Rhein-Neckar - Vor einem Jahr hat die Corona-Hotline ihre Arbeit aufgenommen und bislang weit über 120 000 Telefonate geführt / Bedarf besteht weiter In Spitzenzeiten bis zu 2000 Anrufe pro Tag

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red
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Mit bis zu 13 Mitarbeitenden im Schichtdienst arbeitet die Corona-Hotline des Rhein-Neckar-Kreises – und das an sieben Tagen die Woche. © Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis

Ein Jahr Corona-Hotline: Vor einem Jahr hat das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises die zentrale Rufnummer 06221/522-1881 eingerichtet. Unter diesem Anschluss haben die Mitarbeitenden inzwischen weit über 120 000 Anrufe beantworte, wie die Pressestelle des Landratsamtes mitteilt.

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Bis zu 2000 Anrufe pro Tag, zeitweise Erreichbarkeiten von 7.30 Uhr bis 21 Uhr und ein Zweischichtbetrieb mit bis zu 13 Mitarbeitenden pro Schicht: Das sind die zusammengefassten Zahlen der Corona-Hotline, mit der das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises seinerzeit bundesweit eine Vorreiterrolle einnahm. Und nach wie vor ist die Hotline ein unverzichtbarer Baustein im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

„Damals hatte noch niemand eine Vorstellung davon, wie die weitere Entwicklung laufen würde. Am ersten Tag verzeichneten wir gerade einmal 15 Anrufe zum Thema Coronavirus“, erinnert sich Marcus Steinemann, der zusammen mit Daniela Bauke für den Betrieb und die fachliche Leitung der Corona-Hotline verantwortlich ist.

Kleiner Rückblick: Insbesondere für Heidelberg als internationale Studentenstadt gab es schon im Januar 2020 für viele Einreisende den Bedarf nach einer Testung auf das Virus, das damals noch 2019-nCoV genannt wurde. Vor allem der erste bestätigte Corona-Fall in Deutschland führte zu einem gestiegenen Bedarf in der Bevölkerung, Informationen über das Virus zu erhalten.

Erste Tests im Januar 2020

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Im Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises, das auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist, wurde daher kurzerhand die bestehende Rufnummer für den Themenbereich „Ortshygiene“ in die Corona-Hotline umgewandelt.

Die ersten Testungen auf das Virus führte das Tropenmedizinische Institut in der Uniklinik Heidelberg durch. Die Testkriterien wurden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hotline überprüft. Sofern diese zutrafen, erhielten die Anrufenden einen tagesaktuellen Code und konnten sich somit testen lassen. Die Zahl der Anrufe in der Hotline wuchs im Februar fast täglich und spätestens seit dem 27. Februar, als im Rhein-Neckar-Kreis der erste bestätigte Covid-19-Fall vorlag, stieg die Zahl sowohl der Anrufe als auch der Mitarbeitenden rasant an. Höhepunkt war die Woche vom 16. bis 22. März mit rund 10 000 Anrufen.

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„Wir vergeben nicht nur Testtickets für unsere Corona-Test-Center. Aus allen Teilen der Bevölkerung und aus nahezu allen Berufsgruppen erreichen uns Fragen zu speziellen Situationen, die wir entweder selbst beantworten oder an die zuständigen Stellen weiterleiten“, klärt Daniela Bauke über die anspruchsvolle und oft stressige Arbeit auf. Denn hinter vielen Anrufen verstecken sich menschliche Schicksale oder manchmal auch kleine persönliche Dramen, so dass seitens der Mitarbeitenden oft das gewisse Fingerspitzengefühl nötig ist. „Der Zwei-Schicht-Betrieb in der Corona-Hotline mit Arbeitszeiten am Abend und am Wochenende erfordert einen hohen Einsatz mit Einschnitten in das Privatleben“, sagt Landrat Stefan Dallinger und dankt allen Beteiligten. red