Pfälzer „I-Dubbelche“

Um das Dubbeglas ranken sich viele Geschichten. Von Swenja Knüttel

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Es ist das Wahrzeichen der Pfalz: das Dubbeglas (Dubbe pfälzisch für Tupfen). Dieses Wahrzeichen ist ein gläsernes Trinkgefäß aus dem traditionell die Weinschorle in der rheinland-pfälzischen Region Pfalz getrunken wird. Um das beliebte Schoppeglas, auch gerne der Pfälzer Gral genannt, ranken sich viele Geschichten und Besonderheiten. Allein schon durch seine Form – die prägnanten Dubbe, nimmt es unter den Trinkgefäßen optisch eine Sonderstellung ein.

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Warum hat das Glas eigentlich „Tupfen“? Darüber gibt es mehrere Versionen, eine die in der Pfalz gerne erzählt wird, jedoch historisch nicht belegt ist, ist folgende: Allen ist bekannt, dass in der Pfalz lebensfrohe Menschen leben, die gerne deftig essen und dazu eine gute Schorle am besten schmeckt. So soll einst ein Metzger aus dem idyllischen Kurort Bad Dürkheim das Dubbeglas erfunden haben. Auf den schon immer beliebten Schlachtfesten kam es häufig vor, dass die Gäste fettige Hände hatten und das Schoppeglas durch die Finger glitt und die kostbare Schorle so verloren ging. Um das zu verhindern, kam der findige Metzger auf die Idee ein Glas mit Tupfen herstellen zu lassen. Dadurch wurde das Gefäß griffiger und es glitt nicht mehr so leicht durch fettigen Finger.

Doch wie kommen die nach innen gewölbten Erhebungen eigentlich aufs Glas? Die Dubbe stammen von Gussformen, die bei der Herstellung der Gläser verwendet werden. Das Glas wird zuerst geblasen und dann im heißen Zustand in die fürs Dubbeglas typische Form gepresst.

Eine weitere Besonderheit des „Pfälzer Grals“ ist seine Maßeinheit – ein Schoppen. Der Ursprung ist der niederdeutsche Begriff für „schöpfen“, und soll als Chopine ins Französische entlehnt und dann wieder rückentlehnt worden sein. In der Pfalz wird der Schoppen heutzutage als ein halber Liter eingeschenkt und gilt für alle in der Region als das klassische Maß für die Schorle.

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Wer jetzt Lust auf eine gute Pfälzer Schorle im Dubbeglas bekommen hat, sollte einiges beachten: Verwendet wird in der Regel Weißwein und am besten der Riesling. Aber auch Müller-Thurgau Kerner, Scheurebe oder Silvaner sind beliebt in der Pfalz – Hauptsache die Mischung stimmt. Nichtortsansässige Kenner empfehlen ein Verhältnis von 1:1. Bei den Pfälzern gilt: Mindestens 51 Prozent Wein, so geht auch der Geschmack des kostbares Rebsaftes nicht verloren. Na denn: Prost!