Edingen-Neckarhausen - FDP veranstaltet Infoabend zum Thema Digitalisierung mit Dennis Nusser und Bernd Schlömer "Netzfreiheit ist ein urliberales Thema"

Von 
Nina Zegowitz
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Dietrich Herold (v.l.), Bernd Schlömer, Dennis Nusser und Hartmut Hanke werben für die FDP.

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"Wir kämpfen jetzt um den Wiedereinzug in den Bundestag", betont Birgit Kunzmann am Ende des Informationsabends der FDP-Ortsverbände Edingen-Neckarhausen und Ladenburg. Im Friedrichshof in Edingen finden sich am Freitagabend an die 20 Interessierte ein, um dem Vortrag zum Thema "Netzfreiheit in Gefahr - Bürgerrechte verteidigen" zu lauschen. Der Altersdurchschnitt bei den Gästen liegt hier über 50 Jahren, junge Zuhörer sucht man vergebens.

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Bernd Schlömer, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, ist für die Veranstaltung in die Region gereist. Er ist Sprecher für Bürgerrechte und Digitalisierung, bei dem Thema Netzfreiheit, also der richtige Ansprech- und Diskussionspartner. Neben ihm stellt Dietrich Herold, der Vorsitzende des FDP-Ortsverbands Edingen-Neckarhausen, Dennis Nusser und Hartmut Hanke vor. Nusser ist Direktkandidat im Wahlkreis 274. Den konsequenten Ausbau der digitalen Infrastruktur nennt er eine seiner Kernforderungen, auch in einem seiner Flyer, die vor Beginn des Abends auf den Tischen verteilt werden.

Hanke vertritt den Verein für soziale Netzpolitik. Mit den vielseitigen Ansprechpartnern stellt die FDP also alle erforderlichen Grundbausteine für einen interessanten und informativen Abend im Wirtshaus. "Netzfreiheit ist ein urliberales Thema", erläutert Herold. Für ihn sei hier so besonders, dass die Älteren zum ersten Mal von den Jüngeren lernen würden: "Mein älterer Sohn lässt sich vom jüngeren den PC erklären." Die Digitalisierung ist ein Fortschritt mit Vor- und Nachteilen, wie Bernd Schlömer formuliert. Aufhalten lasse er sich aber nicht: "Senioren müssen in punkto Daten sensibilisiert werden. Irgendwann muss eine Linie gezogen werden."

Solche eindeutigen Ansagen stoßen bei dem Publikum nicht immer direkt auf Zustimmung. "Wie wollen Sie die Bevölkerung mitnehmen?", fragt eine Teilnehmerin. Bürger müssten kommunizieren und den Kulturwandel akzeptieren, meint Schlömer. Hier gehe es aber nicht nur darum, ältere Bürger aufmerksam zu machen. Auch bei der Jugend sei die Resonanz zu gering, formuliert Zuhörer Thomas Joachim. Schlömer antwortet, man müsse bessere Wege finden, um das Thema mehr publik machen. Genau deshalb kommt das Engagement des 21-jährigen Nusser auch so gut an. Ursula Panzer von der FDP Sandhausen unterstreicht, wie gut sie es findet, dass sich junge Leute für die Politik engagieren. "Wo liegen Gefahren und wie können wir mit ihnen umgehen?", fragt der junge Kandidat. Das Thema Bürgerrechte habe ihn zu seiner Partei gebracht, erklärt er. Dieser Aspekt müsse für ihn großgeschrieben werden.

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"Das war ein themenreicher Ritt einmal durch die Digitalisierung", schließt Herold den Vortrag ab. Mit einer Flasche Edinger Kräuterschnaps verabschiedet er Schlömer. Für den Abgeordneten geht es nun zurück nach Hause: Berlin Kreuzberg.