Neckar-Bergstraße - Im Wahlkreis Weinheim treten zur Landtagswahl 14 Parteien an / Die sieben wichtigsten Bewerber im Überblick Neckar-Bergstraße: Politik-Profis treten an

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Konstantin Groß
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In sechs Wochen ist es soweit: In Baden-Württemberg wird am 14. März ein neuer Landtag gewählt. Die Gemeinden im Gebiet zwischen Neckar und Bergstraße liegen im Wahlkreis 39, der den Namen der größten Stadt trägt, die er umfasst: Weinheim. 14 Parteien treten an.

Julia Philippi (CDU). © privat/Parteien
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Auf dem Stimmzettel vermerkt – um diese oft gestellte Frage gleich zu beantworten – werden die Parteien und ihre Kandidaten in der Reihenfolge des Ergebnisses, das sie bei der zurückliegenden Wahl auf Landesebene (also nicht vor Ort im Wahlkreis) erreicht hatten.

Im Falle der Grünen, die auf dem ersten Platz stehen, ist beides identisch. Für sie tritt erneut Uli Sckerl an, 69 und ein Urgestein seiner Partei. Nach mehreren vergeblichen Anläufen schaffte er 2006 über die Zweitauszählung den Sprung in den Landtag, ebenso 2011. 2016 jagte er der CDU und ihrem Abgeordneten Georg Wacker das Direktmandat ab.

Im Landtag fungiert Sckerl als parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Fraktion und als wichtiges Scharnier für das Funktionieren der grün-schwarzen Koalition. 2016 war er sogar als Innenminister im Gespräch, kam aber nicht zum Zuge, da dieses Ressort an die CDU fiel.

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Für die gibt es 2021 eine doppelte Neuerung: Zum einen rangiert sie erstmals nicht auf Platz 1, zum anderen steht für sie ein anderer Name als 2016: Für Georg Wacker, der damals per Zweitauszählung in den Landtag einzog, das Mandat 2018 aber abgab, um Geschäftsführer von Toto-Lotto Baden-Württemberg zu werden, rückte damals die Dossenheimer Galeristin Julia Philippi nach.

Bei ihrer erneuten Bewerbung musste sich die 58-Jährige mit Andreas Gabriel aus Lützelsachsen einem innerparteilichen Gegenkandidaten stellen. Bei der Nominierung selbst lief es dann doch eindeutiger als gedacht: Philippi gewann mit 70 Prozent der Delegiertenstimmen.

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Kampfabstimmung auch bei der SPD: Nachdem der amtierende Abgeordnete Gerhard Kleinböck nicht mehr antritt, warf dessen Ersatzkandidat Sebastian Cuny seinen Hut in den Ring. Mit dem Weinheimer André de Sa Pereira bekam auch der Schriesheimer Kommunalpolitiker einen Gegenkandidaten. Am Ende siegte der 42-jährige Stadtrat eher knapp mit 70 gegen 54 Stimmen.

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Vor der SPD jedoch steht auf dem Stimmzettel die AfD. Denn im Wahlkreis lag sie zwar ganz knapp hinter den Genossen, im Land aber weit vor ihnen. Für sie tritt Robert Schmidt an. Auch diesmal tritt er in der Quadratestadt an, aber eben auch im Nachbarwahlkreis Weinheim. Laut Wahlgesetz ist das möglich. Das sorgt auch für den theoretischen Fall vor, dass Schmidt in beiden Wahlkreisen das Direktmandat erobern sollte. Dann zieht er für den Wahlkreis in den Landtag ein, in dem er die größere Mehrheit geholt hat.

Auf den Plätzen 5 und 6 stehen die FDP mit dem Kreisvorsitzenden Alexander Kohl und die Linke mit Kreisrat Detlef Gräser. Ihnen folgt Klara Bromberger von der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), 1982 gegründet, in der Politik der Region aber keine Rolle spielend.

Ganz anders sieht das bei den Freien Wählern aus. Dennoch gibt es für die Kandidaten aus der Partei, die sich so nennt, ein großes Problem: Von vielen Freien Wählervereinigungen vor Ort werden sie nicht unterstützt; diese wollen sich bewusst alleine auf die Kommunalpolitik beschränken und lehnen Kandidaturen bei überörtlichen Wahlen ab.

Zweitkandidaten wichtig

Kandidat der Freien-Wähler-Partei ist hier Stephan Frauenkron, einst im Mannheimer Süden als Leiter der Bürgerdienste Rheinau, Seckenheim und Friedrichsfeld bekannt und derzeit Hauptamtsleiter in der Gemeinde Plankstadt. Auch er tritt in einem weiteren Wahlkreis, dem Neckar-Odenwald-Kreis, an; das sei der knappen Personaldecke der jungen Partei geschuldet, die erstmals zum Landtag antritt. So hat Frauenkron auch keinen Zweitkandidaten.

Die sind wichtig, um im Fall, dass der gewählte Kandidat aus welchen Gründen auch immer ausfällt, nachzurücken. Oft sind es bekannte Kommunalpolitiker wie Fadime Tuncer (Grüne, Schriesheim), Bastian Schneider (CDU, Ladenburg), Rüdiger Kanzler (SPD, Hirschberg) oder Ulrike von Eicke (FDP, Schriesheim). Zweitkandidat bei der AfD ist Kreisrat Jan Spatz aus Schriesheim.

Wem das zu wenig Auswahl ist, dem kann geholfen werden: Kandidaten stellen etwa auch die Klimaliste Baden-Württemberg, das Bündnis Christen für Deutschland sowie die „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“.

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