Schriesheim - An den vier Ortseingängen stehen jetzt Schilder mit dem Konterfei der Weinhoheiten – und die freuen sich riesig Schriesheim: Weinhoheiten grüßen die Besucher

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Konstantin Groß
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Am Ortseingangsschild an der B 3: Bürgermeister Hansjörg Höfer mit Weinkönigin Sofia Hartmann (l.) und Prinzessin Fabienne Röger; die zweite Prinzessin Lena Meyer war verhindert. © Konstantin Groß

Schriesheim. „Eigentlich würden wir in diesen Tagen zur Vorbereitung des Mathaisemarktes die neuen Weinhoheiten vorstellen“, erinnert Bürgermeister Hansjörg Höfer. Doch wegen Corona gibt es bekanntlich keinen Mathaisemarkt und daher auch keine neuen Weinhoheiten; die bisherigen amtieren länger, allerdings auf absehbare Zeit weiter ohne Termine. Doch zumindest kann man sie nun im Bild sehen: auf den neuen Schildern an den vier Ortseingängen.

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In vielen Gemeinden der badischen und hessischen Bergstraße sowie in der Pfalz ist eine solche Gestaltung bereits Tradition. „Auch ich hab‘ das seit vielen Jahren im Kopf“, berichtet Höfer. Doch immer wieder gerät das Thema in Vergessenheit. Die Altenbacher bilden die Vorreiter: Als mit Melanie Gutfleisch ein Mädchen aus ihrem Stadtteil 2012 Weinkönigin wird, gestalten sie Ortsschilder mit ihrem Konterfei.

In der Kernstadt aufs Tapet kommt das Thema erneut, als Schriesheim 2020 als Wein-Süden-Ort ausgezeichnet wird. Wirtschaftsförderer Torsten Filsinger formuliert bei der Preisübergabe den Wunsch, diese Auszeichnung weithin sichtbar anzubringen; immerhin sei man ja Weinstadt. Optisch attraktiv werden soll das Ganze durch ein Bild der Weinhoheiten.

Verein sichert Finanzierung

Der Obst-, Wein- und Gartenbauverein erklärt sich spontan bereit, die Hälfte der Kosten in Höhe von 4500 Euro zu übernehmen. „Unser Verein ist ja mit dem Weinbau eng verbunden“, begründet Vorsitzender Thomas Buchwald: „Die Hoheiten kommen ja auch immer zu unseren Veranstaltungen.“ Und Sponsoring hat bei ihm Tradition: Vor zwei Jahren pflanzt der Verein am Ortseingang Nord mehrere Mandelbäume, die jeweils im Frühling wunderbare Stimmung verbreiten.

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Die Finanzierung ist also geregelt, nun aber der Standort zu klären. Denn auch eine Kommune kann in Deutschland nicht einfach Schilder aufstellen, wo sie will. Gerne würde die Verwaltung sie weiter außerhalb der Ortsgrenze platzieren, die Straßenbaubehörde lehnt dies aber ab. „Das Schild durfte nur innerhalb der geschlossenen Ortschaft aufgestellt werden“, berichtet Filsinger. Also wird es direkt hinter dem offiziellen gelben Ortsschild installiert.

Vier Schilder sind nun gestellt: Im Norden entlang der B 3 in Höhe Edeka, wo auch die jetzige Präsentation erfolgt, und im Süden an der Ampel, im Osten am Tunnel-Abzweig beim Hotel Scheid und im Westen in der Ladenburger Straße.

Vorgaben für den Standort

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Doch Höfer sieht auch Positives in diesen eher ortsnahen Standorten: „Weiter draußen haben die Autofahrer noch eine höhere Geschwindigkeit und können das Schild gar nicht richtig lesen“, argumentiert er. Zudem sei an einem abgelegenen Standort die Gefahr von Beschädigung größer als im Ort.

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Der Bauhof setzt die Fundamente, die Gestaltung übernehmen die Experten der Firma Assion. Und da diese in diesem Jahr Jubiläum feiert, spendet sie einen gehörigen Teil des Honorars wieder der Stadt für das Projekt Waldaufforstung, berichtet Firmenchef Andreas Assion.

Das Bild auf dem Schild zeigt die Hoheiten vor dem Historischen Rathaus. Es stammt von „MM“-Fotograf Marcus Schwetasch und bildet auch das Motiv der von ihm seit Jahren gestalteten Autogrammkarten der Hoheiten. Klar, dass die jungen Damen sich freuen und nun gerne bei der Präsentation dabei sind. Auch die dritte im Bunde, Lena Meyer, wäre gerne gekommen, war aber durch ihre Bachelor-Arbeit verhindert.

„Wenigstens kann man uns jetzt auf den Schildern im Bild sehen“, formuliert Weinkönigin Sofia Hartmann in einem leichten Anflug von Galgenhumor. Immerhin ist dies ihr erster Termin seit der Präsentation des St. Laurent Nr. 1 Anfang Dezember. „Unser Kalender ist noch genauso leer wie im letzten Jahr“, seufzt sie. Wäre sie denn zu einer weiteren Verlängerung ihrer Amtszeit bereit? „Prinzipiell schon, natürlich“, lacht sie: „Doch das liegt nicht in unserem Ermessen, sondern in dem der Winzergenossenschaft.“

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