Kitas unter der Lupe (Teil 130) - Der Kinderladen Hafenbande im Jungbusch hat einen wunderbaren Außenbereich und profitiert vom enormen Engagement der Eltern Bücher, Bällebäder und ein Bauwagen

Von 
Annika Wind
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Der Bauwagen ist für die Hafenbande vieles in einem: Spielzimmer, Schlafraum, Kuschelecke, Bibliothek - und manchmal einfach nur ein Ort zum Toben.

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Nein, Kirschen wachsen nicht im Supermarkt. Sie hängen an den Bäumen im Innenhof der Jungbuschstraße 32 und wer mag, der könnte sie gleich an Ort und Stelle pflücken. Es ist wunderbar schattig im großzügigen Außenbereich des Kinderladens Hafenbande. Und so tollen die Kleinen zwischen der großen Rutsche, dem gerade abgedeckten Frühstückstisch, Schaukeln und Sandkästen hin und her. Für Ausgelassenheit hat man hier viel Platz. Und auch wenn es natürlich einen festen Tagesablauf gibt, lassen die Erzieher den insgesamt 15 Kindern ihre Freiräume: Wer mag, der kann draußen spielen oder im riesigen Hauptzimmer puzzeln, sich auf einer zweiten Ebene ins Bällebad stürzen oder eine Ebene tiefer verkleiden.

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Die Hafenbande ist seit 1985 eine Elterninitiative und das bedeutet: Muss eine Wand gestrichen, ein Fest organisiert oder einfach nur täglich das Frühstück oder Mittagessen auf den Tisch gebracht werden, ist das Engagement der Familien gefragt. "Das funktioniert sehr gut", sagt Philipp Park, der mit Godo Berendt die Hafenbande leitet.

Auch das ist besonders an der sympathischen Einrichtung: Zwei Männer stehen hier an der Spitze eines vierköpfigen Teams, eine weitere Erzieherin und eine Praktikantin mit eingeschlossen. Die beiden Familienväter kennen sich zudem schon seit ihrer Ausbildung und sind befreundet. Der Vorteil: "Wir können Dinge direkt besprechen und begegnen uns immer auf Augenhöhe".

Die Eltern und Erzieher bestimmen hier die Abläufe Hand in Hand. Besonders ist auch der große grüne Bauwagen, der im Innenhof parkt: Er ist mehr oder weniger das ganze Jahr über (einer Standheizung sei Dank) im Einsatz. Als Lesezimmer, denn im Vorraum hat man eine kleine Bibliothek eingerichtet. Oder als Ruheraum, denn vor allem im Sommer machen die Kleinen hier ihren Mittagsschlaf. Zudem haben zwei Jungs an diesem Morgen vor dem ehemaligen Gefährt eine Aufgabe zu erledigen: Sie haben Blumen gepflanzt - die auf Wasser warten.

Hell und gemütlich

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1985 hatten Eltern den Kinderladen gegründet, 1990 zog die Einrichtung dann von der Hafenstraße in die Räumlichkeiten einer ehemaligen Bar in der Jungbuschstraße. Von ihr sieht man heute nichts mehr: Die Räume wirken hell und gemütlich - auch wenn sich die Hafenbande, die in einem Gebäude der GBG untergebracht ist, über ein neues Badezimmer oder ein zusätzliches Büro freuen würde. "Wir sind bis 2016 ausgebucht", sagt Philipp Park. Einmal in der Woche geht man zur "Wassergewöhnung" ins Herschelbad, bekommt Besuch von einer Musikpädagogin im Rahmen des "Muki"-Förderprogramms der Stadt oder unternimmt schon mal Ausflüge. Geplant ist etwa ein Picknick. Am Rhein, natürlich. Klar, dass so eine Hafenbande das Wasser liebt. . .

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