt

    Die politischen Spannungen zwischen Deutschland und Ungarn strahlen direkt auf das dritte Gruppenspiel ab: Mit Regenbogen-Farben gegen Hardliner. Von Frank Hellmann Ein ganzes Stück weg von Budapest, über kurvige Straßen, vorbei an sanften Hügeln und verträumten Dörfern, im kleinen Ort Telki, liegen Trainings- und Medienzentrum der ungarischen Fußball-Nationalmannschaft. Es ist die grüne Wohlfühloase vor der Großstadt, aus der die Ungarn am Dienstag nach München aufbrechen, um ihr drittes EM-Gruppenspiel gegen Deutschland (Mittwoch 21 Uhr) zu bestreiten. Der Rahmen wird ein gänzlich anderer sein als in der voll besetzten Puskas-Arena: München erlaubt nur 14 000 Zuschauer – in Budapest waren es 55 998. Doch überwölbt wird diese entscheidende Partie in Pandemie-Zeiten noch von einer anderen Frage: Welche Signale nämlich über den Fußball ausgesendet werden sollen. Und da hat sich Deutschland bereits klar positioniert. Man möchte schon vorher Flagge zeigen und die Arena in Fröttmaning in den Regenbogenfarben strahlen lassen. Den entsprechenden Brief hat Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) an die Europäische Fußball-Union (UEFA) gesandt, nachdem sich die Fraktionen im Stadtrat für dieses Symbol für Diversität aussprachen. Auch die Bundesregierung steht dahin. Die Regenbogenfahne stehe „dafür, wie wir leben wollen – mit Respekt füreinander“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin, ohne die Diskriminierung, der Homosexuelle und andere Minderheiten lange ausgesetzt seien. Wohl keine bunte Arena Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) begrüßte die Aktion, die vor allem ein Protest gegen ein umstrittenes Gesetz sein soll, das das ungarische Parlament passiert hat: Darin wird die Zugänglichkeit von Informationen über Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit erschwert; Aufklärungsprogramme an Schulen, die für einen respektvollen Umgang mit LGBT-Menschen, also für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender, werden untersagt. Homosexuelle können sich zwar über die Online-Portale austauschen, aber ihre Gesinnung in der Öffentlichkeit zeigen sie immer selten. Gerade am Wochenende auf der Margareteninsel der ungarischen Kapitale war wieder auffällig, wie viele junge Paare das klassische Rollenbild zur Show stellen. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll die Entscheidung gegen eine in Regenbogenfarben leuchtende Arena allerdings bereits gefallen sein. Darauf hätten sich die UEFA und das EM-Organisationskomitee verständigt. Das Bekenntnis für Vielfalt spielt aber unweigerlich mit, nachdem der deutsche Kapitän Manuel Neuer gegen Portugal (4:2) erneut die Regenbogenbinde trug. „Als Zeichen und klares Bekenntnis der gesamten Mannschaft für Diversität, Offenheit, Toleranz und gegen Hass und Ausgrenzung. Die Botschaft lautet: Wir sind bunt!“, hieß es vonseiten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Dem Verband war am Montag sehr daran gelegen, sich jetzt nicht zu sehr in die Gegensätze mit den Ungarn zu vertiefen. „Man sollte sich nicht in den 23. Juni verbeißen“, sagte Pressesprecher Jens Grittner und nannte alternative Daten, um die Pride-Bewegung im wichtigsten Monat des Jahres zu unterstützen: etwa die „Pride Week“ vom 3. bis 11. Juli in der bayrischen Landeshauptstadt. Klar ist, dass der Gegner nicht mitmachen wird. Der ungarische Kapitän Adam Szalai wird gewiss keine Regenbogenfarben am Arm tragen. Auch mit anderer Symbolik hat seine Auswahl nichts am Hut. Sie kniet auch nicht für die Black-Lives-Matter-Bewegung nieder. Das untersagt Ministerpräsident Viktor Orbán. „Ein Ungar kniet in drei Fällen nieder: Vor Gott, vor seinem Land und wenn er um die Hand seiner Geliebten anhält. In allen anderen Fällen ist es kulturell fremd für uns“, stellte der rechtsnationale Politiker kürzlich heraus: „Wir erwarten von unserer Nationalmannschaft nicht, dass sie sich niederknien. Wir erwarten, das Gegenteil, dass sie gewinnen, dass sie kämpfen, und wenn sie scheitern, dann stehend sterben.