Fußball - Hessischer Verband will Runde nach Möglichkeit fortsetzen / Sorgen um Nachwuchs und Vereine Annullierung als „letztes Mittel“

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Wie geht es weiter? Und wann? Corona hat alle Planungen, auch beim TV Lampertheim, über den Haufen geworfen. © Berno Nix

Frankfurt/Bergstraße. „Es ist nichts beschlossen worden. Wir warten die weitere Entwicklung ab“, sagte Reiner Held, der aus Bürstadt stammende Kreisfußballwart Bergstraße, nach der Verbandsvorstandssitzung des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) auf Nachfrage des „Südhessen Morgen“. Im Rahmen der Videokonferenz, die am Samstagmorgen stattfand, hatten Präsidiumsmitglieder, Regionalverantwortliche und Kreisfußballwarte diverse Szenarien einer Fortführung des Spielbetriebs beleuchtet.

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Dass eine Fortsetzung des Spielbetriebs nach entsprechender Lockerung der behördlichen Verfügungen noch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird, steht für HFV-Präsident Stefan Reuß und die Teilnehmer der Videokonferenz außer Frage. „Nach dieser monatelangen Pause müssen wir natürlich einen mehrwöchigen Trainingsvorlauf einräumen, um die Verletzungsgefahr der Beteiligten nicht zu erhöhen. Eine ordnungsgemäße Saisonbeendigung in der ursprünglich vorgesehenen Form ist daher in dem überwiegenden Teil der Spielklassen höchst unwahrscheinlich“, wird Reuß in einer Mitteilung auf der HFV-Homepage zitiert.

Vereine werden gefragt

Wann es wieder losgehen kann und inwiefern es sich dann noch um einen fairen Wettbewerb handelt, waren zwei Punkte, die auf der virtuellen Sitzung diskutiert wurden. Die Situationsberichte aus den Kreisen waren daher auch in diesem Zusammenhang von großer Wichtigkeit.

Im Fußballkreis Bergstraße etwa kassierten Kreisoberligist VfR Bürstadt und B-Ligist SG Olympia/VfB Lampertheim nach Quarantänen teils hohe Niederlagen, die wohl ebenfalls in die Wertung einfließen würden. Grundsätzlich ist es aber das erklärte Ziel des HFV, die Fußball-Saison 2020/21 fortzusetzen, sofern Pandemiegeschehen und behördliche Vorgaben das zulassen. Eine Variante könnte nach Informationen dieser Redaktion sein, eine Halbserie fertig zu spielen. „Wir schulden unseren Vereinen grundsätzlich die Durchführung einer Meisterschaftsrunde. Wenn wir Entscheidungen treffen, müssen diese daher darstellbar und gut begründbar sein. Eine Annullierung wäre beispielsweise eine Maßnahme, über die erst als letztes Mittel nachgedacht werden sollte. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre eine Entscheidung über eine Annullierung völlig übereilt“, erklärte HFV-Vizepräsident Torsten Becker. Eine Annullierung der hessischen Amateurrunde hätte zudem zur Folge, dass die Hessenliga keinen sportlichen Aufsteiger in die Regionalliga Südwest schicken könnte.

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Sobald ein Neustart absehbar ist, sollen wieder Meinungsbilder aus den Fußballkreisen eingeholt werden. Ein Systemwechsel, etwa in ein Play-off-Modell, werde nicht umsetzbar sein, merkte HFV-Chef Reuß an: „Daher müssen wir mögliche Alternativen diskutieren. Dazu werden wir unsere Vereine wieder einbinden und entsprechende Kreiskonferenzen sowie Diskussionsrunden durchführen.“

Reuß bedauerte es, dass der Verband aufgrund des andauernden Lockdowns noch keine Perspektive bieten könne, und bat um Geduld. Durch den Start der Impfungen könnte man „zumindest mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft schauen“, meinte er. Große Sorgen macht der HFV-Präsident um die Nachwuchskicker, die sich in dieser Zeit vom Fußballsport abwenden könnten. Damit befürchte er den Verlust eines gehörigen Teils der fußballerischen Zukunft. Auch die wirtschaftliche Situation und Zukunft der Vereine bereite Reuß Kopfzerbrechen. Er appellierte daher an die Politik, entsprechende Förderungen zu verstärken. cpa/hfv