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Spezial-Tiefbau für Höhenflüge

Im Interview: Jochen Semmelmann und Roland Träger über den Bau, den Standort und die neue Anlage

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Millimeter-Arbeit war angesagt, als große Teile passgenau an die richtige Stelle gebracht werden mussten. © Indoor Skydiving Germany Group

Jochen Semmelmann, verantwortlicher Projektmanager der Indoor Skydiving Germany Group, und der Viernheimer Architekt Roland Träger als Genralplaner hatten im vergangenen Jahr sehr viel miteinander zu tun und zu besprechen. Denn sie haben sich darum gekümmert, dass nun, am 18. November, ein ganz besonderer Neubau Eröffnung feiern kann – mit einer spektakulären Flugshow. Die erste ihrer Art in Viernheim, aber sicher nicht die letzte. Im Interview erzählen sie von den Herausforderungen der vergangenen Monate und von ihrem Traum vom Fliegen.

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Herr Semmelmann und Herr Träger, nun ist es geschafft, am Donnerstag, 18. November, ist es so weit und die ersten Besucher können die neue Indoor Skydiving Anlage in Viernheim nutzen. Mit welchen Gefühlen blicken Sie der Eröffnung entgegen?

Jochen Semmelmann: Zum einen sind wir unheimlich stolz darauf, dass wir trotz der schwierigen Pandemielage mit einem langen Lockdown während der Bauphase die Anlage termingerecht eröffnen können. Zum anderen freuen wir uns sehr, der Metropolregion Rhein-Neckar ab sofort die Möglichkeit bieten zu können, im Windkanal in unmittelbarer Nähe zum Rhein-Neckar-Zentrum zu fliegen.

Roland Träger: Ich blicke der Eröffnung ebenfalls mit einem sehr guten Gefühl entgegen und freue mich, dieses spannende Bauvorhaben nun der Öffentlichkeit zeigen zu dürfen.

Haben Sie selbst den neuen Freifall-Simulator schon getestet?

Semmelmann: Ja, ich bin schon in allen Tunneln geflogen, die die Indoor Skydiving Germany Group gebaut hat.

Träger: Leider noch nicht. Meine Mitarbeiter waren für ein Teamevent im Windkanal in Bottrop und sind dort geflogen. Leider war ich an diesem Tag verhindert. Ich werde aber auf jeden Fall in den nächsten Tagen noch hier in Viernheim fliegen.

Herr Semmelmann, warum haben Sie den Standort Viernheim für Ihre Investition gewählt?

Semmelmann: Die Rhein-Neckar Region ist sehr attraktiv und wirtschaftsstark und Viernheim liegt hier sehr zentral. Zudem profitieren wir von der Nähe zum Rhein-Neckar-Zentrum und haben mit der ECE als Deutschlands stärkstem Betreiber von Shoppingcentern einen starken Partner, der uns tatkräftig unterstützt. Für die Besucher sind die gute Erreichbarkeit und die kostenlosen Parkplätze ebenfalls ein großer Vorteil.

Was war bei der Auswahl des passenden Architekturbüros wichtig?

Semmelmann: Wir haben einen lokalen Architekten gesucht, der den Markt kennt und über ein gutes Netzwerk in der Region verfügt. Was aber für die Entscheidung noch viel wichtiger war, war, dass er, genauso wie wir, für das Projekt brennt. Eine Indoor Skydiving Anlage hat hier in der Region bisher niemand gebaut und Herr Träger war von Anfang an Feuer und Flamme für dieses spannende und außergewöhnliche Projekt.

Herr Träger, was hat Sie an diesem Projekt gereizt?

Träger: Es ist ein einmaliges Bauvorhaben in meiner 40-jährigen Selbstständigkeit. Es war eine spannende Herausforderung dieses Projekt zu planen und zu bauen.

Was waren die Herausforderungen?

Träger: Die größte Herausforderung war die Koordination zwischen den einzelnen Ausbaugewerken. Aufgrund der relativ kurzen Bauzeit für so ein außergewöhnliches Bauvorhaben, waren teilweise bis zu 50 Handwerker gleichzeitig auf der Baustelle im Einsatz. Das konnte nur gelingen, da wir auf Gewerke zurückgreifen konnten, mit denen ich teilweise schon seit Jahrzehnten zusammenarbeite und die auf Zuruf spontan gekommen sind. So konnten wir beispielsweise für den Rohbau mit der Firma Ehrhardt & Hellmann zusammenarbeiten, mit denen ich bereits viele Bauvorhaben umgesetzt habe. Die Erdarbeiten übernahm die Firma Krauß aus Heddesheim.

Was waren die spektakulärsten Momente der Bauzeit?

Träger: Das spektakulärste war definitiv der Spezial-Tiefbau. Die Untergeschoss-Außenwände der gesamten Anlage befinden sich zehn Meter unter der Erde und somit etwa fünf Meter unter dem Grundwasserspiegel. Insbesondere im Hinblick auf die direkte Nachbarbebauung war dies eine ganz besondere Herausforderung.

Semmelmann: Auch der Einbau des Ventilators war ein weiterer spektakulärer Moment während der Bauphase. Und schließlich war der erste Testflug am 20. Oktober 2021 ein sehr wichtiger Meilenstein und wir sind sehr froh, dass dies alles reibungslos vonstatten ging.

Was steckt technisch hinter der neuen Flugkammer?

Semmelmann: Die Flugkammer ist sechs Meter hoch und nach oben hin konisch. Sie besteht aus mehrlagigem Sicherheitsglas mit Schallschutzfolie und ist dreidimensional gebogen.

Sind jetzt, zur Eröffnung schon viele Termine gebucht?

Semmelmann: Es sind noch vereinzelte Slots frei. Schauen Sie am besten auf der Website www.indoor-skydiving.com und buchen Sie sich noch schnell einen freien Termin.

Wem empfehlen Sie, den Freifall-Simulator einmal auszuprobieren? Welche Voraussetzungen müssen die Besucher erfüllen?

Semmelmann: Wir empfehlen es jedem, der sich einmal den Traum vom Fliegen erfüllen möchte. Das Schöne am Indoor Skydiving ist, dass es tatsächlich für fast jeden geeignet ist. Es kann bereits ab einem Alter von vier Jahren geflogen werden, nach oben gibt es keine Altersbeschränkung. Die Gewichtsbeschränkung liegt bei 120 Kilogramm. Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Website.

Gibt es die Möglichkeit, sich das Indoor Skydiving erst einmal anzuschauen, bevor man bucht?

Semmelmann: Ja, selbstverständlich. Dadurch, dass der Tunnel rundum verglast ist, können Besucher von außen beobachten, wie andere fliegen. Die Anlage in Viernheim hat hierfür auch speziell einen Galeriebereich, von dem aus man eine tolle Sicht auf den Windkanal hat. Die Anlage ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

Was wünschen Sie beide sich für die nächsten Wochen und Monate der Anlage?

Träger: Ich wünsche mir, dass die Anlage von der Bevölkerung sehr gut angenommen wird. Der neue Indoor Skydiving Windkanal ist ein absolutes Highlight unter den Freizeitattraktionen für Viernheim, aber auch für die nähere und weitere Umgebung. Des Weiteren hoffe ich natürlich, dass die Erwartungen der Bauherrschaft erfüllt werden und dass wir das nächste Projekt planen und bauen dürfen.

Semmelmann: Wir wünschen uns, dass der Spaß, den wir selbst bei der Errichtung und Projektierung hatten, sich auf die Leute widerspiegelt und viele Kunden mit strahlenden Gesichtern den Windkanal verlassen werden. ho

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