Rhein-Neckar - Stand Sonntag knapp 30 000 Impfungen in der Region verabreicht / Menschen sollen sich nicht in falscher Sicherheit wiegen „Pflegeheime sind die größten Hotspots“

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red/sko
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Mit den mobilen Impfteams und in den Impfzentren wird mit Hochdruck versucht, die Menschen so schnell wie möglich zu immunisieren. © Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis

Rhein-Neckar. Im Rhein-Neckar-Kreis wächst die Zahl der gegen Corona geimpften Personen von Tag zu Tag – auch wenn weiterhin nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Mit Stand vom Sonntagabend sind in den Impfzentren in Heidelberg, Weinheim und Sinsheim, die das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis im Auftrag des Landes betreibt, über 29 000 Impfungen durchgeführt worden. Davon haben 8456 Menschen sogar schon ihre Zweitimpfung erhalten, gelten somit als „durchgeimpft“ und sind jetzt mit einem guten Schutz gegen einen schwereren Covid-19-Infektionsverlauf ausgestattet. In Mannheim waren bis Freitagabend rund 22 000 Menschen geimpft.

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In der Gesamtzahl von über 29 000 Impfungen im Kreis sind auch diejenigen enthalten, die durch die mobilen Impfteams durchgeführt wurden. Im Rhein-Neckar-Kreis wurden bereits 47 stationäre Alten- und Pflegeeinrichtungen durch mobile Impfteams angefahren und erstgeimpft, die Zweitimpfung haben bereits die Bewohner von 19 Heimen erhalten. Derweil stehen im Rhein-Neckar-Kreis noch in 25 Einrichtungen die Erstimpfungen aus.

Wann mit einem Abschluss der Impfungen in den stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen zu rechnen ist, kann nicht konkret vorhergesagt werden. „Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, dass die Erstimpfungen in den stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen im Rhein-Neckar-Kreis in der zweiten Februarhälfte abgeschlossen sein werden“, sagt Christoph Schulze, ärztlicher Leiter der Impfzentren in Heidelberg, Weinheim und Sinsheim. Er betont, dass aber weiterhin die Verfügbarkeit des Impfstoffs der begrenzende Faktor sei.

Umso wichtiger ist es, sich weiter konsequent an die vier AHAL-Regeln (Abstand halten, Hygiene-Maßnahmen beachten, geeignete Schutzmasken tragen, regelmäßig lüften) zu halten. Nicht zuletzt im Hinblick auf die nun auch in unserer Region festgestellten Coronavirus-Mutationen gilt es, besonders in den Alten- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis und der Stadt Heidelberg, weiter große Umsicht walten zu lassen.

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„Es wäre fatal, wenn sich Bewohner und Angehörige bei Besuchen durch den Start der Impfkampagne oder die Schnelltests in falscher Sicherheit wiegen. Nur weil Mama und Papa beziehungsweise Oma und Opa geimpft sind, bedeutet das noch lange nicht, dass die Pandemie vorbei ist“, sagt Landrat Stefan Dallinger. Er hat mit Sorge Berichte vernommen, wonach in Einzelfällen Angehörige zwar mit FFP2-Masken die Einrichtung betreten haben, diese beim Besuch im Zimmer jedoch abgenommen und ihre Angehörigen innig umarmt haben. „Ich appelliere daher an alle Angehörigen und Freunde von Bewohnern in Altenheimen, dieselbe Vorsicht wie auch sonst walten zu lassen und auf jeden Fall eine Maske zu tragen und Abstand zu halten.“

Hohe Sterblichkeit

„Pflegeheime sind nach wie vor die größten ‚Hotspots‘ in der Pandemie, die Corona-Sterblichkeit unter Pflegebedürftigen ist besonders hoch“, weist der Heidelberger Oberbürgermeister Eckart Würzner auf diesen Fakt hin.

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„Alleine in Heidelberg gehen fast 50 Prozent aller Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf Fälle in Pflegeheimen zurück. Auch wenn die Impfungen mit den mobilen Teams laufen, sind wir noch nicht über den Berg. Neue Mutationen des Virus werden uns immer wieder vor Herausforderungen stellen“, so Würzner. red/sko

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