Verkehr Ilvesheim: Manche Bäume und Parkplätze müssen dem Radschnellweg weichen

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Torsten Gertkemper
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Der Bereich zwischen Kanalbrücke und Blindenbad. Hier werden die bestehenden Bäume (Teile der Äste sind rechts im Bild zu sehen) weichen müssen. © Torsten Gertkemper

Ilvesheim. In Ilvesheim werden einige Bäume und Parkplätze dem Radschnellweg zwischen Mannheim und Heidelberg weichen müssen. Das gab das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) bei einer Informationsveranstaltung am Donnerstagabend bekannt. Sie fand wegen der Corona-Pandemie online statt. Vertreter des RP, der zuständigen Planungsbüros, der Ilvesheimer Verwaltung, des Gemeinderats und der Bürgerinitiative, die sich gegen den Trassenverlauf durch Ilvesheim einsetzt, waren über das Internet zusammengeschaltet.

Verkehr Ilvesheim: Widerstand gegen Radschnellweg

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Torsten Gertkemper
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Länge, Kosten und Fertigstellung

Der Radschnellweg zwischen Mannheim und Heidelberg(Projekt-name: L 9000) soll etwa 23 Kilometer lang werden.

Bauträger ist das Land Baden-Württemberg. Die Kosten liegen bei acht bis zwölf Millionen Euro.

Die neu installierte Beleuchtung entlang der Radstraße brennt nur, wenn Radfahrer unterwegs sind. Dafür bekommen die neuen Lampen Bewegungsmelder.

Nutzung: Fahrräder und Pedelecs bis maximal Tempo 25 (Fahrzeuge, die kein Versicherungskennzeichen brauchen).

Die endgültige Fertigstellung ist bis Mitte 2026 geplant (nach dem Bau der Neckarbrücke für die neue Landesstraße 597. hje/agö

 

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Wie weit sind die Planungen vorangeschritten?

Sie sind noch nicht endgültig. Gewisse Details können sich im Planfeststellungsverfahren ändern, weil auch hier noch einmal alle Betroffenen angehört werden. Dass die Route am Neckarkanal entlang führt, ist aber beschlossene Sache (wir berichteten, hier geht es zum Artikel). Die Sitzung am Donnerstagabend diente vor allem auch dem Austausch mit der Bürgerinitiative.

Wo befinden sich besondere Engstellen in Ilvesheim?

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Sie liegen unter der Kanalbrücke und am Blindenbad. An diesen Stellen wird der zukünftige Radschnellweg auch schmaler sein, als es der Standard eigentlich erfordert. Laut Definition muss ein Radschnellweg voneinander getrennte Rad- und Fußwege aufweisen – mit vier Metern Breite für den Radweg und 2,50 Metern für den Fußweg.

Was passiert am Blindenbad und unter der Kanalbrücke?

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Unter der Kanalbrücke und am Blindenbad ist geplant, einen gemeinsamen Fuß- und Radweg zu errichten. Hier machen die Planer von Ausnahmen Gebrauch, die in einem gewissen Rahmen zulässig sind. An der Engstelle unter der Kanalbrücke wäre der gemeinsame Rad- und Fußweg 3,25 Meter breit, am Blindenbad wären es fünf Meter, bei der Engstelle an der Feldwegbrücke würde sich die Wegesbreite kurzzeitig auf vier Meter reduzieren.

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Was ist für den Bereich westlich der Kanalbrücke vorgesehen?

Der Spielplatz in der Mozartstraße sowie die bestehenden Bäume westlich der Kanalbrücke können erhalten bleiben. Die Hebelstraße wird zur Fahrradstraße, 20 Parkplätze sollen dort wegfallen. Dies sei aber zu verschmerzen, da der Parkdruck in der näheren Umgebung nicht so hoch sei, so die Planer. Außerdem sei ein Ausgleich in der näheren Umgebung möglich. Ein Teil der Grünflächen – auch beim Busunternehmen Bauer – muss versiegelt werden.


Wie sieht es zwischen Kanalbrücke und Blindenbad aus?

Im Bereich unmittelbar östlich der Kanalbrücke sollen die bestehenden Bäume gefällt werden. Geplant ist, auf einem zwischen Rad- und Fußweg liegenden Grünstreifen neue zu setzen. Der Fußweg soll direkt am Neckarkanal entlang führen, der Radweg wird näher zur Bebauung und höher als der Fußweg liegen. In der Stettiner Straße könnten etwa 25 Stellplätze entfallen, 17 aber auch wieder neu errichtet werden. Am Blindenbad, wo es bisher sehr eng ist, soll ein Baum wegfallen. Die anderen Pflanzen sollen dort aber erhalten werden. Sie dienen zum Teil als Brutstätte für Tiere. Am Blindenbad befindet sich auch der Zustieg für Rettungsboote der Feuerwehr.


Was soll in der Dieselstraße geschehen?

In der Dieselstraße würden 20 Plätze wegfallen, die südliche Parkreihe (also die zum Neckarkanal hin) könnte aber erhalten werden, betonen die Planer. Auf den gesamten Verlauf gesehen sei der Wegfall von Parkplätzen deutlich geringer als bei anderen Varianten. Die früher einmal geplante Route hätte durch die Feudenheimer Straße geführt, was einen Verlust von deutlich mehr Stellplätzen zur Folge gehabt hätte.

Wie reagiert die Bürgerinitiative auf die Pläne?

Von der Bürgerinitiative kam deutliche Kritik. Claudius Karch, dessen Grundstück in der Berliner Straße zwischen Kanalbrücke und Blindenbad liegt, zeigte Unverständnis darüber, dass ausgerechnet in diesem Bereich so stark ausgebaut werde. Andere Anwohner äußerten die Befürchtung vor Konflikten zwischen Radfahrern und Fußgängern, besonders wenn sehr schnelle Radler den Weg benutzen.Ein Beispiel dafür sei der Hinterausgang des Vetterstifts, wo viele ältere Menschen auf den Weg treten. Kritik gab es auch an der Routenführung am Kanal, die aber bereits beschlossen ist.

Wie äußerten sich Gemeinderat und Verwaltung?

Die Gemeinderäte stellten Nachfragen zu einzelnen Abschnitten und wiesen auf gewisse Aspekte hin, so zum Beispiel darauf, dass der Einstieg für die Rettungsboote am Blindenbad erhalten bleiben müsse. Bürgermeister Andreas Metz betonte, dass man zwischen verschiedenen Interessen abwägen müsse.

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Redaktion Redaktion Neckar-Bergstraße, zuständig für Ilvesheim und Friedrichsfeld