Neckar-Bergstraße - Wie Kommunen ihre Gewerbetreibenden unterstützen / Von gestundeten Pachtzahlungen bis zum Kauf von Gutscheinen Rathäuser halten Kontakt zu örtlichen Betrieben

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pj
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Ladenburg: Als Sofortmaßnahme stundet die Römerstadt Gewerbetreibenden in städtischen Liegenschaften, die schließen mussten, sowie Stellplatzpächtern die April-Miete. Geplant: die anteilige Stundung bereits erhobener Gebühren für Außenbestuhlung. In Zusammenarbeit mit der Agentur „OpenMinded“ bezuschusst die Stadt einen „Soli-Gutschein“ im Wert von 25 Euro, um teilnehmende Einzelhändler zu unterstützen (www.wir-für-ladenburg.de). Anzeigen in Printmedien, auf der Webseite der Stadt und in der neuen Bürger-App sollen bald auf Dienstleistungen von Gastronomie und Handel hinweisen. Hilfe bei Aktivitäten zur Stärkung des Einzelhandels werde es nach der Krise geben.

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Heddesheim: Die Gemeindeverwaltung in Heddesheim hat zwei Telefonhotlines eingerichtet, unter der Selbstständige und Kleinunternehmer Rat bei Anträgen auf staatliche Förderungen („Soforthilfe Corona“) erhalten (Telefonnummern 06203/101-270 und 101-232). Die Internetseite der Gemeinde listet Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe, die Abhol- und Lieferdienste anbieten. Bürgermeister Michael Kessler veröffentlichte auch in dieser Zeitung mehrere Aufrufe zur Unterstützung der Gastronomie und der Geschäfte nach dem Motto „Heddesheim braucht Sie jetzt!“. Heddesheim unterstützt den gemeinsamen Appell aller Bürgermeister der Region zur Erntehilfe bei Landwirten.

Edingen-Neckarhausen: Die seit Jahren im Rathaus der Doppelgemeinde angesiedelte Wirtschaftsförderstelle als Ansprechpartner der Betriebe wird zurzeit besonders häufig in Anspruch angenommen. „Wir helfen so gut es geht, beispielsweise auch bei Fragen zu Soforthilfe von Bund und Land“, so Bürgermeister Simon Michler. Liefer- und Abholangebote fänden sich auf der Internetseite der Gemeinde. Pachtzahlungen von Betrieben im direkten Vertragsverhältnis zur Gemeinde seien ausgesetzt. Bei Steuerschulden fahre die Verwaltung eine großzügige Linie hinsichtlich der Fälligkeit. Mit dem BdS stehe man im engen Austausch. Weitere Unterstützung orientiere sich an landesweiten Regelungen.

Schriesheim: Die Verwaltung der Weinstadt stellt den Betrieben Informationen zu den vielfältigen Unterstützungsangeboten von Land, Arbeitsagentur und Finanzämtern über die städtische Homepage und den Facebook-Kanal zur Verfügung. Auch Liefer- und Abholservices der Händler und Gastronomen werden stets aktuell veröffentlicht. Als erster Ansprechpartner vor Ort kontaktierte die Verwaltung Betriebe, die von Schließungen betroffen sind, um ihre Unterstützung anzubieten. „Wir rufen dazu auf, weiterhin dem örtlichen Handel und der Gastronomie treu zu bleiben und Gutscheine zu kaufen“, teilt das Schriesheimer Rathaus mit. In den nächsten Tagen werden weitere Möglichkeiten diskutiert.

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Ilvesheim: Die Gemeindeverwaltung in Ilvesheim hat nach Gesprächen mit der Gastronomie bei den Wirten Gutscheine eingekauft, um diese zu verschenken. „Wir beraten Betriebe, wie sie mit Angestellten umgehen sollen und geben Informationen zur Kurzarbeit“, sagt Bürgermeister Andreas Metz. Geplant sei ebenfalls eine Liste der Gewerbetreibenden mit Lieferservice auf der kommunalen Internetseite (www.ilvesheim.de) – vom Blumenladen bis zum Friseur, der Shampoo anbiete. Mangels eines BdS-Ortsvereins erstelle die Gemeinde Ilvesheim in Kooperation mit einem Team um Altgemeinderätin Helga Zühl-Scheffer von den Ilvesheimer Grünen derzeit informative Flyer und Aushänge.