Fußball - Dank Lewandowski, Müller und einer Portion Dusel glückt 2:1 gegen Freiburg Bayern atmen auf

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dpa
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Thomas Müller (l.) sorgte für das 2:1. Zuvor hatte er das 1:0 für Robert Lewandowski vorbereitet, sein 125. Assist in der Bundesliga. © dpa

München. Nach der ersten Hinrunden-Meisterschaft seit drei Jahren atmeten die Bayern-Stars erleichtert auf. Weltfußballer Robert Lewandowski und Vorlagenkönig Thomas Müller (74.) brachten die Münchner beim 2:1 (1:0) gegen den SC Freiburg wieder in die Spur. Doch es fehlte nur eine Winzigkeit – und der Rekordmeister hätte sich nach zuletzt zwei Pflichtspiel-Pleiten das nächste Frusterlebnis eingehandelt. „Wir hatten keine einfache Phase“, sagte Trainer Hansi Flick. „Es war wichtig, dass wir zeigen, dass wir dieses Spiel gewinnen wollen.“

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Begleitet vom Knattern des Rasenmähers plauderte der Bayern-Coach nach dem Schlusspfiff noch lange mit Gäste-Trainer Christian Streich. Die Gäste haderten, dass Super-Joker Nils Petersen nach dem Ausgleich bei seiner ersten Ballberührung (62.) in der Nachspielzeit bei seinem Lattentreffer weniger Schussglück hatte. „Am Ende haben wir ein bisschen gezittert, aber dafür sind wir selbst verantwortlich“, sagte Bayern-Verteidiger Jérôme Boateng nach einem „Arbeitssieg“. „Wir müssen nicht immer glänzen, wir wollen Spiele gewinnen.“

Noch viel Arbeit

Ähnlich stufte es Flick ein. So sehr ihm der Aufwärtstrend nach dem Elfmeter-Krimi von Kiel und dem 2:3 bei Borussia Mönchengladbach gefiel – auch in den nächsten Wochen steht für die sich wieder lautstark pushenden Triplesieger weiter viel Arbeit an. „Wir wollen da raus und uns das Leben nicht ganz so schwer machen. Das kann man nicht von Heute auf Morgen mit einem Schalter ausschalten“, sagte der 55-Jährige. „Wir sind auf einem guten Weg und es geht darum, dass wir diesen Weg weiter bestreiten.“ Nächste Station ist am Mittwoch Augsburg.

Schon vor dem Duell beim Freistaat-Nachbar stehen die Münchner wie zuletzt 2018 als Hinrunden-Meister fest. Die Punktverluste von Leipzig als erstem Verfolger mit schon vier Zählern Rückstand sowie von Leverkusen und Dortmund (je sieben zurück) mochte Flick nicht bewerten: „Mich interessiert die Konkurrenz aktuell nicht. Aber ist schon gut, vier Punkte Vorsprung zu haben. Gerade in dieser Phase ist das ganz besonders wichtig.“

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Zwar änderte Flick seine Formation im Vergleich zur Kiel-Blamage auf gleich sechs Position, doch das war alles andere als Aktionismus. Der langjährige Assistent von Bundestrainer Joachim Löw bleibt auch in seiner ersten schwierigen Phase in München seiner Linie treu, passt seinen Spielstil nur punktuell und nicht grundsätzlich an. Doch es gelte in den kommenden Wochen, in denen es bei der Club-WM um den nächsten Titel geht und in denen das Champions-League-Achtelfinale gegen Lazio Rom näher rückt, das Defensivverhalten und die Kompaktheit zu verbessern. Im Abschluss müsse seine Mannschaft entschlossener und kaltschnäuziger werden, sagte der Coach.

Lewandowski und Müller als Münchner Matchwinner zeigten das schon weitestgehend, wenngleich beide ein weiteres Tor auf dem Fuß hatten. Lewandowski schraubte bei der Führung nach Vorarbeit von Müller seine Hinrunden-Rekordausbeute auf 21 Tore hoch. Die Uralt-Bestmarke von 40 Toren durch „Bomber“ Gerd Müller ist weiter im Visier.

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Thomas Müller freute sich nicht nur über das 2:1-Siegtor, sondern auch über seine 125. Torvorlage in der Bundesliga. Damit ist er die Nummer 1 seit Beginn dieser Datenerfassung im Jahr 2004. Demonstrativ jubelte er nach seinem Treffer mit Vorbereiter Leroy Sané, der nach 25 Minuten für den verletzten Serge Gnabry gekommen war. Flick befürchtet keine längere Pause. dpa