Kein Verzicht trotz abgesagter Feste

Bilanz: In Zeiten von Corona ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Wein in Deutschland gestiegen

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imp/red/dpa
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Als Alternative für abgesagte Feste bieten viele Veranstalter Weinpakete für Zuhause an. Insgesamt ist der Weinverbrauch in Deutschland im vergangenen Jahr sogar gestiegen. © stock.adobe.com - New Africa

Es steht fest: Mindestens bis Ende Juni werden Corona-bedingt keine Feste und Veranstaltungen unter freiem Himmel in Neustadt an der Weinstraße stattfinden. Von der Absage betroffen seien unter anderem das Mandelblütenfest im Ortsteil Gimmeldingen, die Speyerdorfer Wein- und Froschkerwe, die Weinkerwen in den Ortsteilen Duttweiler und Königsbach sowie das Weinfest im Ortsteil Haardt. Im Weindorf Hambach wird das Andergasserfest und das Schloßstraßenfest „Hambach schwarz-rot-gold“ entfallen.

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Auch, wenn es die beliebten Weinfeste in der Region nicht ganz ersetzt – auf hochwertigen Weingenuss muss man trotzdem nicht verzichten. Viele Winzer oder Veranstalter bieten als Alternative Weinpakete inklusive digitaler Verkostung oder Unterhaltungsangebote an. Über die Ortsverwaltung Gimmeldingen besteht sogar die Möglichkeit, kleine Mandelbäumchen zu erwerben und im eigenen Garten einzupflanzen.

Dass die Deutschen in der Corona-Pandemie nicht auf ihren geliebten Wein verzichten, zeigt auch die aktuelle Weinkonsumbilanz, die alljährlich im Auftrag des Deutschen Weininstituts (DWI) durch den Deutschen Weinbauverband erstellt wird. Demzufolge haben die Deutschen im vergangenen Weinwirtschaftsjahr (von August 2019 bis Juli 2020) im Durchschnitt 0,6 Liter mehr Wein pro Person getrunken als im Vorjahreszeitraum.

Insgesamt wurden hierzulande in dem Zwölf-Monatszeitraum 17,2 Millionen Hektoliter in- und ausländische Stillweine konsumiert, was umgerechnet auf die 83,1 Millionen Einwohner einem Wein-Pro-Kopf-Verbrauch von 20,7 Litern entspricht.

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Die Weinkonsumbilanz bildet den kompletten Weinmarkt ab. Sie beinhaltet sowohl den Konsum außer Haus, beispielsweise in der Gastronomie, als auch die Weineinkäufe im Handel und bei den Erzeugern.

„Dass der Weinkonsum trotz der Corona-bedingt geschlossenen Gastronomie im vergangenen Weinwirtschaftsjahr unterm Strich dennoch gestiegen ist, dürfte auch auf die ausgefallenen Urlaubsreisen ins Ausland zurückzuführen sein. Zudem wurde während des ersten Lockdowns mehr Wein im Handel eingekauft und viele Verbraucher haben in dieser Zeit ihre Weinvorräte aufgefüllt“, erläutert DWI-Geschäftsführerin Monika Reule.

Deutschland an vierter Stelle

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Der Sektkonsum konnte von dieser Entwicklung nicht profitieren. Er belief sich im vergangenen Weinwirtschaftsjahr auf 2,6 Millionen Hektoliter und ist damit umgerechnet leicht um 0,1 Liter auf 3,2 Liter pro Person und Jahr gesunken.

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Für den Still- und Schaumweinverbrauch ergibt sich aus der aktuellen Bilanz zusammengefasst eine Gesamtmenge von 19,8 Millionen Hektolitern, was umgerechnet auf alle Bundesbürger 23,9 Liter Wein und Sekt pro Kopf und Jahr entspricht.

Mit diesem Nachfragevolumen steht der deutsche Weinmarkt an vierter Stelle der weltgrößten Verbrauchermärkte für Wein. Der meiste Wein wird nach Angaben der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) in den USA (33 Millionen Hektolitern) getrunken, gefolgt von Frankreich (26,5 Millionen Hektolitern) und Italien (22,6 Millionen Hektolitern). imp/red/dpa