“ Fußball spielt im Machtkalkül Orbáns eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das stimmungsvolle Nationalstadion lieferte dem ungarischen Staatsoberhaupt gegen Portugal (0:3) und Frankreich (1:1) Bilder, die gleichzeitig die deutsche Bundeskanzlerin verstörten. „Wenn ich vollkommen besetzte Stadien sehe in anderen Ländern Europas, dann bin ich ein bisschen skeptisch, ob das jetzt schon die richtige Antwort auf die augenblickliche Situation ist“, sagte Angela Merkel mit einem unverhohlenen Seitenhieb in Richtung Orbán, mit dem sie ja ohnehin auf ganz anderen Gebieten entzweit ist. UEFA ermittelt Die ungarische Regierung hat nicht nur den EM-Palast, sondern auch zahlreichen andere Stadien, Spielstätten, Hallen und Sportschulen großzügig finanziert. Mit Ferencváros Budapest ist Orbands Partei Fidesz eng verflochten. In Fanshops wie am Budapester Hauptbahnhof stehen die Trikots der Nationalelf und von Ferencváros einträchtig in vorderer Reihe. Eine zwielichtige Rolle spielt in diesem Konglomerat die mit rechtsextremen Tendenzen aufgefallene Fangruppierung „Carpathian Brigade“, die sich bei den EM-Partien jeweils in schwarzen T-Shirts hinter dem Tor zusammenrottete. Die Ultragruppierungen, die bei der Nationalmannschaft „gemeinsam für Ungarn“ einstehen und den Ton vorgeben, sollen für die rassistischen Schmähungen der französischen Stars Kylian Mbappé und Karim Benzema verantwortlich gewesen sein. Die UEFA hat nun offizielle Ermittlungen aufgenommen. Zumal bereits nach dem ersten Gruppenspiel portugiesische Medien berichtet hatten, dass Superstar Cristiano Ronaldo (Juventus Turin) von manchen Zuschauern in der Puskas Arena übel angefeindet worden sei. Dass die ungarischen Nationalspieler vor genau jenem Block nach Spielschluss noch einmal zum Gesang antraten, ist zumindest kritisch zu hinterfragen. Auffällig ist, dass die in der Bundesliga beschäftigten Stammspieler – Torhüter Peter Gulacsi, Abwehrspieler Willi Orban (Beide RB Leipzig), Stürmer Roland Sallai (SC Freiburg) und Kapitän Adam Szalai (FSV Mainz 05) – allen sportpolitischen Fragen ausweichen. Ihr Motto: bloß keine Angriffsfläche bieten. Erst vor wenigen Wochen hatte sich der Bundesligist Hertha BSC Berlin vom ungarischen Torwarttrainer Zsolt Petry getrennt, der gegenüber der Tageszeitung „Magyar Nemzet“ mit homophoben und migrationsfeindlichen Aussagen aufgefallen war. Nein, Ungarn und Deutschland kommen in wichtigen (Fußball-) Fragen gerade nicht zusammen, auch wenn Deutschlands Rekordnationalspieler Lothar Matthäus aus seiner Vorliebe für den Wohnsitz Budapest keinen Hehl macht. Das gehört zur Wahrheit jedoch auch dazu: Die Lebensqualität und Lebensfreude kann der ungarischen Hauptstadt offenbar keiner nehmen. In den vielen errichteten Public-Viewing-Arealen vor teils atemberaubender Donaukulisse wird nicht nur das Fußballturnier genossen. Die Menschen fühlen sich sicher, weil fast die Hälfte der 9,8 Millionen Bewohner Ungarns die zweite Impfung und einen digitalen Impfausweis zur Hand hat. Und weil noch so viele Vakzine vorrätig sind, wird in den Pausen zwischen den EM-Partien derzeit neben Schönheitsoperationen immer wieder die Impfkampagne beworben.

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