Rhein-Neckar - Landratsamt weitet sein Informationsangebot online deutlich aus Rhein-Neckar-Kreis: Mehr Corona-Zahlen online

Von 
Hans-Jürgen Emmerich
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Blick auf das neue Online-Dashboard des Rhein-Neckar-Kreises mit Corona-Zahlen. © Hans-Jürgen Emmerich

Rhein-Neckar. Der Rhein-Neckar-Kreis geht in Sachen Corona-Zahlen in die Offensive. Seit Montag werden die tagesaktuellen Fallzahlen aus dem Landkreis und dem Stadtgebiet Heidelberg digital in einem neuen Covid-19-Dashboard auf dem kreiseigenen Internetportal zur Verfügung gestellt. Darin enthalten sind auch die Angaben zu den einzelnen Städten und Gemeinden des Kreises.

  • Der Rhein-Neckar-Kreis veröffentlicht seine Corona-Zahlen täglich in einem Faktenblatt.
  • Künftig soll das Dashboard auf der Homepage des Kreises diese Aufgabe übernehmen.
  • Die Zahl der Todesfälle ist am Montag um drei auf 271 gestiegen.
  • Die Inzidenz (Zunahme in sieben Tagen je 100 000 Einwohner) ist leicht zurückgegangen und liegt bei 115,5.
  • Die Zahl der aktiven Fälle im Kreis (noch Infizierte) hat erneut abgenommen und beträgt nun 873. Nachfolgend die Zahlen der Fälle aus den Städten und Gemeinden (in Klammern die noch aktiven Fälle):
  • Edingen-Neckarhausen: 317, 2,24 Prozent (18/1,3 Promille)
  • Heddesheim: 324, 2,77 Prozent (4/ 0,3 Promille)
  • Hirschberg: 237, 2,39 Prozent (8/0,8 Promille)
  • Ilvesheim: 232, 2,48 Prozent (14/1,5 Promille)
  • Ladenburg: 268 2,3 Prozent (7/0,6 Promille)
  • Schriesheim: 258, 1,7 Prozent (7/0,5 Promille)
  • Weinheim: 1064, 2,34 Prozent (51/1,1 Promille)

 

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„Das Dashboard visualisiert das Infektionsgeschehen auf Land- und Stadtkreisebene und stellt für die Öffentlichkeit detaillierte Daten in Form von interaktiven Charts und Karten dar“, teilt das Landratsamt dazu mit. Technisch umgesetzt wurde das digitale Angebot vom Eigenbetrieb Bau, Vermögen und Informationstechnik des Rhein-Neckar-Kreises gemeinsam mit dem Gesundheitsamt.

„Dank guter Teamarbeit wurden dafür etwa vier Wochen benötigt“, berichtet der zuständige Mitarbeiter Ingo Wanders auf Nachfrage. Was das gekostet hat, lässt sich laut Wanders nicht genau beziffern, weil die Arbeit größtenteils von eigenen Mitarbeitern geleistet worden sei: „Die Kosten für Lizenzierung und Plattformnutzung halten sich in sehr vertretbarem Rahmen.“

Früher und umfassender

Bislang wurden die Zahlen jeweils im Laufe des Tages in Form von Faktenblättern veröffentlicht, künftig sind sie online verfügbar, sobald sie eingespeist sind. „Die Daten werden selbstverständlich bis auf Weiteres an sieben Tagen pro Woche zur Verfügung gestellt, denn auch die Erfassungsteams des Gesundheitsamtes arbeiten an Wochenenden und an den Feiertagen“, sagt Ingo Wanders und ergänzt: „Solange sich an der Lage grundlegend nichts ändert, wird sich auch an dieser Praxis nichts ändern.“

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Die Einspeisung der Daten erfolgt weitgehend automatisch, allerdings gibt es keine vollautomatische Schnittstelle. „Das tägliche Update samt Plausibilisierung nimmt im Schnitt rund 15 Minuten in Anspruch“, erläutert Wanders und ergänzt: „Die Daten für die Gemeinden ergeben sich aus der Datenbank unseres Erfassungstools und erfordern daher keinen Mehraufwand für die Bereitstellung.“

Für die Städte und Gemeinden wird die Zahl der Fälle nun auch ins Verhältnis zu den Einwohnerzahlen gesetzt. So ist der Anteil der Einwohner, die bislang mit Corona infiziert wurden, in Heddesheim mit fast 2,8 Prozent am höchsten, in Schriesheim mit 1,7 Prozent am niedrigsten. Die Zahl der aktiven Fälle war am Montag mit 1,5 Promille in Ilvesheim am höchsten, in Heddesheim mit 0,3 Promille am niedrigsten.

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Neu in den von der Behörde veröffentlichten Zahlen ist auch die Verteilung nach Altersgruppen. Daraus geht hervor, dass unter den Corona-Infizierten insgesamt 258 Kinder im Alter zwischen null und vier Jahren waren. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen zwischen fünf und 14 Jahren gibt der Kreis aktuell mit 563 an. 2221 der Covid-19-Fälle betrafen bislang Erwachsene im Alter zwischen 35 und 59. 1331 Männer und Frauen waren es bei den Kreisbewohnern im Alter zwischen 60 und 79 Jahren. Welcher Prozentsatz das in der jeweiligen Altersgruppe ist, weist die Grafik derzeit nicht aus.

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Mit seinem jetzt freigeschalteten Angebot informiert der Rhein-Neckar-Kreis deutlich umfassender über die aktuelle Corona-Lage als der südhessische Kreis Bergstraße. Dort finden sich Stand Montag nur die tagesaktuellen Werte auf Kreis- und Gemeindeebene auf der Homepage. Allerdings wird bei den Südhessen die Zahl der Todesopfer auch nach Städten und Gemeinden getrennt ausgewiesen. Das macht der Rhein-Neckar-Kreis grundsätzlich nicht und beruft sich dabei auf den Persönlichkeitsschutz der Verstorbenen sowie auf den Schutz der trauernden Angehörigen. Das Vorgehen sei mit der Pressestelle des Sozialministeriums abgestimmt. Der Rhein-Pfalz-Kreis publiziert auf seinem Internetportal überhaupt keine Corona-Zahlen.

Keine Faktenblätter mehr

Während der Rhein-Neckar-Kreis auf seiner Homepage nun also das Infoangebot ausbaut, will er die Veröffentlichung der Faktenblätter Ende des Monats einstellen. Damit gäbe es dann ab Februar bei den Städten und Gemeinden nur noch tagesaktuelle Zahlen online und keine Möglichkeit des Vergleichs mit zurückliegenden Zeiträumen.

Das Covid-19-Dashboard ist über die Coronavirus-Infoseite des Landkreises www.rhein-neckar-kreis.de/coronavirus erreichbar. Zur Verfügung stehen wird laut Kreis in Kürze auch eine für mobile Endgeräte optimierte, inhaltlich reduzierte Version, „damit die wesentlichen Daten auch über Smartphone und Tablet abgerufen werden können“, wie es heißt.

Info: Dashboard des Kreises

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